Extreme Anstrengungen: Daniel Jung läuft zu Bronze.
In den Bergen rund um Bergamo feierte Jung einen seiner größten Erfolge.
Das Podest (v.l.): Der Spanier Manuel Merillas, der „Azzurro“ Christian Minoggio und Daniel Jung.

Bronze für Daniel Jung bei EM 

Bei seinem Debüt für die italienische Nationalmannschaft trumpfte Daniel Jung kräftig auf. 

Publiziert in 30 / 2019 - Erschienen am 10. September 2019

NATURNS - Erstmals ging Daniel Jung kürzlich bei den Sykrunning-Europameisterschaften an den Start. Bei dieser Art von Ultra-Trail-Rennen, extremen Bergläufen mit etlichen Höhenmetern, zählt der Naturnser zu den stärksten seines Fachs. Und dies stellte er bei der EM eindrucksvoll unter Beweis. Jung zahlte das Vertrauen, welches die „Azzurri“ in ihn setzten, mit der Bronzemedaille zurück. Beim Maga Skymarathon in den Bergen Bergamos erreichte er nach 7:02.52 Stunden bei einer Strecke von rund 50 Kilometern und 5000 Höhenmeter das Ziel. Der Sieg ging an einen souveränen Christian Minoggio aus Italien in 6:37.26 Stunden, Silber holte sich der Spanier Manuel Merillas mit einer Zeit von 6:52.03 Stunden. Für Jung war diese EM-Premiere ein Riesenerfolg. Und dies obwohl er während des Rennens einige Krisen zu überwinden hatte. Mit viel Cola und grenzenloser Motivation konnte sich der 35-Jährige immer wieder aufrappeln und das technisch überaus anspruchsvolle Rennen beenden. 

Erfolge bei World Series 

Überhaupt war dieser Sommer für Jung einmal mehr ein erfolgreicher. Bei zwei Rennen der Skyrunning-World-Series, einer Art Weltcup für Extrem-Bergläufer, schaffte es der in Latsch aufgewachsene Vollblut-Sportler als Dritter auf das Podest. 57 Kilometer und dabei sage und schreibe 4700 Höhenmeter galt es etwa im August beim Tromso Skyrace in Norwegen zu bewältigen. Jung holte dabei mit einer Zeit von 7:06.34 Stunden den dritten Rang. Beim „Ultra Skymarathon Madeira“ auf der portugiesischen Insel Madeira trumpfte Jung ebenfalls auf und beendete die 55 km und 4.100 hm in 6:12 Stunden nur sechs Minuten hinter dem siegreichen Spanier Pere Aurell. 

„Diagonale der Verrückten“

Im nächsten Jahr will Jung wiederum längere Ultra-Trail-Distanzen laufen. Unter anderem möchte er in rund einem Jahr beim berühmt berüchtigten TDS-Rennen, welches zum Ultra-Trail du Mont-Blanc (abgekürzt UTMB) gehört, in Frankreich ganz vorne mitlaufen. Im November 2020 will er zudem erstmals beim Grand Raid, einem Ultramarathon im französischen La Réunion, mitmischen. Das Rennen zählt 170 Kilometer und rund 10.000 Höhenmeter und gilt als eines der schwierigsten Rennen der Welt. Es wird auch „Diagonale des Fous“, auf Deutsch „Diagonale der Verrückten“ genannt.

Zu Gast in Spanien

Noch stehen aber auch in diesem Jahr einige Höhepunkte für Daniel Jung auf dem Programm. Unter anderem überlegt der Naturnser, sich an einem neuen „Höhenweg-Projekt“ zu versuchen. „Mitte September steht dann ein Urlaub in
Korsika an. Ich freue mich auf eine schöne Zeit mit meiner Partnerin“, so Jung. Dann wolle er mal einige Wochen vom Extremsport abschalten. Am 19. Oktober steht in Limone das Finale der World-Series an. Am 15. November, zu seinem Geburtstag, ist der dann 36-Jährige bei einem Ultra-Trail-Rennen in der Nähe von Valencia am Start. Jung wurde dabei von Scarpa, einer Marke die vor allem für ihre Alpinschuhe bekannt ist, eingeladen. Danach will Jung einige Wochen pausieren und freut sich schon jetzt auf den Winter, wo der Sport natürlich nicht fehlen darf. Unter anderem unternimmt er Skitouren. In erster Linie will er dabei aber die Batterien aufladen und auch im kommenden Jahr bei den prestigeträchtigsten Trail-Läufen dieser Welt kräftig auftrumpfen. 

Michael Andres
Michael Andres

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