Im Rahmen der 100-Jahrfeier des ASV Latsch stand kürzlich ein Testspiel gegen die Vinschgau-Auswahl an. Hier mussten sich die erfolgsverwöhnten Altherren 3:6 geschlagen geben.
Siegreich: Die Latscher Altherren holten den Titel.
1.000 Euro Spende an den Vinzenzverein.

Landesmeister! Latsch jubelt

„Familie Altherren“ erobert den Titel im Kleinfeld-Fußball. 

Publiziert in 12 / 2022 - Erschienen am 5. Juli 2022

LATSCH - Es war eine Saison der Superlative für den ASV Latsch Altherren, kurzerhand genannt „Familie Altherren“. Am Ende der Saison stand der Gewinn des VSS-Kleinfeld-Landesmeistertitels. Ein Erfolg, den die Latscher seit Jahren anstrebten. Ein Erfolg, an dem sie in den vergangenen rund zehn Jahren mal knapper dran waren, mal weiter entfernt, aber freilich immer daran geglaubt haben. Der Reihe nach: Begonnen hat alles 2011. Dies war sozusagen die erste Saison der Latscher Altherren in dieser Formation. Altherren trifft es generell nicht immer, schließlich kann man ab 30 Jahren Teil der Altherren-Fußballer sein. Wobei vor allem die Latscher seit jeher den Schnitt nach oben schraubten. „Was nicht immer einfach war, viele andere Teams rüsteten in den letzten Jahren stark auf, mit jüngeren Spielern, die direkt aus starken Kampfligen kamen“, erinnert Lukas Schwarz, an dieser Stelle Pressebeauftragter der „Familie“, im Gespräch mit dem der Vinschger. Wobei er auch zugibt: „Heuer vor Saisonbeginn holten wir uns selbst Verstärkung von drei ‚jungen‘ Akteuren“. So war heuer der jüngste mit Hannes Angerer Jahrgang 1992, der älteste Rupert Andersag, Jahrgang 1967. 

So entstand die „Familie“ 

Bereits in der „Debütsaison“ 2011/2012, eroberte man den 2. Platz. Auch in den Jahren darauf war man mit den Rängen 5, 5, 3 und 3 stark. Einen Ausreißer gab es in der Saison 2016/2017, man musste sich mit Platz 8 begnügen. Es war zu dieser Zeit als der Name „Familie Altherren“ entstand. Nach einem enttäuschenden Spiel in Eyrs wurde dieser Spitzname in der Kegelbar geboren. Man schwor sich ein, auf Zusammenhalt und Kameradschaft. In den Jahren darauf lief es mit den Plätzen 6, 7,4 und 6 etwas besser. Der ganz große Coup blieb aber aus. Bis heuer. 

12 Siege aus 12 Spielen 

Sieben Mannschaften gingen 2021/2022 in der südtirolweit einzigen Altherren-Kleinfeldfußballliga des VSS an den Start, neben Latsch waren es Schluderns, Holzersond Mortin (St. Martin in Passeier), 1. MFC Optimal Service (Meran), Prad, Laas und Schenna. Gespielt werden in der Liga 2 mal 30 Minuten, eine Mannschaft stellt fünf Feldspieler und einen Torwart, gewechselt wird fließend. 16 Spieler und sieben Betreuer bzw. Helfer waren heuer Teil des Latscher Teams – bis auf 2 Kickern aus Göflan, einem aus Kortsch und einem aus Kastelbell kommen allesamt aus der Gemeinde Latsch. Als Kapitän fungierte Reinhard „Bomber“ Gruber, Harald Trafoier hat die Koordination für die Vereinstätigkeiten inne, Stephan Niedermair wurde im Laufe des Jahres zum Spielertrainer. „Es geht zwar in erster Linie um Sport, Spaß und Zusammenhalt, aber natürlich ist man immer ambitioniert, vorne mit dabei zu sein. Heuer erkannten wir, dass es mit dem Titel endlich klappen kann. So sollten die Entscheidungen in die Hände eines Trainers gelegt werden“, erklärt Lukas Schwarz. Von Beginn an hatte das Team einen Lauf, zeigte nicht nur technisch versierten Kombinationsfußball, sondern stets auch Kampfgeist und Leidenschaft. Am Ende der Saison standen 12 Siege aus 12 Spielen. 

Meisterstück in Laas 

Bereits 2 Spiele vor Schluss hatten sich die Latscher den Meistertitel gesichert. An jenen Samstag Mitte Mai triumphierte Latsch in Laas mit 9:3. Es wurde gefeiert, bis in die Morgenstunden hinein. Die Schlanderser Kegelbar wurde kurzerhand zur „Heimspielstätte“ des ASV Latsch in dieser Nacht. Trotz der Feierlichkeiten galt es aber noch einiges zu tun. Zu Ende bringen, was man mehr als erfolgreich angefangen hat. Nach 10 Siegen aus 10 Spielen sollte es eine „perfekte Saison“ werden. Sprich, eine Saison ohne Punktverlust. Gerade beim letzten Spiel, daheim gegen St. Martin, wurde dieses Vorhaben gefährdet. Bis 5 Minuten vor Schluss lagen die Vinschger 1:2 zurück. Hannes Stecher und Stefan Niedermair mit einem Treffer in buchstäblich letzter Minute drehten die Partie. Auch den Torschützenkönig stellte in dieser Saison der ASV Latsch. „Legionär“ Martin Telka, ein Slowake der seit jeher im Vinschgau arbeitet und in Göflan lebt, erzielte 30 Treffer. Telka spielt seit knapp drei Jahren bei Latsch. Die ewige Torschützenliste der vergangenen 10 Jahre führt „Bomber“ Reini an, mit insgesamt 89 Treffern. 

Soziale Aktionen 

Auch abseits des Fußballplatzes zeigen sich die Latscher engagiert. So fand Ende April am Staatsfeiertag ein Frühschoppen am Latscher Lacusplatz statt. Im Rahmen der Benefizaktion konnten rund 1000 Euro an den Vinzenzverein Latsch gespendet werden. Auch künftig wolle man sich sozial engagieren und gleichzeitig für Belebung im Dorf sorgen. Und noch eines steht für die nahe Zukunft schon fest: In der kommenden Saison gilt es den Titel zu verteidigen – mit viel Zusammenhalt. Wie in einer Familie. 

Info

Folgende Spieler und Helfer gehörten zur Latscher Meistermannschaft 2022: Rupert Andersag, Hannes Angerer, Fabrizio Bagolin, Marcel Bullio, Patrick Fleischmann, Reinhard Gruber, Stephan Niedermair, Rene Pirhofer, Robert Pitscheider, Dietmar Raich, Klaus Rinner, Lukas Schwarz, Hannes Schwemm, Hannes Stecher, Ivan Tagliapietra, Richard Tappeiner, Martin Telka, Harald Trafoier, Benjamin Tragust, Randolf Trenkwalder, Stefan Weiss, Markus Wellenzohn sowie die Frauen und Kinder. 

Michael Andres
Michael Andres

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