Neben den „klassischen“ Sportanlagen soll künftig der öffentliche Raum noch stärker in den Planungsfokus gerückt werden, und zwar ganz nach dem Motto „Zuerst die Freiflächen, dann die Wohnbauzonen“.

„Bewegungsräume schaffen“

Der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) regt Maßnahmen im Zusammenhang mit der Umsetzung des neuen Gesetzes „Raum und Landschaft“ an.

Publiziert in 42 / 2020 - Erschienen am 3. Dezember 2020

Südtirol/Vinschgau - „Die Freiraumplanung muss verstärkt Baustein von Gemeinde- und Stadtentwicklung werden“, schreibt der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) in einer Presseaussendung. Bewegung sei Motor der Entwicklung und Ausdruck der Lebensfreude von Kindern und Jugendlichen und gehöre ganz generell zu den Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen. „Wir müssen deshalb den Menschen attraktive Bewegungsräume in ihrem unmittelbaren Lebens- und Wohnumfeld anbieten, die sie einladen, aktiv zu werden“, heißt es in der Aussendung weiter. Kommunale und urbane Frei- und Grünräume haben für eine nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden und für die Lebensqualität der Menschen hohe Relevanz. Sie sind wichtiger Bestandteil des urbanen und kommunalen Lebens und seiner Identität sowie als vielfältig erlebbarer Freiraum, der Nutzungen von der Ruhe bis zur sportlichen Betätigung im Freien ermöglicht.

„Den öffentlichen Raum stärker in den Planungsfokus rücken“

Neben den „klassischen“ Sportanlagen müsse deshalb auch der öffentliche Raum noch stärker in den Planungsfokus gerückt werden, ganz nach dem Motto „Zuerst die Freiflächen, dann die Wohnbauzonen“, wie es Urbanistik-Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer formulierte. Die zunehmende Flächenkonkurrenz zwischen Wohnen und Sport/Bewegung erfordere mehr denn je die integrierte und qualitätssteigernde (Weiter-)Entwicklung von Grünflächen und öffentlichen Räumen im Zusammenspiel unterschiedlicher Fachplanungen. Erforderlich seien multifunktionelle Anlagen, die heute und in der Zukunft ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Nutzungen ermöglichen. Es geht nicht um „sterile Parks mit einem getrimmten Rasen“, sondern um öffentliche Bewegungs- und Erlebnisräume, die die Menschen ermuntern, Bewegung stärker in ihren Lebensalltag zu integrieren. 

Öffentliche Bewegungsräume sind wichtig

Nicht erst seit der Corona-Pandemie und den Einschränkungen im Sporttreiben spielen Parks, Grünflächen, ja öffentliche Plätze insgesamt eine wichtige Rolle für Sport und Bewegung. Die Krise hat jedenfalls Bewegung und Sport im Freien besonders stark in den Fokus gerückt und damit auch die Bedeutung von öffentlichen Bewegungsräumen. Deshalb plädiert der VSS) im Zusammenhang mit der Umsetzung des neuen Landesraumordnungsgesetzes und den zu erarbeitenden Gemeinde-Entwicklungsplänen nachdrücklich dafür, in der Stadt- und Raumplanung neue Ansätze zu finden, um den öffentlichen Raum auch als anregenden Bewegungs- und Begegnungsraum anzubieten. Es müssen ausreichende Bewegungs- und Erlebnisräume im unmittelbaren Wohnumfeld mitgedacht und mitgeplant werden. Sport muss ein integraler Bestandteil von Stadt- und Raumentwicklung sein. Sport ist nicht nur ein isoliertes Politikfeld, sondern auch Bestandteil von Freiraumplanung und Grünflächenentwicklung. Sport und Bewegung müssen dorthin, wo sich die Menschen aufhalten.

Es braucht Gesamtkonzept

Es braucht ein Gesamtkonzept – eine Art Masterplan „Bewegen im öffentlichen Raum“ – in dem Spiel, Sport und Bewegung systematisch integriert und so die spezifischen Anforderungen von Sport und Bewegung stärker als bisher berücksichtigt werden. Entsprechende Fördermittel könnten dieses Ziel sicher unterstützen.

Redaktion

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