Online-Trading In einer Woche 600.000 Euro in den Sand gesetzt!

Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen mehren sich die Meldungen von VerbraucherInnen, die Ihre Ersparnisse verloren haben, nachdem sie glaubten, auf Online-Trading-Plattformen eine gute Investition getätigt zu haben: In einer einzigen Woche belaufen sich die dem EVZ gemeldeten Verluste auf 600.000 Euro!

- Täglich erreichen das Europäische Verbraucherzentrum Italien – Büro Bozen Meldungen über Online-Trading-Plattformen. Die meisten VerbraucherInnen berichten, dass sie auf ihrem Handy oder Festnetzanschluss einen Anruf erhalten haben: Die selbsternannten Berater versprachen den VerbraucherInnen sehr hohe Renditen für ihre Investitionen. Andere Betroffene wiederum erzählen, dass sie durch Werbung in den sozialen Netzwerken angelocktwurden.

Den betroffenen Personen wird vorgeschlagen, bei der Plattform ein Konto zu eröffnen. Der Verbraucher kann nun entscheiden, ob das Unternehmen das Geld für ihn oder er es selbst investiert – in letzterem Fall wird er anfangs Schritt für Schritt von einem Tutor begleitet.

Die VerbraucherInnen lassen sichüberreden: Entscheidend ist dabei das Argument, dass die Möglichkeit besteht, eine Probezeit zu nutzen, in welcher die anfänglich eingezahlten Beträge einige hundert Euro betragen. Diese Beträge werden in der Regel von der Kreditkarte abgebucht. Die auf dem Online-Trading-Konto verbuchten Gewinne steigen: In dieser Situation ist es für die selbsternannten Berater einfach, die VerbraucherInnen davon zu überzeugen, immer höhere Summen einzuzahlen, dieses Mal per Banküberweisung und auf ausländische Konten.

Verlangen die VerbraucherInnen jedoch, dass ihre Ersparnisse – wie auf dem Online-Trading-Konto angegeben – auf dem eigenen Bankkonto gutgeschrieben werden, werden sie zunächst darüber informiert, dass sie zusätzliche Beträge überweisen müssen, um nicht genauer spezifizierte Steuern zu zahlen. Danach erhält der Verbraucher keine Rückmeldung mehr auf die eigenen per E-Mail, über soziale Netzwerke übermittelten Nachrichten oder auf Anrufe an Nummern, die bis vor wenigen Tagen noch aktiv waren.

Mit diesen Erzählungen konfrontiert, konsultiert Rebecca Berto, Rechtsberaterin des EVZ, die Internetseite der italienischen Börsenaufsicht CONSOB (Commissione Nazionale per le Società e la Borsa) mit dem Ergebnis, dass die Unternehmen, welche die Trading-Online-Plattformen besitzen, von CONSOB bereits als nicht befugt gemeldet wurden, in Italien Ersparnisse zu sammeln. In einigen Fällen hatte die Börsenaufsicht auch Beschlüsse gefasst, in denen den Unternehmen auferlegt wurde, das missbräuchliche Sammelnvon Ersparnissen zu unterlassen.

„Wenn man die Beträge der Anfragen addiert, so haben die VerbraucherInnen innerhalb von nur einer Woche 600.000 Euro an Ersparnissen verloren“, berichtet Rebecca Berto vom EVZ. Die Banküberweisungen gingen ins Ausland nach Dubai, Belize oder Estland und die Chancen das Geld wieder zurückzubekommen, ist sehr gering: Banküberweisungen können nicht rückgängig gemacht werden und häufig berichten VerbraucherInnen, dass dasOnline-Trading-Konto geschlossen wurde. „Alles, was ich für diese Verbraucher tun konnte, war, ihnen zu raten, bei den Polizeibehörden Anzeige zu erstatten und zu versuchen, die durch die Kreditkarte getätigten Zahlungen zu stornieren. Jedoch sind Chargeback-Anträge nicht immer erfolgreich“, erklärt die Beraterin des EVZ abschließend.

Europäisches Verbraucherzentrum Italien - Büro Bozen

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