Trainer Renato Ercolani und Marion Viertler.

Auf dem Weg nach oben

Die 18-jährige Marion Viertler aus Schlanders möchte sich den Traum einer Profikarriere im Tennis erfüllen. 

Publiziert in 12/13 / 2020 - Erschienen am 7. April 2020

SCHLANDERS - Schon jetzt zählt die erst 18-jährige Marion Viertler aus Schlanders zu den erfolgreichsten Vinschger Tennisspielerinnen überhaupt. Die talentierte Nachwuchsathletin ließ zuletzt immer wieder bei internationalen Turnieren aufhorchen und liegt mit Stand Mitte März auf Platz 910 der Tennisweltrangliste WTA (Women’s Tennix Association). In der Liste der International Tennis Federation (ITF) liegt sie auf Platz 110. Vor allem bei ITF-Turnieren konnte sie zuletzt mehrmals überzeugen. Anfang Dezember hatte sie das mit 15.000 Dollar dotierte ITF-Turnier im ägyptischen Kairo für sich entschieden. Damit war sie zu Südtirols derzeit zweitbester Tennisspielerin, hinter Verena Meliss aus Kaltern, die sich auf Platz 489 der Weltrangliste befindet, aufgestiegen. „Das war mein bisher schönster Erfolg“, betont die 18-Jährige im Gespräch mit dem der Vinschger. Für sie kam der Sieg in Kairo ziemlich überraschen, „weil ich eigentlich nur mit der Hoffnung dorthin geflogen bin, die Qualifikation zu überstehen“. Zudem sei es das erste ITF Turnier nach ihrer Entscheidung gewesen, sich für ein Jahr voll und ganz dem Tennis zu widmen. „Vorher hatte ich nur zweimal aus Neugierde beim jährlichen ITF-Turnier in St. Ulrich, das ebenfalls mit 15.000 Dollar dotiert ist, teilgenommen.“. Dabei kam jedoch beide Male das Aus in der Qualifikation.

Profikarriere im Visier 

Seit Sommer 2019 konzentriert sich Marion Viertler voll und ganz auf das Tennis und möchte sich den Traum einer professionellen Karriere erfüllen. Davor versuchte sie den Sport und die Schule zu verbinden. Nach einem Jahr an der Technologischen Fachoberschule (TFO) in Meran wechselte sie zur Fachoberschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Kortsch. Die dreijährige-Ausbildung beendete sie erfolgreich. „Daraufhin folgte die Entscheidung, ab jetzt 100 Prozent für das Tennis zu geben“, so die talentierte Spielerin. In einem „Testjahr“ solle sich zeigen „ob es für mich möglich und erstrebenswert sein kann, eine Karriere als Tennisprofi anzustreben“, erklärt sie. 

Alles begann mit 4 Jahren 

Bereits im Alter von vier Jahren entdeckte Maron Viertler ihre Leidenschaft für den Tennissport. „Ich ging mit meiner Großtante ins Schwimmbad, das ja in Schlanders direkt neben den Tennisplätzen liegt“, erinnert sie sich. Als sie die Tennisspieler und Spielerinnen sah, war sie sofort fasziniert. „Es dauerte nicht lange bis meine Eltern mich dann in einen Kurs eingeschrieben haben“, erzählt sie. Von da an packte sie das Tennis-Fieber. Ohnehin liegt der Tennissport ein wenig in der Familie. „Auch meine Großmutter und Großtante spielten in jungen Jahren regelmäßig“, sagt Marion Viertler. 
Um sich den Traum von einer professionellen Karriere zu erfüllen trainiert sie hart. Trainingseinheiten in Sachen Technik und Athletik stehen täglich, von Montag bis Samstag, abends auf dem Programm. Dafür pendelt sie regelmäßig nach Meran, oft auch zweimal am Tag. „Ich verbringe viel Zeit mit Zugfahren“, lacht die sympathische Schlanderserin. Freilich, aufgrund der Coronavirus-Krise ist auch an einen regulären Trainingsbetrieb momentan noch nicht zu denken. Turniere sollen voraussichtlich ohnehin erst ab 13. Juli wieder stattfinden.   
Was ihr am Tennis gefällt? „Das Faszinierende am Tennis ist, dass es derart viele Möglichkeiten gibt, den Punkt zu gewinnen. Jeder Spieler hat seine Art, Tennis zu interpretieren und sich auch dementsprechend weiterzuentwickeln“, erzählt Marion Viertler. Zudem habe sie besonders jetzt, wo sie einige internationale Turniere auf höherem Niveau gespielt hat, begriffen wie wichtig die mentale Stärke im Tennissport ist. „Denn das macht den Unterschied, wenn beide Spieler spielerisch auf demselben Niveau sind“, weiß sie. 

Dankbar

Dankbar ist Marion Viertler für die Unterstützung seitens der Familie, der Südtiroler Sporthilfe, aber auch der Firma Dunlop, einem Ausrüster für Tennisbekleidung und Zubehör, bei dem sie kürzlich ihren ersten Sponsorenvertrag unterschrieben hat. Ziele hat sie noch viele. Kein Wunder, schließlich steht Marion Viertler noch am Anfang ihrer Karriere. „In erster Linie möchte ich den Sport zum Beruf machen“, zeigt sie sich selbstbewusst. Und, wenn das klappt, „wäre ein Top-10-Platz in der Weltrangliste erstrebenswert“. 

Michael Andres
Michael Andres

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