Am Stilfser Joch.
Die Radfahrer bei Latsch.
Die Radfahrer bei Latsch.

Königsetappe durch den Vinschgau

Publiziert in 37 / 2020 - Erschienen am 27. Oktober 2020

Vinschgau - Ein Etappenziel in Südtirol gab es beim diesjährigen 103. Giro d’Italia zwar nicht, aber immerhin ging es bei der so genannten Königsetappe durch Südtirol und den Vinschgau. Insgesamt über 207 Kilometer und mehrere schwierige Anstiege galt es bei der 18. Etappe, die von Pinzolo (Trentino) zu den Laghi di Cancano (Lombardei) führte, zu bewältigen. Nach dem Start im Trentino ging es über den Passo Carlo Magno, entlang des Sulzbergs (Val di Sole), durch das Nonstal, über das Hofmahdjoch und schließlich durch das Ultental in den Vinschgau. Ab Forst führte das Rennen größtenteils die Vinschger Staatsstraße entlang. Ein Abstecher wurde etwa durch das Naturnser Dorfzentrum gemacht. Zahlreiche Radsportfans und Schaulustige ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Der Höhepunkt stand schließlich mit dem Anstieg hinauf auf das Stilfser Joch (2757 Meter Meereshöhe) an. 
Im Laufe der Etappe musste der bis dato führende Portugiese Joao Almeida das Rosa Trikot des Gesamtführenden abgeben. Der Australier Jai Hindley holte sich mit einer Zeit von 6:03.03 Stunden den Etappensieg, zeitgleich mit dem Briten Tao Geoghegan Hart. Die Gesamtführung übernahm der Niederländer Wilco Kelderman vor Hindley (+12 Sek.) und Hart (+15). Die Entscheidung war damit aber noch nicht gefallen. Kelderman konnte Rosa auf der 19. Etappe zwar verteidigen, Hindley und Hart übernahmen auf der vorletzten Etappe zeitgleich die Gesamtführung, bei der finalen Etappe am Sonntag sicherte sich schließlich Hart den begehrten Gesamtsieg der Rundfahrt. „Der Giro d’Italia ist immer wieder ein Spektakel und die Etappe war eine tolle Werbung für den Vinschgau und ganz Südtirol“, betonte Peter Pfeifer vom Tourismusverein Prad. Das Rennen wurde einmal mehr in vielen Ländern der Welt live im TV übertragen, unter anderem damit und durch die generell umfangreiche Berichterstattung in den internationalen Medien sei ein nachhaltiger Werbeeffekt garantiert. 
Pfeifer selbst war als Zuschauer am Stilfser Joch mit dabei. Bedauernswert sei es jedoch gewesen, dass die Etappe des E-Giro, die in Prad gestartet werden sollte, und die Veranstaltungen rund um den Giro abgesagt werden mussten. „Aufgrund der Corona-Zahlen blieb aber keine andere Möglichkeit“, so Pfeifer.

Michael Andres
Michael Andres

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