Das Team Reschenseelauf Oberland
Anstoßen mit alkoholfreiem Bier: Das Team aus Graun
Das siegreiche Degani Tri.Team
Die Handbiker Roland Ruepp und dem Schweizer Fredy Widmer in Rosolina Mare (v.l.).

Der Etsch entlang ans Meer

Neuer Etappenlauf ein voller Erfolg. Staffel-Teams bewältigen über 420 Kilometer.

Publiziert in 35 / 2020 - Erschienen am 13. Oktober 2020

Reschen - „Dieser Lauf hat Potential“, ist sich Gerald Burger sicher. Der Prader, der unter anderem als Mitbegründer des Reschenseelaufs bekannt ist und dort als OK-Chef heute noch an vorderster Front mit dabei ist, hat als Geschäftsführer der Ferienregion Reschenpass in Zusammenarbeit mit der norditalienischen Gemeinde Rosolina Mare (Provinz Rovigo/Venetien) und dem Verona Marathon Team die neue Laufveranstaltung „Resia/Rosolina Relay“ ins Leben gerufen. Von der Etschquelle ging es dabei für Staffel-Teams über rund 420 Kilometer bis nach Rosolina zur Mündung der Etsch. 29 Teams gingen als 10er-Teams an den Start, jeder Läufer musste somit also ca. 42 km absolvieren. Zu mehr als 95 Prozent bestand die Strecke aus Radwegen, die neben der Etsch verlaufen. Der Sieg ging in einer Fabelzeit von 27:28.26 Stunden an das Degani Tri.Team. Durchschnittlich benötigte das norditalienische Team 3.55 Minuten pro Kilometer. Rang zwei ging an die Iron Bulls, ebenfalls ein gemischtes Team aus Norditalien. Sie erreichten nach 31:12.55 Stunden den Zielort Rosolina Mare. Den dritten Platz holte das Team Vicenza Marathon Uan in 32:45.30 Stunden. Doch Sieger waren sie alle. Sieger, nach einem sehr langen und anstrengenden Wochenende, das am Freitagnachmittag mit dem Start der ersten Mannschaft begann. Die letzte Mannschaft startete gegen 4 Uhr morgens und kam am Sonntagmorgen auf der „Piazza Europa“ in Rosolina Mare an. 

Höhepunkt in Corona-Zeiten 

„Diese erste Ausgabe war ein voller Erfolg“, freut sich Gerald Burger. Der Mitorganisator spricht von einem „absoluten Höhepunkt in Corona-Zeiten“. Die Organisation und das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen haben reibungslos funktioniert. Bereits im nächsten Jahr peile man mindestens eine Verdoppelung der teilnehmenden Teams an. „Wenn es die Pandemie-Lage zulässt bin ich sogar zuversichtlich, dass wir rund 100 Teams begrüßen dürfen, sprich, rund 1.000 Teilnehmer“, blickt Burger voraus. Das Rennen solle den Sport und die politischen sowie wirtschaftlichen Verbindungen der Organisatoren, vom Reschen über Verona bis nach Rosolina, hervorheben. „Die Etsch verbindet uns alle“, weiß Burger. Entstanden sei die Idee in Verona. „Das Team des Verona Marathons trat an uns heran mit dem Wunsch ein solches Rennen zu organisieren“, erinnert sich Burger. Man habe sich zusammengesetzt und entschieden, dass ein Start am Reschenpass, bei der Etschquelle, ideal sei. „Das Rennen entlang der Etsch ist in dieser Form ein Novum und wird sich als ein Höhepunkt für Norditalien etablieren“, so Burger. Nicht nur was den Sport betrifft, sondern vor allem in touristischer Hinsicht habe die Verbindung Reschen – Rosalina Mare ein großes Potential. Auch die Athleten zeigten sich begeistert. „Zu sagen, dass es ein unvergessliches Erlebnis war, wäre eine Untertreibung. Wir danken den Organisatoren für dieses Spektakel“, freuten sich die Sieger vom Degani Tri.Team. Als bestes Südtiroler Team landeten die Lauffreunde Sarntal mit einer Zeit von 33:34.05 Stunden auf dem vierten Platz. 

Zwei Vinschger Teams mitten drin

Mit dabei waren auch einige Vinschger und zwar das Team Graun und das Reschenseelaufteam. „Die beiden Teams haben für viel positive Stimmung am Startort und in der Region gesorgt. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis“, betont Burger. Das Team Graun bestehend aus nur echten und gebürtigen Graunern mit Kapitän Tommy Oberhofer glänzte mit einer Zeit von 35:10.30 Stunden und landete auf dem achten Platz. „Das Gefühl innerhalb nur weniger Stunden von der Kälte, Schnee und Regen am Strand und Meer in Rosolina anzukommen, war gigantisch. Die Strecke entlang unseres Flusses war abwechslungsreich, landschaftlich interessant und die Strapazen rückten in den Hintergrund“, waren sich die Grauner Läufer einig. Das zweite Team mit dem Namen Reschenseelaufteam Oberland, angeführt von Valentin Paulmichl, erreichte das adriatische Meer in 37:59.35 Stunden und landete damit auf Rang 16. Die Läufer waren überwältigt vom neuen Rennen, „welches in unserer Heimat startet“. Ihnen und allen anderen Teams war die Freude beim Erreichen des Ziels am Meer anzusehen. „Die Anstrengungen, der wenige Schlaf, das Hin- und Her und vor allem des schlechte Wetter entlang der ersten 130 Kilometer waren bald schon vergessen“, so Gerald Burger. 

Handbiker mit dabei 

Auch einige Handbiker von der Sportgruppe für Körperbehinderte Südtiroler (SGKS) waren mit dabei. Darunter auch der Schludernser Roland Ruepp. Die Handbiker waren jedoch ohne Wertung und Zeitnahme unterwegs. „Das Erlebnis zählte. Und es war wirklich toll“, so Ruepp. Die Biker waren von Freitagvormittag bis Sonntag unterwegs. Nachts wurde pausiert und geschlafen. „Die Nacht wäre es mit dem Handbike zu gefährlich“, erklärt der Schludernser. Der ein oder andere absolvierte dafür die gesamte Strecke. Auch Ruepp selbst erreichte das Ziel am Meer. 

Michael Andres
Michael Andres

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