Vizeweltmeisterin Eva Lechner auf dem Weg nach Olympia in Tokio

„Alles ist möglich“

Publiziert in 24-25 / 2021 - Erschienen am 20. Juli 2021

Schlanders - Welche Chancen hat Radprofi Eva Lechner bei Olympia? „Alles ist möglich“, sagt Adrian „Adi“ Telser. Er muss es wissen, hat er doch als Teammechaniker fast zehn Jahre lang für Italiens beste Mountainbikerin gearbeitet. Einst selbst erfolgreicher Radamateur führt er heute ein Bike- und Sportgeschäft in Schlanders. 

der Vinschger: Du warst selbst erfolgreicher Radamateur und am Sprung zum Profi. Was hat Dich davon abgehalten?

Adrian Telser: Nicht das Talent, haben mir die Trainer bescheinigt. Mehr der Kopf, denn damals wäre es kaum möglich gewesen, ohne leistungssteigernde Substanzen weiter zu kommen. Alle Siege hatte ich bis dahin mit Wasser und Brot geschafft. Als ich merkte, das geht nicht mehr, habe ich auf eine weitere Karriere verzichtet.

Verfolgst Du heute noch die Profiszene?

Auf jeden Fall. Ich kenne zwar nicht mehr alle Namen, aber wenn es im Fernsehen Richtung Zielsprint geht, schlägt auch mein Puls höher. Irgendwie hat man das Radfahren immer im Blut, wenn man so verrückt ist wie ich. Ich freue mich auch über die Erfolge der italienischen Profis oder von Peter Sagen (Slowakischer Dreifachweltmeister, Anm. d. Red.), der wie Gerhard Kerschbaumer auf Rädern fährt, die ich im Shop vertreibe und natürlich über Eva Lechner.

Apropos Eva Lechner. Was traust Du ihr bei Olympia (Anm. d. Red.: 27. Juli, 8 Uhr MEZ) zu?

Eva ist ein verrücktes Huhn. Alles ist möglich, das hat sie im letzten Jahr mit 35 Jahren bei der WM bewiesen, als sie Vizeweltmeisterin wurde. Noch nie war sie so locker drauf wie in diesem Jahr. Dabei ist es ihre vierte Teilnahme bei Olympia. Auch finde ich, dass sie nun mit einem Fully (vollgefedertes Mountainbike, Anm. d. Red.) genau das richtige Bike hat, um erfolgreich zu sein.

Die Familie Telser ist eine Radsportfamilie. Dein Bruder Edmund ist Nationaltrainer der Schweizer Frauen, Deine Schwester Renate war Weltmeisterin der Gehörlosen. Wie geht es den beiden?

Edi hat seinen Traumjob gefunden. Wenn wir uns treffen, reden wir natürlich immer übers Rad. Und wir helfen uns gegenseitig mit Tipps aus, er zu Training, ich zur Technik. Renate hat ein schweres Schicksal. Ihr kleines Kind wartet auf eine Spenderniere. Aber sie ist eine Kämpfernatur und denkt nie ans Aufgeben. Das war schon im Sport so. Wirklich Hut ab.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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