Ersetzungsantrag zu den Beschlussanträgen Nr. 156/19 und Nr. 158/19

Erste Hilfe im Schulunterricht

- Bei Not- und Unfällen sind Erste-Hilfe-Maßnahmen und Maßnahmen zur Wiederbelebung unerlässlich, um Menschenleben zu retten. Hierzu bedarf es des Wissens zur Durchführung der entsprechenden Schritte von den Reanimationsmaßnahmen bis hin zur Kenntnis, welcher Informationsaustausch beim Anruf bei der Notfallnummer wichtig ist. Es muss das Ziel sein, die Kinder und Jugendlichen mit den Inhalten während der Schulzeit Schritt für Schritt vertraut zu machen, damit eine Basis geschaffen wird, auf der im späteren Leben aufgebaut werden kann. Die Kenntnisse müssen in Zusammenarbeit mit dem Fachpersonal an den Schulen vermittelt werden, sodass die Wichtigkeit der lebensrettenden Maßnahmen unterstrichen wird.

Landesweit werden in letzter Zeit vermehrt AED-Säulen (halbautomatische Defibrillatoren) aufgestellt. Es muss allerdings unterstrichen werden, dass es dafür einer eigenen Ausbildung bedarf und dass die Einsetzung des halbautomatischen Defibrillators (AED) ohne die Durchführung einer korrekten Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht ausreicht. Diese könnte eben problemlos in den Schulen erlernt werden. Dazu gehört das Erkennen einer Bewusstlosigkeit und/oder eines Atemstillstandes.

Für Südtirols Schulen gibt es keine Verpflichtung Erste-Hilfe-Kurse anzubieten. Im Rahmen der Schulautonomie, bieten aber schon mehrere Schulen entsprechende Kurse an. So gibt es im Schulverbund Pustertal zum Beispiel das Projekt „Helfmo mitnondo“. Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche, aber auch die Erwachsenen, für den wichtigen Bereich der kompetenten Ersten Hilfe zu sensibilisieren und alle mit den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut zu machen. In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Jugendrotkreuz Osttirol, dem Roten Kreuz Osttirol und dem Weißen Kreuz Südtirol sollten Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrpersonen und Schulführungskräfte, eine Basisausbildung im Ersthelfen erhalten. Durch eine konsequente Schulung in Theorie und Praxis sollten sie sich entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen, um in eventuellen Notfällen kompetent agieren und helfen zu können.

Die Schule als Ort der Wissensvermittlung böte den Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Ausgangspunkt, um sich mit den Maßnahmen der Ersten-Hilfe und der Wiederbelebung vertraut zu machen.

Deshalb  b e s c h l i e ß t der Südtiroler Landtag die Landesregierung damit zu beauftragen,

  1. eine Erhebung durchzuführen, ab welcher Schulstufe ein verpflichtender „Erste-Hilfe-Kurs“ eingeführt werden könnte und in welchen Intervallen die Kenntnisse zu den Wiederbelebungsmaßnahmen im Schulunterricht aufgefrischt werden müssen;
  2. Ressourcen für das Angebot bereitzustellen, damit eine Umsetzung an Erste-Hilfe-Kursen an den Schulen garantiert ist;
  3. nach Durchführung der Erhebung werden in den in Frage kommenden Schulstufen „Erste-Hilfe-Kurse“ für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Unterrichts angeboten; Die verpflichtende Teilnahme an den Erste-Hilfe-Kursen ab einer zu definierenden Schulstufe wird geprüft;
  4. Schulen verstärkt für Aus-/Weiterbildungen - auch schulübergreifender Projekte im Bereich „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ zu sensibilisieren;
  5. das Netzwerk an möglichen Anbietern und Ausbildner/innen von Erste-Hilfe-Kursen in allen Landesteilen auszubauen;
  6. Lehrkräfte und Schulführungskräfte werden regelmäßig im Bereich „Erste-Hilfe“ aus- und weitergebildet;
  7. schulübergreifende Projekte im Bereich „Erste-Hilfe“ werden verstärkt gefördert;
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