Die Euregio-Länder Tirol-Südtirol-Trentino verzeichnen 2020 starken BIP-Rückgang

Die Covid-19-Pandemie hatte 2020 stärkere negative Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt der Euregio-Länder Tirol, Südtirol und Trentino als auf jenes in Italien, in Österreich oder auch im EU-Durchschnitt.

- Die Wachstumsprognosen der Europäischen Kommission lassen für das Jahr 2021 aber wieder eine etwas optimistischere Entwicklung erwarten.
Die Europäische Kommission geht für 2020 von einem Rückgang von 8,8 Prozent des italienischen und 7,4 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Die Euregio-Länder Tirol, Südtirol und Trentino scheinen allerdings noch stärker von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen zu sein. Demnach sind die Südtiroler und Tiroler Wirtschaft 2020 um jeweils 10 Prozentpunkte geschrumpft, wohingegen das Trentino einen Einbruch des BIP im Ausmaß von 10,2 bis 11,6 Prozent erlebt hat. Die Wirtschaftsentwicklung in der Euregio war somit deutlich schlechter als die Werte für Italien und Österreich insgesamt. Einer der Gründe dafür liegt in der großen Bedeutung des Tourismus, der wegen der Covid-19-Pandemie und den dadurch ausgelösten strengen Reisebeschränkungen zeitweise fast vollständig zum Erliegen gekommen ist. Die Verluste der Tourismusbranche haben sich auch auf andere, eng verbundene Sektoren ausgewirkt. So waren z. B auch der Einzelhandel oder das Transportgewerbe stark von Verlusten geprägt.
Der aktuelle Lockdown geht nun wieder mit einer erheblichen Bremsung der wirtschaftlichen Tätigkeit – insbesondere im Gastgewerbe und im Einzelhandel – einher. Dennoch sind die Prognosen der Europäischen Kommission für das Jahr 2021 optimistischer: Auf EU-Ebene wird mit einem BIP-Wachstum von 3,7 Prozent gerechnet. In Italien und Deutschland fällt der Aufschwung mit einem Plus von 3,4 Prozent bzw. von 3,2 Prozent hingegen etwas bescheidener aus. Die Erholung der österreichischen Wirtschaft liegt mit einem geschätzten Zuwachs von 2 Prozent deutlich unter ihren Nachbarländern und dem EU-Schnitt. Allerdings wird das erwartete Wachstum für 2021 die Verluste des vergangenen Jahres in keinem dieser Länder wettmachen können.
„Es müssen nun alle Anstrengungen unternommen werden, um den Weg zu einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit beschreiten zu können. Dazu ist es unter anderem wichtig, sich die nötigen Impfdosen für die gesamte Bevölkerung zu sichern“, merkt Handelskammerpräsident Michl Ebner an.
Anfang März wird das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen seine neuen Prognosen für das BIP-Wachstum 2021 in Südtirol veröffentlichen.

Handelskammer Bozen

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