Was lange währt, wird ausgezeichnet
Publiziert in 45 / 2011 - Erschienen am 15. Dezember 2011
Schlanders - Knappe sieben Jahre haben die Schlanderser „Singpueben“, Obmann Dieter Pinggera und Chorleiter Johann Hohenegger, noch Zeit für die große Feier. 2018 darf der Kirchenchor Schlanders seinen 500. Geburtstag begehen. Eine ungewöhnlich lange Geschichte, auf die nicht nur die Singpueben, wie in alten Urkunden die Schlanderser Kirchensänger genannt wurden, sondern auch die Schar der „Singmadlen“ und die acht Orchestermitglieder stolz zurück blicken. Ergeben haben das „ehrwürdige Alter“ die Recherchen der Bürgerkapelle Schlanders. Sie war im Jahre 2004 im Archiv des Deutschen Ordens in Wien auf eine Fülle von Dokumenten und Belege gestoßen. „Sicher wurde schon vor 1518 in der Kirche gesungen und musiziert, aber wir sind stolz auf die frühe Erwähnung“, meinte Obmann Pinggera. „Wir haben uns aber entschlossen, nicht auf das große Datum zu warten, sondern die Feste zu feiern, wie sie fallen. Damit wollten wir vor allem auch unsere dienstältesten Mitglieder würdigen. Allein die mehr als 70 Chorjahre der Geschwister Rosl und Luis Vill, 86 und 80, hätten fast schon für die begehrte Auszeichnung gereicht.“ Die Medaille ist nach dem wohl einflussreichsten Kirchenmusiker der Renaissance, Giovanni Pietro Aloisio Sante aus Palestrina, benannt und wird jenen Kirchenchören überreicht, die mindestens 100 Jahre Chortätigkeit nachweisen können. Zum Fest der Unbefleckten Empfängnis Marias hatte der Vorsitzende des Verbandes der Kirchenchöre Südtirol, Pater Urban Stillhard, dem Kirchenchor Schlanders die Medaille des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes mit Sitz in Regensburg überreicht.
Günther Schöpf