Elektrosmog im Haushalt: Besser WLAN- anstatt Mobilfunknetz

Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz empfiehlt, wann immer möglich, sowohl zuhause als auch unterwegs WLAN-Netze anstatt Mobilfunk-Netze zu nutzen.

- "Bei Elektrosmog denken die meisten an Mobilfunkumsetzer oder Hochspannungsleitungen. Die wichtigsten Belastungsquellen lauern aber meist in den Wohnungen selbst", erklärt Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Nicht jeder ist sich bewusst, dass überall dort, wo Strom fließt, auch eine elektromagnetische Strahlungerzeugt wird. Dies betrifft alle Elektrogeräte, vom Rasierapparat bis zum Föhn, von der Mikrowelle bis zum Induktionsherd. Aber auch Übertragungsgeräte, Fernsteuerungen, kabellose Telefone und WLAN-Modems erzeugen hochfrequente elektromagnetische Felder.

WLAN-Netz oder Mobilfunknetz?
Um dieser Strahlung in den eigenen vier Wänden nicht dauerhaft ausgesetzt zu sein und auch andere so wenig wie möglich zu belasten, gelte es, so Verdi, ein paar einfache Regeln zu berücksichtigen. "Wir empfehlen bei der Internetnutzung wann immer möglich WLAN-Netze zu verwenden und nicht vom Mobilfunknetz Gebrauch zu machen", betont Luca Verdi. Die knapp 0,1 Watt Leistung der WLAN-Verbindung liegt weit unter der bis zu 3000 Watt starken Strahlungsleistung der Mobiltelenfonnetze. "Das Mobilfunknetz anstelle des WLAN-Netzes zu nutzen, wäre wie wenn man beim Lesen eines Buches das Licht einer Straßenlaterne anstelle einer Schreibtischlampe verwenden würde", veranschaulicht Luca Verdi. 
Die Vorteile der WLAN-Technologie liegen auf der Hand: Der Nutzer hat zumindest dieselbe, in den meisten Fällen aber eine bessere Netzqualität. Gleichzeitig kann er einen Beitrag dazu leisten, die Strahlenbelastung gering zu halten: Sei es dadurch, dass die von dieser Nutzung ausgehende Strahlungsmenge deutlich geringer ist, sei es dadurch, dass der Bedarf für den Ausbau und damit für eine weitere Leistungserhöhung des Mobilfunknetzes gering bleibt.
Die Übertragungsleistung der WLAN-Netze ist weitaus geringer als jene der Mobilfunknetze. Zudem geht es nur um den Zeitraum der effektiven Datenübertragung. Bereits ab einem Meter Entfernung vom WLAN-Modem nimmt die Strahlung stark ab. Um die Belastung in den eigenen vier Wänden zu verringern, genügt es, diese Geräte in einigen Metern Entfernung bzw. in Räumen zu platzieren, in denen man sich nicht lange aufhält. "Wer diese wenigen und einfachen Vorkehrungen trifft, kann die Strahlung elektromagnetischer Felder zuhause auf ein Minimum reduzieren", resümiert Amtsdirektor Luca Verdi.
Viele Menschen sind besorgt, weil auf ihrem Mobiltelefon oft auch die WLAN-Netze der Nachbarn angezeigt werden und sie so eine höhere Strahlenbelastung fürchten. "Der Grund dafür ist, dass die Mobiltelefone extrem sensibel auf die WLAN-Signale sind: Der Beitrag der WLAN-Netze unserer Nachbarn zur gesamten elektromagnetischen Belastung ist vernachlässigbar", erklärt der Experte der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. "Zudem listet das Mobiltelefon auch Netze auf, mit denen wir uns in der Vergangenheit verbunden haben, auch wenn sie aktuell nicht mehr in Reichweite sind. Auch das kann zusätzliche Verwirrung schaffen." 
Die intelligente Nutzung von WLAN-Netzen ist ein zentrales Thema der Sensibilisierungskampagne zum bewussten Umgang mit Mobiltelefonen, die die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz gemeinsam mit der Agentur für Presse und Kommunikation des Landes sowie verschiedenen Landesabteilungen (Gesundheit, Schulämter, Informatik, Mobilität und Zivilschutz) ab Februar dieses Jahres umsetzen wird.
Weitere Informationen zum Thema elektromagnetische Strahlung sind auf der Homepage der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz zu finden, das Video "WLAN: Elektromagnetische Felder im Haushalt" kann auf Youtube heruntergeladen werden.

mpi

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