Viel Positives, aber auch manches Problem
Publiziert in 5 / 2010 - Erschienen am 10. Februar 2010
Burgeis – Regen Zuspruch fand die Bürgerversammlung im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ auch im Kulturhaus von Burgeis. Bekanntlich organisiert die neue Gemeindeverwaltung in jeder Fraktion der Großgemeinde solche Bürgerversammlungen, wobei in verschiedenen Arbeitsgruppen, in die sich die Bürgerinnen und Bürger nach ihren Interessen einfügen, positive Seiten der Dörfer, Probleme und auch Vorschläge aufgezeigt werden.
Besonders positiv wurde in Burgeis die Einführung des City-Busses erwähnt, womit eine ständige Verbindung nicht nur zum Gemeindehauptort, sondern auch zu anderen Dörfern gegeben sei. Auch über das rege Vereinsleben zeigt man sich zufrieden. Doch hier kam auch schon ein Problem ans Tageslicht, es fehlt an „Nachwuchs“. Es gibt zwar eine gut funktionierende Jugendgruppe und einige Jugendliche dieser Arbeitsgruppe riefen die Eltern auf, ihre Kinder zu motivieren, in den Vereinen mitzumachen, was wohl einmalig ist. Von Seiten der Landwirtschaft wurde die Vermarktung der eigenen, landwirtschaftlichen Produkte angesprochen, da es gerade in Burgeis durch die Genossenschaft eine zentrale Verteilungsstelle durch die Genossenschaft gebe. Gerade die Tourismusbetriebe wurden dabei direkt angesprochen. Dabei sollte man auch ein Auge zudrücken, wenn eine Kuh einmal auf der Dorfstraße „muss“, dafür aber von den Touristen als willkommenes Fotomotiv angenommen wird. Gelobt wurde auch die Erhaltung der traditionellen Bausubstanz, wobei aber schon das nächste Problem angemahnt wurde, nämlich die leer stehende Bausubstanz im historischen Dorfkern.
Wie der so genannte rote Faden zog sich auch Burgeis das scheinbar immer größer werdende Problem der vielen Radfahrer durch die Reihen der Arbeitsgruppen. Mit einer so großen Nutzung des Radweges hätten die Planer wohl nicht gerechnet. Jetzt gibt es vor allem in Burgeis und Schleis damit erhebliche Problemen, besonders in Bezug auf die Sicherheit. Eine Lösung müsse auch für den „Maschinenfriedhof“ oberhalb des Dorfes direkt am bergseitigen Weg nach St. Valentin gefunden werden. Mit der Aufwertung des Dorfplatzes, der Errichtung einer schon lange angesprochenen Tiefgarage, der Schneeräumung, Verminderung des Verkehrslärms und der scheinbar nicht gerade besonders geglückten Zufahrt zur Erwerbs- oder Industriezone wird sich die Verwaltung nach Vorstellung der Studie befassen müssen. Als positiven Aspekt nannten Bürgermeister Ulrich Veith und seine anwesenden Referenten die Anregung, zur Durchführung verschiedener kleinerer Arbeiten im Dorf noch rüstige Pensionisten oder auch die Dorfbevölkerung selbst anzuregen. Als passendes Beispiel wurden dabei die Schülerlotsen in Mals erwähnt. Sehr positiv wurden die Initiativen von Brigitte, Olga und ihren vielen Helfern/innen auf dem Dorfplatz und im Kulturhaus erwähnt. „Sobald die Auswertung aller Daten für die Zukunftswerkstatt erfolgt ist, werden Sie noch mehr erfahren“, sagte Bernd Karner, der das Projekt „Zukunftswerkstatt“ betreut. Als nächsten Schritt wird es eine Fragebogenaktion geben.
Erich Waldner