Glücksspiel in den Gemeinden immer noch weit verbreitet

Das Forum Prävention hat in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Gemeindenverband eine Umfrage über die Entwicklung des Glücksspiels in den letzten fünf Jahren durchgeführt. 

- Ziel der Studie war es, die von den Gemeinden getroffenen Maßnahmen zur Reduzierung des Glücksspielangebots zu erheben und festzustellen, in wie vielen Gemeinden das Verbot von Spielautomaten im Umkreis von 300 Metern um sensible Orte angewendet wird. Darüber hinaus sollten die Schwierigkeiten und Zweifel, die die Gemeinden bei der Durchsetzung dieses Landesgesetzes festgestellt haben, sowie ihre Einschätzung zur Wirksamkeit der gesetzgeberischen Maßnahmen ermittelt werden. Ein weiteres Ziel war es, weitere Bedürfnisse und Vorschläge zu sammeln und die in den verschiedenen Gemeinden durchgeführten Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen zu ermitteln. 

99 Gemeinden nahmen an der Erhebung teil. In 89 Orten gibt es insgesamt 714 Spieleautomaten. 40 % der Gemeinden haben mindestens einen Spieleautomaten erhoben, während 59 Gemeinden angeben, keine Spieleautomaten auf ihrem Gebiert zu haben. In den fünf Jahren seit der letzten Umfrage im Jahr 2014 ist die Zahl der Verkaufsstellen, die Rubbellose verkaufen, von 154 im Jahr 2014 auf 168 im Jahr 2019 angestiegen. 

Was die Anwendung des Gesetzes zur 300-m-Regelung anbelangt, so wurden nur in 37 von 99 Gemeinden die Spieleautomaten entfernt. Nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit der Gemeinden sind die Bestimmungen geeignet, um das Glücksspiel zu reduzieren, nach Ansicht von 8 Gemeinden sind diese Maßnahmen sogar sehr geeignet. 16 Gemeinden waren nicht in der Lage, dieses Gesetz zu beurteilen, und 12 Gemeinden erschien dieses Gesetz als nicht ausreichend. 

Die Gemeinden betonten, dass für ein wirklich wirksames Vorgehen ein nationales, klares, unanfechtbares und unverzüglich umsetzbares Gesetz erforderlich wäre, um das Glücksspiel wirksam einzuschränken. 

Inhaltlich sind es vor allem die rechtlichen Aspekte, die in den Gemeindebehörden für erhebliche Unsicherheit sorgen. Hier besteht ein relativ hoher Informationsbedarf. 

Ein weiteres Thema, das aus der Befragung hervorging, ist die Besorgnis der Gemeindeverwaltungen über die Verbreitung von Online-Glücksspielen. Besonders in dieser Zeit des Covid-Lockdowns, in der die „physischen“ Spielmöglichkeiten verhindert wurden, sind viele Spieler auf das Internet umgestiegen, zumal sie mehr Freizeit hatten, zu Hause bleiben und teilweise in sozialer Isolation leben mussten. Diesbezügliche Umfragen zeigen, dass beispielsweise Poker in seiner Turnierversion im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg von +123% verzeichnet hat (von 7,2 Millionen auf 16,1 Millionen). Die Ausgaben für Online-Kasinos beliefen sich im März 2020 auf 94 Millionen, verglichen mit 72,6 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was einem Anstieg von +29,5% entspricht (Quelle: AGIMEG). 

Auf dieser Website finden Spieler*innen nützliche Hinweise, um die Kontrolle über das Glücksspiel zu behalten und um die Risiken eines problematischen Umgangs zu verringern. 

Weitere Einzelheiten und Informationen über Gewinnchancen, Online-Glücksspiele, Risiken und Sucht finden Sie auf den Websites www.re-start.it und www.aktion-spielsucht.it . Auf diesen Seiten finden Sie auch hilfreiche Adressen und die Grüne Nummer 800720762 für Informationen, Beratung oder Hilfe beim problematischen Umgang mit Glücksspiel. 

Die vollständige Erhebung befindet sich hier. 

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