Fehlzeiten zeigen mehr an als den Krankenstand

Im Vergleich der Länder und Branchen fallen krankheitsbedingte Fehlzeiten in der Arbeit unterschiedlich aus. 53% der Südtiroler Erwerbstätigen haben keinen einzigen krankheitsbedingten Fehltag im Jahr – in Italien sind es 49%, in Österreich 48% und in Deutschland 42% der Beschäftigten. 

- „Im Sinne der Gesundheitsförderung für alle Mitarbeiter und der Arbeitseingliederung von chronisch Kranken sind Fehlzeiten ein aussagekräftiger Indikator für die Qualität der Arbeit“, sagt AFI-Präsidentin Christine Pichler.
Bedeutsame Unterschiede gibt es in den einzelnen Wirtschaftszweigen Südtirols: Im Gastgewerbe haben fast drei Viertel der Beschäftigten keinen einzigen Fehltag angegeben (74%), in der Landwirtschaft 71% und im Transport 67%. Im Bildungswesen haben nur mehr 35% der Beschäftigten in den 12 Monaten vor der Befragung krankheitsbedingt nie gefehlt. Die Öffentliche Verwaltung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen verzeichnen vergleichsweise hohe Fehlzeiten. 8% der Fehltage wegen Krankheit gehen auf Arbeitsunfälle zurück - ein im gesamtstaatlichen und internationalen Vergleich hoher Wert.
Bei den längeren Krankenständen sind im Europavergleich Österreich und Deutschland führend. Dort ist rund ein Fünftel der Beschäftigten elf Tage und länger pro Jahr krankheitsbedingt abwesend, während es in Südtirol nur 12% in dieser Kategorie sind. 50% der Beschäftigten in Südtirol sind maximal 5 Arbeitstage im Jahr im Krankenstand. Allgemein geben die mitteleuropäischen und skandinavischen Staaten mehr Fehltage an als Staaten, deren Sozialsystem nicht im selben Maße ausgebaut ist.
51% der Beschäftigten in Südtirol, die eigentlich krank sind, arbeiten trotzdem („Präsentismus“) – dies ist ein Spitzenwert in der Vergleichsgruppe. 16% der Erwerbstätigen haben sogar sechs Monate und länger andauernde Beschwerden, arbeiten aber normal weiter. 8% der Fehltage wegen Krankheit gehen auf Arbeitsunfälle zurück - ein im gesamtstaatlichen und internationalen Vergleich hoher Wert.

AFI

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