Den Zusammenhang von Erwerbstätigkeit und Geburten beleuchtet nun erstmals die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Arbeitsmarkt News“, der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt News zu Erwerbstätigkeit und Geburten

2017 bekamen Südtirols Frauen auf gesamtstaatlicher Ebene die meisten Kinder. Für den Zuwachs sorgten dabei vor allem im öffentlichen Sektor tätige Frauen.

- Italienweit verzeichnet Südtirol die höchste Gesamtfruchtbarkeitsziffer. Im Vorjahr 2017 wurde ein Durchschnitt von 1,72 Kinder je Frau berechnet. Inwieweit die Geburtenrate aber auch mit der Erwerbstätigkeit der Frau zusammenhängt, macht die neueste Ausgabe des Informationsblattes der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt, Arbeitsmarkt News, deutlich. In dieser Studie wird auch die Frage beleuchtet, ob Frauen im öffentlichen Dienst mehr Kinder bekommen als im Privatsektor. Die Antwort lautet ja. Denn: Unter gleichen Bedingungen liegt die Fruchtbarkeitsrate der Frauen im öffentlichen Sektor deutlich höher, als jene von Frauen, die im Privatsektor angestellt sind. Dabei lassen sich auch Unterschiede zwischen unbefristeten Angestelltenverhältnis und selbstständig erwerbstätigen Frauen feststellen, wobei erstere erheblich mehr Kinder bekommen.

Höhere Fruchtbarkeitsrate bei unbefristeten Arbeitsverträgen
Festgestellt wurde überdies ein Stadt-Land-Gefälle. Das heißt, öffentlich Bedienstete aus ländlichen Gemeinden bekommen im Durchschnitt mehr Kinder als im öffentlichen Sektor angestellte Frauen aus der Stadt. Die Studie macht außerdem deutlich, dass Frauen nicht generell gezielt in den öffentlichen Dienst wechseln, um Kinder zu bekommen. Vielmehr wird die Fruchtbarkeitsziffer von anderen Faktoren beeinflusst. So scheint ein sehr enger Zusammenhang zwischen vertraglicher Sicherheit und Anzahl der Kinder zu bestehen. Frauen mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen deutlich mehr Kinder, als jene mit einem befristeten Arbeitsvertrag.

Niedirigere Geburtenraten bei berufstätigen Ausländerinnen 
Weiters ist festzustellen, dass Frauen in Angestelltenberufen mehr Kinder als Frauen in Arbeiterberufen bekommen, was auf das höhere Einkommen und oder die besseren Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückzuführen sein könnte. Die Zahlen zeigen außerdem, dass Ausländerinnen deutlich mehr Kinder im Durchschnitt bekommen als Inländerinnen. Sind die Ausländerinnen jedoch einmal beschäftigt, zeigen diese keinen wesentlichen Unterschied mehr zu den inländischen Frauen auf. Beide bekommen nahezu gleich viel Kinder. 

gzp

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