Facharztausbildung nach österreichischen Modell startet in Kürze

Rechtssicherheit für Auszubildende ist garantiert. Mit einem Auswahlverfahren werden die Ausbildungsplätze in drei medizinischen Fachbereichen vergeben.

- "Die Wiederaufnahme der Facharztausbildung nach österreichischem Modell in unseren Krankenhausabteilungen ist eine bedeutende, zukunftsweisende Errungenschaft, die eine qualitativ hochwertige und praxisnahe Ausbildung unserer Jungärztinnen und Jungärzte unter sicheren Rahmenbedingungen garantiert. Das ist ein wichtiger Grundstein für die Zukunftssicherung, die Überwindung der Grenzen dabei die Erfüllung meines Herzensanliegens", betonte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker, die sich bereits seit Langem auf allen Ebenen für dieses Anliegen eingesetzt hat. Bei einer Tagung haben sich heute (8. Jänner) interessierte Primare und künftige Tutoren über Inhalte und Abläufe der Facharztausbildung nach österreichischem Modell informiert. Die gesetzlichen und arbeitsrechtlichen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme dieses Ausbildungsmodells wurden in den vergangenen Monaten erarbeitet. Heute wurde eine entsprechende gemeinsame Erklärung von Vertretern des Südtiroler Gesundheitswesens und der Österreichischen Ärztekammer unterzeichnet. Innerhalb Jänner wird der Südtiroler Sanitätsbetrieb das entsprechende Auswahlverfahren starten.
"Die grenzüberschreitende Facharztausbildung erfolgt im europäischen Geist, vereint sie doch zwei unterschiedliche Modelle, um unsere künftigen Fachmediziner bestmöglich auszubilden und damit Südtirols Gesundheitswesen langfristig personell zu stärken", betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher, der gemeinsam mit Landesrätin Martha Stocker, dem Generaldirektor des Sanitätsbetriebes Florian Zerzer und der Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer Monica Oberrauch für die Südtiroler Seite die gemeinsame Erklärung heute im Krankenhaus Bozen unterzeichnet hat. Die Wiederaufnahme habe gar einige Widerstände und Hürden überwinden müssen, könne aber – auch dank des Einsatzes des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz – nun umgesetzt werden und führe damit unterschiedliche Erfahrungswerte und Kulturen zu einem qualitativ hochwertigen Ausbildungsmodell für Südtirols Jungärztinnen und Jungärzte zusammen, hob der Landeshauptmann hervor. Für die österreichische Seite hatten der Präsident der Österreichischen Ärztekammer Thomas Szekeres, der Präsident der Tiroler Ärztekammer Artur Wechselberger und der Österreichische Ärztekammeramtsdirektor Johannes Zahrl, der heute stellvertretend für Szekeres und Wechselberger in Bozen anwesend war, die Erklärung unterzeichnet.

Drei Fachrichtungen starten in Kürze, weitere folgen
Die Ausbildungen in den Bereichen Orthopädie/Traumatologie, Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie können damit voraussichtlich in wenigen Monaten in den akkreditierten Abteilungen der Südtiroler Krankenhäuser beginnen. Bis Ende Jänner 2019 soll das entsprechende Auswahlverfahren durch den Sanitätsbetrieb abgeschlossen werden, bisher gab es dafür bereits zahlreiche Bewerbungen in allen drei Fachbereichen. Auf Anfrage des Sanitätsbetriebes sollen die Ausbildungsplätze in absehbarer Zeit auch auf weitere Bereiche ausgebaut werden, Gespräche diesbezüglich laufen bereits für die Fachrichtungen Pädiatrie, Psychiatrie und Urologie. Dafür bedarf es noch der positiven Bewertung der Ausbildungscurricula durch die Österreichische Ärztekammer. Die Facharztausbildung nach österreichischem Modell erfolgt in einem gesetzlichen Rahmen, der vom italienischen Gesundheitsministerium aufgrund einer Verbalnote zwischen Österreich und Italien anerkannt wird. Insgesamt 80 der 107 Abteilungen der Südtiroler Krankenhäuser wurden vom zuständigen Ministerium in Rom bereits für diese Ausbildung akkreditiert. Diese war eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Anerkennung der Facharztausbildung vonseiten der Österreichischen Ärztekammer.

Rechtssicherheit für Jungärzte, Ausbildungsmodell mit Vorbildcharakter
Landeshauptmann Arno Kompatscher betonte im Rahmen der heutigen Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung, dass diese Vereinbarung eine wichtige Basis für das Südtirols Gesundheitswesen sei. Es gehe darum ein attraktives Ausbildungs- und Arbeitsumfeld für spezialisierte Jungärztinnen und Jungärzte schaffen, um die Versorgung mit ärztlichem Personal selbstständig garantieren und absichern zu können, sagte der Landeshauptmann. Auch Gesundheitslandesrätin Martha Stocker hob hervor: "Wir stellen hiermit die Weichen für ein Ausbildungsmodell mit Vorbildcharakter für ganz Europa. Die intensiven Verhandlungen, die wir gemeinsam mit Landeshauptmann Kompatscher in den vergangenen Jahren und Monaten mit dem italienischen Gesundheits- und dem Bildungsministerium, mit dem österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, mit der Österreichischen und der Südtiroler Ärztekammer sowie mit den Vertretungen der Südtiroler Primare geführt haben, haben sich gelohnt. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Beteiligten, die einen Beitrag zu dieser wichtigen Errungenschaft geleistet haben", sagte Landesrätin Stocker.
Ähnlich zufrieden zeigt sich auch der Direktor der Österreichischen Ärztekammer Johannes Zahrl. "Durch dieses Übereinkommen wird garantiert, dass unsere praxisorientierte Ausbildung auch in Südtirol erfolgen kann und damit eine Anbindung zwischen Österreich und Südtirol ermöglicht. Wir haben uns dafür intensiv und eingängig sowohl in rechtlicher, als auch in medizinischer und ausbildungstechnischer Hinsicht ausgetauscht und ein Modell erarbeitet, das auch für andere europäische Regionen von Interesse sein kann", so Zahrl heute in Bozen. Auch die Vertreter des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Generaldirektor Florian Zerzer und Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler sowie der Vorsitzende der Südtiroler Primarsvereinigung Guido Mazzoleni und die Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer Monica Oberrauch äußerten ihre Genugtuung über die Wiederaufnahme des österreichischen Ausbildungsmodelles für Fachärzte in Südtirol.

LPA

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