WIFO-Wirtschaftsbarometer Herbst 2017: Verarbeitendes Gewerbe

Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe ist sehr positiv. Dies zeigt die Konjunkturerhebung des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen. Die Ertragslage bewerten heuer fast neun von zehn Unternehmen als zufriedenstellend und für 2018 erwarten die Wirtschaftstreibenden eine weitere Steigerung der Rentabilität. Dank wachsender Umsätze nehmen auch die Beschäftigung und die Investitionen zu.

- Die Herbstausgabe des Wirtschaftsbarometers zeigt eine gute Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe. Das Geschäftsklima steigt das vierte Jahr in Folge und 89 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Ertragslage im Jahr 2017 als befriedigend. Für 2018 erwarten sogar 95 Prozent der Unternehmen ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis.
Die Umsätze haben sich im laufenden Jahr sehr positiv entwickelt, sowohl mit der Südtiroler Kundschaft als auch auf den Märkten außerhalb der Landesgrenzen. Insbesondere sind die Unternehmen mit den Exporten zufrieden: Im ersten Halbjahr 2017 beliefen sich Südtirols Ausfuhren auf fast 2,4 Milliarden Euro, was einer Zunahme von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahressemester entspricht. Insgesamt konnten heuer über die Hälfte der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe ihr Geschäftsvolumen steigern. Dies ist zum Teil auf die steigenden Verkaufspreise zurück zu führen. Für 2018 erwarten die Wirtschaftstreibenden weiterhin Umsatzzuwächse auf allen Märkten.
Die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit wird gleich wie im Vorjahr bewertet, wie auch die Zahlungsmoral der Kund/innen. Der Kreditzugang hat sich leicht verbessert und die Investitionen sind angestiegen, besonders in der Baumaterialienbranche, im Maschinenbau und in der Metallverarbeitung. Im Hinblick auf 2018 wird eine weiteres leichtes Investitionswachstum erwartet, unter anderem auch weil das staatliche Finanzgesetz die erhöhten Abschreibungen für Investitionsgüter verlängert hat. Ebenfalls positiv ist die Entwicklung der Beschäftigung: Zwischen Januar und Oktober 2017 war die Anzahl der unselbständigen Mitarbeiter/innen im verarbeitenden Gewerbe in Südtirol durchschnittlich um 2,7 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der günstige Beschäftigungstrend dürfte sich laut der befragten Unternehmen auch im nächsten Jahr fortsetzen.
Unter den verschiedenen Sparten des verarbeitenden Gewerbes vermelden die Nahrungsmittelbranche und der Maschinenbausektor die beste Stimmung. Einige Schwierigkeiten gibt es hingegen im Druck- und Grafiksektor, wo über ein Viertel der Unternehmen mit der Ertragslage unzufrieden ist.
Handelskammerpräsident Michl Ebner freut sich über die gute Stimmung und unterstreicht die große Bedeutung des Auslandsgeschäfts: „Die Ausfuhren haben in den letzten Jahren wesentlich zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Die Handelskammer setzt sich für die Internationalisierung der Wirtschaft ein und unterstützt durch den Sonderbetrieb IDM die Südtiroler Unternehmer und Unternehmerinnen bei der Bearbeitung der ausländischen Märkte.“

Nachfolgend die Stellungnahmen der Vertreter der Wirtschaftsverbände:

Claudio Corrarati, Präsident CNA-SHV Trentino-Südtirol
Einhergehend mit diesem positiven Trend braucht es eine verbesserte Zahlungsmoral der Kund/innen, als Anerkennung gegenüber den Unternehmen und ihrer Leistung. Der Drucksektor spürt die Folgen der Digitalisierung. Um die Weiterführung der Betriebe in dieser Branche zu sichern, bedarf es des Zugangs zu öffentlichen Ausschreibungen, zum Beispiel für Werbeaufträge.

Federico Giudiceandrea, Präsident Unternehmerverband Südtirol
Die verarbeitenden Unternehmen schaffen weiterhin Beschäftigung, investieren und erobern neue Märkte. In dieser Entwicklung dürfen sie nicht gebremst, sondern müssen durch Maßnahmen unterstützt werden, die ihnen ihre Tätigkeit erleichtern. Unsere Unternehmen haben schon oft bewiesen, dass sie für das ganze Land Mehrwert schaffen, wenn sie die gleichen Wettbewerbsbedingungen wie ihre Konkurrenten im Ausland vorfinden.

Gert Lanz, lvh-Präsident
Die positive Wirtschaftsentwicklung, die zunehmende Investitionsbereitschaft und das wachsende Konsumklima wirken sich auch vorteilhaft auf die Beschäftigungssituation aus. Derzeit werden in vielen Sektoren Fachkräfte gesucht. Wirtschaft und Politik sollten jetzt alles daran setzen, neue Auszubildende zu gewinnen und Ausbildungsanreize zu schaffen.

Anmerkung: Das verarbeitende Gewerbe umfasst alle Tätigkeiten, welche mit der Herstellung von Waren verbunden sind, wie zum Beispiel die Produktion von Nahrungsmitteln, Textilien und Bekleidung, Holzgegenständen und Möbeln, chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen, Kunststoffwaren, Metallerzeugnissen, Maschinen, Geräten, Fahrzeugen usw.
Weitere Auskünfte erteilt das WIFO, Ansprechpartner Georg Lun, Tel 0471 945 708,
E-Mail: georg.lun@handelskammer.bz.it oder Luciano Partacini, Tel. 0471 945 700,
E-Mail:
luciano.partacini@handelskammer.bz.it.

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