50 Unverwüstliche am Start.
Samuel Demetz wird vom Präsidenten des ASC Meran, Alfred Ladurner, vor dem Ziel abgeklatscht
Ludwig Andres, die positive Überraschung aus Vinschger Sicht
Anna Hofer, jüngste Siegerin aller Zeiten, unter dem Schirm des Meraner Sportpräsidenten Alfred Ladurner
Organisator und Sprecher Werner Kiem, Vorsitzender des ASV Latsch Raiffeisen

Die Grödner aus Meran beherrschten die Szene

Regen und Schnee beim 30. Berglauf nach St. Martin. Der SC Meran stellte die Sieger.

Publiziert in 39-40 / 2021 - Erschienen am 23. November 2021

Latsch/St. Martin am Vorberg - Eine Ausnahme mit Ausrufezeichen war der Jubiläumslauf „30 Jahre Berglauf Latsch – St. Martin“. Der Start bei leichtem Regen am Hauptplatz von Latsch - auf 639 Höhenmetern – führte ins Unbekannte. Natürlich nicht für die Organisatoren um Sportpräsident Werner Kiem, aber für die Teilnehmer, die ihren Zielort nicht sehen konnten und die letzten 400 Höhenmetern von insgesamt 1.121 im Schnee zurücklegen mussten. Zwei Routiniers und Kenner der Szene - Gerd Frick und Oswald Weisenhorn – beruhigten: „Es war sogar angenehm zu laufen. In nicht einmal 10 Minuten hatte man die Schneestrecke bewältigt.“ Allerdings gab man zu: Auf der Wiese vor der Bergstation, sei es rutschig geworden. Nicht bestätigen konnte man die Erinnerung von Toni Steiner, Laas, dass man in den letzten 30 Jahren schon einmal durch den Schnee stapfen musste. Sicher eine Besonderheit des Jubiläumslaufs sind Herkunft und Alter der Sieger. Bei den Männern holte der 18-jährige Grödner Samuel Demetz, für den SC Meran startend, in 50 Minuten und zwei Zehntel-Sekunden den Sieg (7 Minuten über dem Streckenrekord). Mit ihm den Vorberg bezwungen haben Mama Silvia, Vater Georg und Schwester Sofia (15) – alle in den Farben des Sportclubs Meran.
Bei den Frauen war es die 16-jährige Anna Hofer, ebenfalls für Meran, die als einzige Frau mit 58 Minuten, 21 Sekunden und 7 Zehntel unter einer Stunde blieb. „Ich liebe es, wenn es einmal steil ist, dann wieder wellig flach wird“, meinte die Rablanderin, für die der Schnee kein Problem war und die von einem begeisterten Hans Ladurner, ihrem 88-jährigen Erfolgstrainer, am Ziel empfangen wurde. Aus Vinschger Sicht eine kleine Sensation war der 2. Platz des Praders Ludwig Andres, Rennerclub Vinschgau. Der Student im Masterstudium „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“ kam nur 14 Sekunden nach Demetz ins Ziel und verbesserte seine Bestzeit aus dem Jahre 2019 um 46,4 Sekunden auf 50 Minuten und 14,7 Sekunden. Seine Berglaufkarriere habe er am 26. November 2016 im Rahmen des Dynafit Vinschgau Cups auf die Tarscher Alm begonnen, erzählte er. „Heute hat das Wetter gepasst. Für mich ist der Berglauf nach St. Martin so etwas wie ein Heimrennen. Die Bemühungen der Organisatoren muss man wertschätzen“, meinte Andres. Hervorragende Platzierungen erreichten auch Oswald Weisenhorn (Mals, 9. in 54‘17“4), Patrick Tumler (Martell, 10. in 54‘56“3) und Toni Steiner (Laas, 12. in 55‘17“6). Nicht präsent waren die Latscher und die Vinschger Frauen. Es gab zum Jubiläum keinen neuen Streckenrekord. Aber die Tatsache, dass bei diesen Bedingungen 20 Läufer und eine Frau unter einer Stunde blieben, lässt sportlich gesehen auf einen der am stärksten besetzten Läufe überhaupt schließen. Die älteste Ergebnisliste stammt übrigens aus dem Jahre 1961. Franz Gurschler aus Kastelbell hieß damals der Sieger. In exakt derselben Zeit wie der Sieger von 2021 – allerdings bei anderem Streckenverlauf und ohne Schnee – erreichte der „Zatopek des Vinschgaus“ vor 60 Jahren das Ziel in St. Martin. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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