Der Südtiroler Ernährungsrat tischt auf

Ein Stammtisch für eine zukunftsfähige Ernährung in Südtirol 

- Am heutigen Vormittag (3. April 2019) trat der Südtiroler Ernährungsrat an die Öffentlichkeit und tischte im Pressesaal des Landhaus 1 in Bozen seine Werte auf. Die ersten Projekte des Rates zu den Schwerpunkten Gemeinschaftsverpflegung sowie Gesundheit, Genuss und Esskultur werden heuer durchgeführt.

Gemeinschaft, Genuss, Gerechtigkeit, Gesundheit, Mitbestimmung, Nachhaltigkeit, Transparenz, Umweltschutz, Verantwortung und Vielfalt: diese zehn Werte wurden heute Vormittag auf einer schön gedeckten Tafel im Pressesaal des Landhauses von den Mitgliedern des Südtiroler Ernährungsrates serviert – denn an diesen Werten richtet der Ernährungsrat sein Tun aus.

„Der Südtiroler Ernährungsrat möchte auf dem Weg zu einem dauerhaft stabilen, gerechten und zukunftsfähigen Südtiroler Ernährungssystem unterstützend tätig sein“, erklärt Christian Fischer, Sprecher des Ernährungsrates. „Eine unserer Hauptaufgaben sehen wir darin, Bewusstseinsbildung zu aktuellen und relevanten Themen der Ernährung, Lebensmittelversorgung und Esskultur zu fördern.“

Ernährungsräte (englisch: Food Policy Councils) haben zum Ziel, die Ernährungspolitik auf lokaler Ebene, meist in Gemeinden oder Städten, mitzugestalten. Ausgehend von Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee, wo 1982 der allererste Ernährungsrat gegründet wurde, erreichte die Bewegung in Europa zunächst England und in den letzten Jahren auch den deutschsprachigen Raum. Meilensteine waren 2016 die Gründungen der Ernährungsräte in Köln und in Berlin.

Im Oktober 2017 war es nach rund einjähriger Vorbereitung auch in Südtirol soweit: am Welternährungstag, dem 16. Oktober, wurde in Meran der Südtiroler Ernährungsrat als zivilgesellschaftliches Gremium aus der Taufe gehoben. Die 16 Mitglieder stammen aus verschiedensten Bereichen entlang des Ernährungssystems – aus Bildung, Forschung, Gastronomie, Landwirtschaft, Vermarktung, Genossenschaftswesen, Ernährungsberatung, Kommunikation und NGO – und bringen verschiedene Fachkompetenzen und Erfahrungen sowie unterschiedliche Sichtweisen mit ein. Sie treffen sich regelmäßig im Plenum zum „Stammtisch“ und in themenbezogenen Arbeitsgruppen.

In den vergangenen Monaten erfolgte die Arbeit des Südtiroler Ernährungsrates eher im Hintergrund: es wurden der Wertekatalog und inhaltliche Standpunkte ausgearbeitet, zwei thematische Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, Kontakt zu anderen Ernährungsräten aufgenommen, eine Internetseite eingerichtet (www.ernaehrungsrat.it) und die ersten konkreten Projekte geplant und vorbereitet.

Schwerpunkte für das Jahr 2019sind die Gemeinschaftsverpflegung sowie Gesundheit, Genuss und Esskultur. Das erste Projekt des Ernährungsrates ist ein kreativer Rezeptwettbewerb. „Auf diesem Weg suchen wir das Südtiroler Hülsenfrüchtegericht des Jahres“, kündigt Silke Raffeiner, Sprecherin des Ernährungsrates, an, „und möchten die Bevölkerung dazu anregen, öfter Hülsenfrüchte zu essen. Linsen, Bohnen und Erbsen sind nämlich nicht nur wertvolle Proteinlieferanten und folglich gut für die Gesundheit, sondern ihr Anbau ist zugleich gut für die Umwelt und das Klima.“
Alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren sind eingeladen, ab sofort ihre praxiserprobten Hülsenfrüchte-Rezepte einzusenden. Monatlich wird das beste Rezept des Monats ausgewählt und veröffentlicht, im Dezember 2019 wird das Hülsenfrüchtegericht des Jahres gekürt.

Südtiroler Ernährungsrats

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