Wenn Mami oder Papi krank ist: auf der Suche nach neuer Sicherheit

Kampagne macht am Donnerstag, 6. Mai am Plawennplatz von Schlanders Halt.

- Eine schwere Krankheit belastet die gesamte Familie, ist mit Angst und Scham verbunden. Rollen verändern sich, im Familiensystem tun sich Lücken auf. Kinder leiden besonders darunter. Zum siebten Mal organisiert das Rittner Bildungszentrum Haus der Familie im Mai 2021 in Zusammenarbeit mit 25 Südtiroler Organisationen die Sensibilisierungskampagne MutterNacht. Dabei werden herausfordernde Themen rund um das Elternsein beleuchtet. Heuer geht es um den Umgang Erwachsener mit der eigenen Krankheit, um die Unterstützung der Partnerin oder des Partners, um die Reaktion der Kinder, um Chancen und Möglichkeiten. Die Aktionswoche besteht aus vier Teilen: einer Kunstinstallation in vier Südtiroler Ortschaften, einem digitalen Fachseminar mit international renommierten Referentinnen, einem Aktionstag und einem Buch mit 15 Geschichten von Betroffenen. Die Kampagne kommt am Donnerstag, 6. Mai mit einer Kunstinstallation auf den Plawennplatz nach Schlanders. Künstlerin Astrid Gärber hat einen 150 Quadratmeter großen begehbaren Irrgarten entwickelt. An drei Stationen erzählen Kinder von ihrem Umgang mit der Krankheit eines Elternteils. Der Irrgarten ist von 10 bis 15 Uhr frei zugänglich. Die Bevölkerung ist eingeladen, ihn alleine zu begehen und den Stimmen der Kinder zu lauschen. MitarbeiterInnen der Kampagne stehen für Fragen zur Verfügung. Finanziert und getragen wird die Sensibilisierungskampagne von der Familienagentur des Landes Südtirol.
Wird ein Elternteil krank, sind alle Familienmitglieder betroffen. Da sind nicht nur Schmerz, Angst und Ungewissheit zu bewältigen, da gilt es vor allem, entstehende Löcher im Alltag zu stopfen, neue Absprachen zu treffen, externe Hilfe zu organisieren und angebotene Unterstützung anzunehmen. Eingespielte Abläufe sind nicht mehr, Unsicherheiten tun sich auf. Diese Gedanken haben die Künstlerin Astrid Gärber zur Idee eines Irrgartens bewogen. Die Kunstinstallation wird im Rahmen der Sensibilisierungskampagne MutterNacht auf markanten Plätzen in verschiedenen Südtiroler Orten aufgestellt. Am Montag, 3. Mai macht der Irrgarten in Bruneck Halt, am Mittwoch, 5. Mai kommt er nach Sterzing, am Samstag, 8. Mai nach Bozen. Am Donnerstag, 6. Mai wird die Kunstinstallation von 10 bis 15 Uhr auf dem Plawennplatz von Schlanders aufgebaut. Jugendliche haben die Klanginstallation mit Graffiti besprüht. Kinder haben der Künstlerin von ihrem Umgang mit der Krankheit der Eltern erzählt. Astrid Gärber hat die Stimmen aufgenommen. Sie werden beim Durchgehen hörbar und sollen auf die Herausforderungen von Kindern aufmerksam machen, deren Elternteil krank ist. MitarbeiterInnen des Netzwerkes der Sensibilisierungskampagne stehen für Austausch und Fragen bereit. Sie tragen auch Geschichten aus dem Buch zur heurigen MutterNacht von betroffenen Familien vor – von Erwachsenen genauso wie von Kindern und Jugendlichen. Die Installation ist in Schlanders ausschließlich am 6. Mai zugänglich.

Die heurige Kampagne zur MutterNacht „Wenn Mami oder Papi krank ist: auf der Suche nach neuer Sicherheit“ besteht aus weiteren drei Teilen:

Online-Fachseminar am Freitag, 7. Mai
Kinder schwer kranker Erwachsener sind großen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen sich früher und intensiver als andere Gleichaltrige mit Krankheit und Tod befassen, mit der Angst um die Mutter oder den Vater zurechtkommen und die Eltern manchmal mit versorgen. Sie verzichten auf Alltägliches wie gemeinsame Vorhaben, tragen mehr Verantwortung und können bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme nicht auf die Unterstützung beider Eltern zählen. Welche Konzepte im In- und Ausland in solchen Fällen greifen und wie Fachleute pflegende Angehörige unterstützen können, wird bei einem Online-Fachseminar am Freitag, 7. Mai beleuchtet. Anmeldung über www.hdf.it

Aktionstag am Samstag, 8. Mai 
Erkrankte sorgen sich häufig mehr um ihre Familienmitglieder als um sich selbst. Diese Ängste vergrößern sich, wenn sie nicht ausgesprochen werden. Partnerschaften werden enorm belastet. Angehörige sind auf die Aufgaben und Belastungen nicht vorbereitet, die bei der Betreuung erwachsener PatientInnen auf sie zukommen. Dem wird beim Aktionstag am Samstag, 8. Mai im Rahmen von Diskussionen auf öffentlichem Platz am Rathausplatz in Bozen (alternativ online) Rechnung getragen. Dabei diskutieren Mütter, Väter und Jugendliche mit Fachleuten über ihre Erfahrungen, über Chaos, Trauer, über Chancen und Möglichkeiten.

Buch zur MutterNacht
Das Netzwerk MutterNacht hat das heurige Thema vor Monaten öffentlich gemacht und betroffene Eltern und Kinder eingeladen, Texte, Bilder und Fotos einzureichen. 15 berührende Geschichten sind eingegangen. Sie handeln von Familien, in denen Mutter oder Vater wieder gesund geworden sind, in denen Kinder aufgrund von Tod ohne ein Elternteil zurechtkommen müssen, in denen psychische Erkrankungen lebensbegleitend wurden. Die Geschichten wurden in einem Buch gebündelt. Das Buch ist beim Aktionstag, im Haus der Familie und bei den NetzwerkpartnerInnen erhältlich.

Finanziell unterstützt wird die Sensibilisierungskampagne MutterNacht von der Familienagentur des Landes Südtirol.

Netzwerk MutterNacht 2021
Katholischer Familienverband, Berufskammer der Hebammen der Provinz Bozen, Frauen helfen Frauen, Katholische Frauenbewegung, agjd – Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Familienberatungsstelle Lilith, Sozialgenossenschaft der Tagesmütter, Südtiroler Krebshilfe, eeh – Emotionelle Erste Hilfe, AIED – Associazione italiana per l’educazione demografica, Elki – Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols, Amt für Ehe und Familie der Diözese Bozen-Brixen, VSLS – Berufsverband der Still- und Laktationsberaterinnen in Südtirol, Südtiroler Bäuerinnenorganisation, Ariadne, Plattform für Alleinerziehende, Forum Prävention, aibi – Associazione Amici Dei Bambini, Anonyme Alkoholiker, Verein Südtiroler Adoptiv- und Pflegeeltern, Plattform Reminderz, KJS – Katholische Jungschar Südtirols, La strada – der Weg, Vke – Verein für Kinderspielplätze und Erholung, Lebenshilfe, treff.familie im Südtiroler Kinderdorf, Familienberatung fabe.

Bildungszentrum “Haus der Familie" 

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