Günther „Tschiggo“ Pföstl ist 1. Präsidentstellvertreter im Landeskomitee Fußball

Der Stellvertreter

Viel Zuspruch aus allen vier Bezirken für „Tschiggo“

Publiziert in 2 / 2021 - Erschienen am 26. Januar 2021

Bozen/ Naturns - Die Wahlen zum „Autonomen Landeskomitee Fußball“ waren ein Radikalschnitt. Nur mehr ein Mitglied der vorhergehenden Verwaltung konnte sich in die „Neuzeit“ retten. Inzwischen wurden auch für den Vinschgau entscheidende Weichen gestellt. Mit der Ernennung von zwei Vizepräsidenten hielt sich Präsident Klaus Schuster an seine Ankündigung „Die Vinschger müssen sich keine Sorgen machen“. Der Naturnser Fußball-Experte und Organisator Günther Pföstl, 48, für viele einfach der „Tschiggo“, hatte Zuspruch aus allen vier Bezirken bekommen und wird in seiner neuen Rolle als Nr. 2 im Landeskomitee zum direkten Ansprechpartner der 17 Vinschger Fußballvereine. 

der Vinschger: Herr Pföstl, man kennt Sie als beredten und informierten Sprecher bei Heimspielen und Turnieren in Naturns. Man weiß um Ihre organisatorischen Fähigkeiten, aber wie ist es zu dieser Leidenschaft für die schönste Nebensache der Welt gekommen?

Günther Pföstl: Natürlich habe ich von klein auf Fußball gespielt. Große Karriere habe ich aber keine gemacht. Nur die Leidenschaft, die war immer da. Als Jugendlicher habe ich in Partschins angefangen - mein Vater ist Partschinser - und habe bis zur U 21 dort gespielt. Übrigens seit Volksschulzeiten als „Tschiggo“. Danach kam ich zur Reservemannschaft in Naturns, einer recht flotten Truppe. Mein Leben als Netzwerker in Sachen Fußball begann 1990 mit der Gründung des Freizeitvereins Dynamo Staben. Es hat Spaß gemacht, Turniere auszurichten. Daran haben sich dann Mannschaften aus dem ganzen Vinschgau beteiligt. Im Rückblick war das der Start zu meiner Karriere als Organisator. 1996 hat man mich in die Sektionsleitung des SSV Naturns gewählt. Damals war ich noch nicht 24. Nach und nach bin ich mit den Aufgaben gewachsen, zuerst als Betreuer der 1. Mannschaft und ein bisschen als Organisator der Reservemannschaft. Ich habe dann die sportliche Leitung der Sektion übernommen und 2003 entscheidend zur Gründung der so erfolgreichen Spielgemeinschaft Untervinschgau beigetragen.

Wie kommt man zu 77 Stimmen aus 110 Vereinen? Der „Tschiggo“ muss bekannt sein im Land oder hat er erfolgreicher als andere die Werbetrommel gerührt? Der Vinschgau kann höchstens 17 Vereins-Stimmen vergeben. 

Schon auf den vier Bezirksversammlungen habe ich es gemerkt: Es herrscht Wechsel-Stimmung. Es hat viel Zuspruch für mich gegeben. In allen Bezirken gleichmäßig habe ich 69 Empfehlungen erhalten. Im Pustertal bin ich bekannt geworden durch meine Tätigkeit als Koordinator der Europeada 2016. Das hat mir sicher geholfen. Seit 20 Jahren mit der 1. Mannschaft von Naturns und durch die Jugendarbeit bin ich überall herumgekommen. Ich koordiniere seit fünf Jahren die VSS-Förderzentren – eine Tätigkeit, die sich über das ganze Land erstreckt. Es gibt Förderzentren in Latsch, Terlan und Dietenheim. Auch dadurch ist man mit dem ganzen Land in Kontakt.

Wer so gewählt wird, dem traut man was zu. Es scheint eine Erwartungshaltung zu bestehen. Was erwartet man sich landesweit von einem Naturnser Fußballexperten?

Was die Vereine erwartet und wie wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen, haben wir bei der Kandidatenvorstellung in etwa mitgeteilt. Ich habe dabei die Jugendarbeit ganz stark in den Fokus gerückt. Der zweitwichtigste Aspekt für mich ist die Zusammenarbeit mit dem VSS. Ich habe ja eine Rolle beim VSS und die Zusammenarbeit zwischen der Federazione Italiana Giuoco Calcio (FIGC), in Südtirol das Autonome Landeskomitee Bozen, und dem Verband der Südtiroler Sportvereine liegt mir am Herzen.

Kommen wir zum Vinschgau. Kennen Sie das Innenleben der Vinschger Mannschaften in der 3., 2. und 1. Amateurliga? Was dürfen sich die Vinschger Fußballvereine vom neuen Landeskomitee im Allgemeinen und vom Vizepräsidenten Günther Pföstl im Besonderen erwarten?

Ich habe das Geschehen in den verschiedenen Amateurligen verfolgt, aber mehr aus der Ferne. Etwas besser Bescheid weiß ich über die Nachbarvereine Plaus und Partschins. Personen kenne ich aus fast allen Vereinen. Es wird sicherlich in meinen Aufgabenbereich fallen, mich mit allen Vereinen in allen Ligen auseinanderzusetzen. Vor allem mit der Jugendarbeit in diesen Vereinen. 

Was ist dran an dem Gerede, das Spielniveau im Vinschgau sei deutlich niedriger ist als in anderen Landesteilen? Was sind die Gründe und wie stellen Sie sich eine Verbesserung vor?

Es ist anzunehmen, dass das Niveau niedriger ist, immerhin spielen fünf Mannschaften in der 3. und sechs in der 2. Amateurliga, nur drei in der 1. Amateurliga. Qualität erreicht man nur über die Förderung der Jugend. Latsch macht das ja seit Jahren sehr gut. In einigen Vereinen geht’s wieder aufwärts. Ich denke jetzt vor allem an Schluderns. Tatsache ist, dass ehemalige Landesligisten wie Schluderns und Mals Krisen zu überwinden hatten. Ich will die verschiedenen Probleme jetzt nicht im Einzelnen analysieren, aber mit einer soliden Jugendarbeit durch kompetente Trainer und durch gute Organisation kann und wird man sich stabilisieren. Was Spielgemeinschaften erreichen können, beweist ja das Einzugsgebiet Partschins-Plaus-Naturns mit zwei Landesligisten und einer Mannschaft in der 1. Amateurliga. Nur über eine langfristige und kontinuierliche Jugendarbeit und durch Kooperationen bessert sich das Niveau. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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