Das Podest der Damen (v.l.): Tina Unterberger, die siegreiche Evelin Lanthaler und Lokalmatadorin Greta Pinggera.
FISI-Vizepräsident Leander Moroder (l.) und Rennleiter Othmar Tribus.
Zufrieden: Nadine Staffler.

Laaser Festspiele mit kleinem Schönheitsfehler 

Publiziert in 5 / 2020 - Erschienen am 11. Februar 2020

LAAS - Der Weltcup der Naturbahnrodler am Wochenende in Laas war einmal mehr ein Höhepunkt. Die Laaser Organisatoren bewiesen, dass sie auch kurzfristig Weltcuprennen auf höchstem Niveau perfekt organisieren können. Denn, keine zwei Wochen vor der fünften und vorletzten Weltcupetappe war entschieden worden, die Rennen in Laas über die Bühne zu bringen. Aufgrund des Schneemangels in Slowenien hatten es die Organisatoren in Zelezniki nicht rechtzeitig geschafft, die Bahn wettkampftauglich zu machen. Anders die Laaser: Bahnchef Erich Trenkwalder und Co. stellten den weltbesten Naturbahnrodlern einmal mehr eine optimale Bahn zur Verfügung. Dafür gab es unter anderem Lob von höchster Stelle. Kein Geringerer als Josef Fendt, Präsident des internationalen Rennrodelverbandes FIL, betonte: „Eine perfekte Bahn“. Und der Grödner Leander Moroder, Vizepräsident des Landeswintersportverbandes FISI und dabei unter anderem zuständig für den Rodelsport, ergänzte: „Die wohl beste Bahn im Weltcupzirkus“. 

„Bin nicht zufrieden“

Einen Schönheitsfehler gab es in Laas aber dann doch. Lokalmatadorin Greta Pinggera musste sich mit Rang 3 begnügen. Die Laaserin hätte sich eigentlich mehr vorgenommen. „Ich bin nicht zufrieden. Es waren zwei schlechte Läufe. Insbesondere der erste Lauf war nicht gut. Aber auch im zweiten Wertungslauf lief es trotz Materialumstellung nicht wesentlich besser. Ich weiß nicht woran es lag“, erklärte Pinggera. Eine echte „Heimstrecke“ sei es für sie aber jedenfalls nicht gewesen. „In den vergangenen Jahren haben wir hier eigentlich selten trainiert“, erklärte die Vinschgerin. Als Kind sei sie zwar auf dieser Bahn „groß geworden“, seitdem habe sich jedoch viel verändert. Auf die siegreiche Passeirerin Evelin Lanthaler fehlten ihr 1,33 Sekunden. Mit ihrem fünften Saisonsieg kürte sich Lanthaler ein Rennen vor Schluss auch zur Gesamtweltcupsiegerin. Lanthaler hat vor dem Finale in Umhausen (Nordtirol), das am kommenden Wochenende stattfindet, 585 Punkte auf dem Konto, Greta Pinggera als zweitplatzierte 470. Nur 5 Punkte hinter der Laaserin lauert nun aber die Österreicherin Tina Unterberger, die am Wochenende den zweiten Platz holte, 1,19 Sekunden hinter Lanthaler. „Jetzt gilt es in Umhausen den zweiten Platz in der Gesamtwertung abzusichern“, so die 25-jährige Pinggera. Eine Woche nach dem Weltcup-Finale
steht dann noch die Europameisterschaft in Moskau auf dem Programm. „Natürlich möchte ich dann wieder angreifen“, blickte Pinggera voraus. 

Nadine Staffler holt bestes Weltcupergebnis 

Zufriedener zeigte sich eine zweite Lokalmatadorin. Die 19-jährige Laaserin Nadine Staffler schaffte erstmals die Qualifikation für den entscheidenden zweiten Lauf. Im ersten Lauf reichte ein sechster Rang, um sich als eine der drei besten Starterinnen der italienischen Nationalmannschaft für den zweiten Lauf zu qualifizieren. Das Kontingent der azurblauen Rodlerinnen war nämlich auf drei Plätze im Finale beschränkt. Auch im Finale holte Staffler Rang 6 und damit ihr bisher bestes Weltcupergebnis. „Ich bin natürlich sehr zufrieden. So kann es weitergehen“, freute sie sich. Mit Sara Bachmann war noch eine Vinschgerin in Laas mit dabei. Die Latscherin, die für Deutschland startet, holte den 9. Platz. 

Daniel Gruber verpasst Finale

Ebenfalls in Laas mit dabei war der für den SC Laas startende Schleiser Daniel Gruber. Der talentierte Nachwuchsrodler (Jahrgang 2002), der in dieser Saison den Junioren-Gesamtweltcup gewonnen hat, landete im ersten Lauf auf Rang 12. Da nur vier „Azzurri“ bei den Herren im Finale starten dürfen, verpasste er somit die Qualifikation für den zweiten Lauf. Mit seiner Zeit durfte sich Gruber aber über Rang 2 im Nationencup, knapp hinter Mathias Troger aus Tisens, freuen. Der Weltcupsieg in Laas ging an den Österreicher Michael Scheikl. Platz 2 holten sich zeitgleich der Völser Patrick Pigneter und der Nordtiroler Thomas Kammerlander.

Michael Andres
Michael Andres

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