Historegio

Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den drei Euregio-Universitäten in der Erforschung der Regionalgeschichte und die Förderung junger Historikerinnen und Historiker aus dem Gebiet der Euregio: Das ist das Ziel des Projektes Historegio, das von den Universitäten Bozen, Trient und Innsbruck gemeinsam getragen wird.

- Historegio ist ein historisches Forschungs- und Vermittlungsprojekt, das von den drei Euregio-Universitäten (Bozen, Innsbruck, Trento) und der Euregio Tirol Südtirol Trentino gemeinschaftlich betrieben wird. Als Koordinator fungiert das Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen. „Unser Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte hat sich in kurzer Zeit als wichtiges Forschungszentrum etabliert, vor allem in Bezug auf die Thematik des ersten Weltkrieges in unserer Region“, so Präsident Prof. Konrad Bergmeister. „Dieses Gemeinschaftsprojekt möchte die regionalgeschichtliche Forschung der drei Universitäten aufwerten und auf eine kooperative Grundlage stellen.“

 Als eine Art mehrsprachiges und grenzüberschreitendes universitäres Modellprojekt soll das Projekt Historegio die regionalgeschichtliche Forschung im Euregio-Raum intensivieren und im mehrsprachigen und grenzüberschreitenden Kontext besser vernetzen. „Das Projekt verstärkt unser Zusammenarbeit mit Innsbruck und Trient und stärkt gleichsam unsere Verankerung im Territorium,“ unterstreicht Rektor Prof. Paolo Lugli. „In Zeiten, in denen regionale Konflikte ständig zunehmen, ist es umso wichtiger, aus der Geschickte zu lernen.“

 Im Rahmen des Projektes Historegio sollen vor allem junge Historikerinnen und Historiker gefördert und Forschungsprojekte zu zentralen Themen der Tiroler Regionalgeschichte durchgeführt werden. Im Zentrum steht ein Schwerpunkt, der sich mit Blick auf das Centenaire von 1918/19 mit der Geschichte des historischen Tirol in den entscheidenden Jahren zwischen Ende des Ersten Weltkrieges und der Annexion Südtirols beschäftigt. Aber auch andere, bisher wenig erforschte Themen sollen nun angegangen werden, etwa die Frage nach dem regionalen „Nationbuilding“, also den nationalen Gegensätzen im Raum Tirol im 19. und 20. Jh., und dem technologischen Fortschritt der letzten 200 Jahre und seinen Auswirkungen im Alpenraum.

 Neben der Forschungsförderung in einem interuniversitären und mehrsprachigen Kontext sollen die Initiativen von Historegio auch dazu beitragen, die Geschichtsvermittlung für ein breiteres, historisch interessiertes Publikum zu intensivieren. Zusätzlich zur Publikation der Forschungsergebnisse soll Regionalgeschichte auch über die sozialen Medien verschiedensten Bevölkerungsschichten nahegebracht werden. Ferner soll der interkulturelle Wissensaustausch durch die Übersetzung regionalgeschichtlicher Publikationen in die jeweils andere Sprache (Deutsch/Italienisch) gefördert werden, um die Bevölkerung der Euregio für die Themen der gemeinsamen Geschichte zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang sind darüber hinaus Vorträge und Geschichtsinitiativen in allen Teilen der Euregio geplant.

vic/12.10.2017

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