Arbeitsmarkt boomt weiter: Positiver Trend hält an

Der Arbeitsmarktbericht des 2. Halbjahrs bestätigt die Konjunktur. Südtirol ist bei Beschäftigung Flaggschiff Italiens. Der demographische Wandel ist spürbar.

- Die Landesabteilung Arbeit hat heute (22. November) mit dem Arbeitsmarktbericht für das zweite Halbjahr wieder sehr positive Arbeitsmarktzahlen aus Südtirol präsentiert. "In den letzten drei Jahren", sagt Arbeitslandesrätin Martha Stocker, "ist die Beschäftigungsquote auf Landesebene um zehn Prozent gestiegen, wovon 3,5 Prozent oder 7210 mehr Beschäftigte in den letzten sechs Monaten zu verzeichnen waren." Zu Beginn dieser Legislaturperiode, so die Landesrätin, hätten einige schwere Krisen wie der Stellenabbau bei Hoppe und Würth den Arbeitmarkt getrübt, heute, am Ende der Legislaturperiode, könne man mit einem Arbeitsmarkt zufrieden sein, der seit einigen Halbjahren eine ausgesprochen positive Entwicklung nehme, auch dank einer Reihe von Unterstützungs- und Fördermaßnahmen auf Landesebene.

Ausländer tragen fast zur Hälfte zur Beschäftigungszunahme bei:
In den letzten sechs Monaten (Mai-Oktober 2018) stieg die Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um außergewöhnliche 3,5 Prozent. Das Wachstum betrifft fast alle Sektoren und Teilsektoren, Arbeitnehmergruppen und Gebiete Südtirols, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Die positive Entwicklung wurde vor allem im Gastgewerbe(+6,1%), aber auch im Sozialwesen (+3,5%), Handel (+2,9%), den übrigen privaten Dienstleistungen ohne Handel (+3,1%), dem verarbeitenden Gewerbe (+3,0%) und in der Landwirtschaft (+7,2%) beobachtet. Dabei  ist festzustellen, dass ausländische Arbeitskräfte fast zur Hälfte des Wachstums beitrugen, nämlich: + 8,4 Prozent, das sind 2563 Beschäftigte mehr. Wenn die Tatsache berücksichtigt wird, dass ungefähr 800 Arbeitnehmer – fast alle mit Wohnsitz in Südtirol und zu zwei Dritteln unbeschäftigt – im selben Zeitraum die italienische Staatsbürgerschaft erlangt haben, dann ergibt sich eine von den Einbürgerungen bereinigte Veränderung von plus 3146 (+10,4%). Rechnet man den zusätzlichen Bedarf des Arbeitsmarktes mit, so mussten von außerhalb Südtirols zusätzlich zu den 2560 auch noch 1850 Arbeitskräfte von anderen italienischen Provinzen "geholt" werden. Das sind 4410 der insgesamt 7210 neuen Arbeitsstellen.

Auf den Arbeitsmarkt schlage sich auch der demographische Wandel nieder: "Bereits im dritten Jahr in Folge überschreitet die Zunahme der über 50-Jährigen die viertausend Einheiten", macht Landesrätin Stocker deutlich und betont, wie sehr man auch künftig auf Arbeitskräfte aus dem Ausland setzten müsse. 

Stefan Luther, geschäftsführender Direktor der Landesabteilung Arbeit, wies auf einige Wermutstropfen in der in vielen Punkten so glänzenden Statistik hin. So ging er auf das große Gefälle im Stiefelstaat ein, in dem es, wie in keinem anderen Europäischen Land, so große Unterschiede zwischen hohen und niedrigen Beschäftigungszahlen gebe. Dabei stehe Südtirol in Italien wie ein Flaggschiff an vorderster Front und könne sich bei einer Beschäftigungsquote von über 75 Prozent gut mit anderen Ländern aus Nord- und Mitteleuropa messen. Weitere, von Abteilungsdirektor Luther veranschaulichte Grafiken zeigen ein deutliches Wachstum der Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe in Südtirol seit 2016, das Wachstum der Beschäftigten und der geleisteten Arbeitsstunden in der Bauwirtschaft durch den Brennerbasistunnel und die Entwicklung der Beschäftigten im Gastgewerbe mit den damit verbundenen Touristenzahlen in der Sommersaison.

Eine weitere erfreuliche Tendenz ist die abnehmende Zahl von Langzeitarbeitslosen: "Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen, die von Mai bis Oktober 2018 in den Listen der Arbeitsvermittlungszentren eingetragen waren, lag bei 11.821 Personen, 1012 (+9,4%) mehr im Vergleich zum Vorjahr. Nur 4805 von ihnen sind wirklich auf Arbeitssuche und können sofort vermittelt werden ("Job-ready"), fast genau so viele wie zwölf Monate zuvor (-25; -0,5%) . Die Zahl der Langzeiteingetragenen betrug durchschnittlich 910. Im Vergleich zum Vorjahr sind das -278 (-23,4%) weniger.

gzp

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