Maria Faust „Sacrum Facere“ beim Konzert im Steinbruch Lieg in Kastelruth (Foto: Günther Pichler)

„Erlebnisse wie nirgends sonst“

Veranstalter, die Scouts schicken, um nach Talenten zu suchen, ein Publikum, das zu den verrücktesten Spielorten im ganzen Land strömt und herausragende Musik: Das Südtirol Jazzfestival 2018 hat den großen Erfolg des Vorjahres deutlich übertroffen.

- Das Südtirol Jazzfestival 2018 endete am Sonntag und hat seine Position als „Paradiesvogel“ in der europäischen Musiklandschaft wieder einmal bestätigt. Neues Hören. Mit Fernsicht: „Man kann bei diesem Festival Erlebnisse haben wie nirgends sonst. Und schon das ist vorzüglich. Aber zugleich ist dieses Programm eben nicht einfach nur ein Listening- und Sightseeing-Angebot, sondern auch eines zum Entdecken und Tiefer-Eintauchen“, berichtete der Musikjournalist Roland Spiegel auf BR-Klassik über die diesjährige Festivalausgabe. 
Intendant Klaus Widmann habe „wie so oft eine Liste von Bands zusammengestellt, von denen auch regelmäßige Beobachter des aktuellen Jazzgeschehens so manche noch nicht kennen. Und er traf damit wieder ins Schwarze“. Die in Europa einmalige Verbindung von innovativer Musik und ungewöhnlichen Spielorten, die auch schon mal auf über 2.000 Höhenmetern liegen, überzeugte an den zehn Festivaltagen auch das Publikum. Klaus Widmann: „Noch nie zuvor sind so viele Besucherinnen und Besucher aller Altersklassen gekommen, dabei auch viele Jazzfans aus dem Ausland, auffallend ist die Zunahme des jungen Publikums. Unter den Besuchern befanden sich zahlreiche Veranstalter internationaler Festivals, die sich in Südtirol neue Ideen für ihre eigenen Veranstaltungen abholen. Insgesamt waren an die 40 Fachteilnehmer aus der ganzen Welt vor Ort. Kein Wunder: Als Musikwerkstatt folgt das Südtirol Jazzfestival keinen „Moden“, sondern setzt selbst Trends. So ist das Festival auch ein Schaufenster, in dem sich die „Stars von Morgen“ gerne präsentieren.
Über 150 Musikerinnen und Musiker hatte das Festival zu 55 Konzerten eingeladen. Mainstream? Bitte nicht. Grenzen? Nein danke! So zeichnete sich das diesjährige Festival mit dem Fokus auf die nordischen Länder Europas durch eine besondere musikalische Vielfalt aus, mit Einflüssen aus der elektronischen Musik, dem Singer-Songwriting, der Folkmusik, dem Postrock, Ambient und auch gänzlich experimenteller Musik. Viele Konzerte waren Erstaufführungen, es entstanden neue Projekte und zahlreiche neue Kontakte von Musikern/innen untereinander.
Wer wissen will, was im zeitgenössischen Jazz gerade entsteht, muss nach Südtirol kommen. Dabei stellte das Südtirol Jazzfestival auch in diesem Jahr einheimische Talente vor und ließ diese mit „Gästen“ aus Nordeuropa musizieren. Das mit jungen Musikerinnen und Musikern aus Südtirol, Tirol und dem Trentino besetzte Euregio Collective trat an sechs Spielorten auf und gestaltete unter anderem das Eröffnungskonzert des Festivals in der TopHaus AG. Dazu Roland Spiegel: „Ein Projekt, das ein schönes und musikalisch fröhlich-facettenreiches Statement setzt gegen die neue Lust zur besonders scharfen Grenzziehung, die bei Politikern ganz unterschiedlicher Herkunft aktuell grassiert“. Übrigens: Nach dem Festival ist immer auch vor dem Festival. Das Südtirol Jazzfestival 2019 beginnt am 28. Juni. Deshalb: Save the date!

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