König unterm Ortler: der Sieg von Urs Huber (links)
Esther Süss bei der Zieleinfahrt.
Joachim Blaas und Marina Ilmer.
Zufrieden: OK-Chefin Julia Hensel und ASV Ortler Bike-Präsident Ulrich Veith.

Eidgenossen erobern König Ortler

Urs Huber und Esther Süss gewinnen den 5. Ortler Bike Marathon, der ein Fest für rund 1.400 Mountainbiker wurde. Auch Vinschger jubeln. 

Publiziert in 21 / 2019 - Erschienen am 12. Juni 2019

GLURNS - König Ortler verneigt sich vor diesen Eidgenossen: In seinem Angesicht waren es Urs Huber und Esther Süss, die am 1. Juni den prestigeträchtigen Ortler Bike Marathon für sich entscheiden konnten. Auf der Marathon-Distanz von 90 Kilometern und 3.000 Höhenmeter waren es die beiden Schweizer, die Akzente setzten – und am Ende jubelten. Für Huber war es nach Rang drei im Vorjahr der erste Sieg beim Ortler Bike Marathon. Dabei hatte er starke Konkurrenz: Allen voran aus Kolumbien und Italien. Hector Leonardo Paez ist schließlich ein klangvoller Name, wenn es um Mountainbike-Sport geht. Der Marathon-Spezialist aus Kolumbien und sein Kollege vom Gian Liv Polimedical Team, Diego Alfonso Arias, sowie die beiden „Azzurri“ Juri Ragnoli und Mattia Longa, waren von Beginn an vorne mit dabei. Ragnoli, der 2017 und 2018 den Ortler Bike Marathon für sich entschieden hatte, wollte unbedingt den Hattrick. Ragnoli und Longa mussten jedoch gegen Ende des harten Marathons Federn lassen. Etwa zehn bis 15 Kilometer vor Ende des Rennens konnte sich Paez leicht absetzen, wurde aber von seinem Teamkollegen und Urs Huber bald eingeholt. Bis zuletzt war das Trio gemeinsam unterwegs. Im Sprint entschied der Schweizer schließlich das Rennen nach 3:39.42 Stunden für sich.

„Fantastisches Rennen“

„Ich habe mich von Beginn an sehr gut gefühlt. Es war ein fantastisches Rennen. Das Wetter, das Panorama, hier ist es wunderbar“, freute sich Huber im Ziel. Der zweitplatzierte Paez kommentierte: „Schade, ein Sieg wäre drin gewesen. Aber die Form stimmt“. Lobende Worte für den Sieger gab es auch vom drittplatzierten Kolumbianer, Arias: „Huber hatte die größten Kraftreserven. Er hat verdient gewonnen“. Longa beendete das Rennen auf Rang 4, Ragnoli holte Platz 5, Markus Kaufmann aus Deutschland landete auf dem 6. Platz. Der Schweizer Konny Looser, der vor einigen Monaten im Schloss Goldrain über sein Leben als Mountainbike-Profi referiert hatte, holte den starken 7. Platz. 

Glurns-Liebhaberin Süss

Bei den Damen ging der Sieg über 90 Kilometer nach 4:33.57 Stunden an Esther Süss. Die Schweizerin outete sich als Glurns-Liebhaberin. „Dieses historische Städtchen ist wunderschön. Ich komme immer wieder gerne hier her“, sagte sie im Zielgelände. Ob sie auch nächstes Jahr, mit dann 46 Jahren zum Marathon nach Glurns kommt? „Natürlich, dann will ich den vierten Sieg“, stellte Süss klar. Mit einem Vorsprung von 6.44 Minuten auf Janine Schneider aus Deutschland feierte sie schlussendlich einen souveränen Sieg. Rang 3 ging an die Schweizerin Adrian Vera (+7.19). Die Siege auf der kurzen Distanz über 51 Kilometer und 1600 Höhenmeter holten sich der Deutsche Dominik Schwaiger (2:06.55,4 Stunden) und die Schweizerin Alexandra Lehmann (2:30.28,9). 

Vinschger überzeugen

Wenn der Ortler Bike Marathon ansteht, dann befinden sich unter den 1400 Bikern auch immer wieder zahlreiche ambitionierte Hobbyathleten aus dem Vinschgau. Allen voran Marina Ilmer aus Tschars wusste dabei zu überzeugen. Die ehemalige Rennrad-Fahrerin hat ihre Karriere eigentlich vor drei Jahren beendet. Einen Mountainbike-Marathon hat sie noch nie bestritten. „Ich wollte es mal versuchen. Und es hat Spaß gemacht“, sagte Ilmer nach dem Rennen. Die 44-Jährige holte auf der kurzen Distanz in 2:33.01h den dritten Platz und sorgte damit für den einzigen Südtiroler Podestplatz überhaupt. „Dass es so gut läuft hätte ich nicht gedacht. Ich bin ohne Druck ins Rennen gegangen und wollte den Marathon einfach nur genießen“, so die Tscharserin, die gemeinsam mit ihrem Mann Joachim Blaas das Rennen bestritt. „Wir waren das ganze Rennen gemeinsam unterwegs“, erklärten die beiden Athleten vom RSV Vinschgau. Blaas wurde bei den Herren auf der Kurzdistanz als 73. gewertet. Bester Vinschger auf der kurzen Distanz war Egon Wiesler. Der ebenfalls für den RSV Vinschgau startende 38-Jährige aus Taufers im Münstertal holte in 2:17.25h Rang 19. Auf der Marathon-Distanz überzeugte der ebenfalls aus Taufers im Münstertal stammende Valentin Fliri mit einer Zeit von 4:14.26 und Platz 40. Damit war der 54-Jährige zweitbester Südtiroler, nur der junge Sarner Michael Wohlgemuth (Platz 20) war stärker. Beim Damen-Marathon holte die Glurnserin Gerlinde Baldauf mit einer Zeit von 7:02.38 Rang 29. 

Organisatoren zufrieden

Grund zum Jubeln hatten auch die Organisatoren um OK-Chefin Julia Hensel und Ulrich Veith. Der Malser Bürgermeister fungiert als Präsident des organisierenden Vereins ASV Ortler Bike Marathon. Das Rennen verlief bei besten Wetterbedingungen reibungslos, die Athleten und die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Zahlreiche fleißige freiwillige Helfer waren einmal mehr im Einsatz. Ihnen gebühre der größte Dank. Ein großer Dank gehe auch an die Sponsoren und Gönner. Die Raiffeisenkassen, das Land Südtirol, Mila, VI.P sowie Recla unterstützten die Veranstaltung als Hauptsponsoren.

Michael Andres
Michael Andres

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