Noch 135 Tage bis zum Joch

Prad - Nun gibt es kein Zurück mehr: Das Laufereignis des Jahres geht in die heiße Phase. In 135 Tagen - am 17. Juni - wird man wissen, wie viele sich ins Heldenbuch „Stelviomarathon“ eingetragen haben. Noch beträgt das Nenngeld 90 Euro. Nach dem 30. April steigt es auf 110 Euro; ab 31. Mai werden es 130 Euro sein. Damit werden Startpakete, 15 Verpflegungsstellen, die Pasta-Party, Preisgelder und viele andere Leistungen geboten. Die Voraussetzungen für diesen Bergmarathon der Extraklasse wurden durch die Gründung eines Vereins und durch die Bildung eines Organisationsteams geschaffen. Präsident Peter Pfeifer und OK-Chef Gerald Burger wissen aus Eigenerfahrung, um was es geht, wenn es um einen Marathon geht. Es soll der scherzhafte - so kam es vor gut 20 Jahren den meisten vor - Zwischenruf von Lauflegende Ignaz Veith aus Mals gewesen sein, der das Undenkbare vorstellbar machte. „Wir könnten ja aufs Stilfserjoch laufen!“ soll er gesagt haben. Seither haben die Mannen um Gerald Burger viel Erfahrung mit extremen Großveranstaltungen gesammelt. Seither sind sie sich auch bewusst, dass eine Laufstrecke nicht nur für Läufer da ist, sondern mit landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten allen - Einheimischen, Vereinen, Helfern, Angehörigen, Zuschauern und Betreuern - bekannt sein muss. Sie aufzuzählen hatte Peter Pfeifer, selbst ein erfahrener Läufer, keine Mühe. Über Bild und Film stellte er die seit November markierte Marathon-Strecke, den 26 km-Klassiker und den 26 km-Jochmarsch vor. Wie man am leichtesten zum „Helden“ wird und wie man sich sinnvoll vorbereiten könnte, erzählte der „König des Reschenseelaufs“, der Sieger des Jungfraumarathons und der 100 km-Spezialist Hermann Achmüller. Seine Teilnahme hat er zugesichert, aber er wolle den Lauf genießen, erklärte er und warnte die zukünftigen Stilfserjochbezwinger: „Man kann diesen Marathon auf den ersten flachen 10 km verlieren oder auf den letzten 5 km gewinnen.“ Auf gut Deutsch: Man soll Burgen, Kirchen und mittelalterliche Lauben zwischen Marathon-Start im Zentrum von Prad auf 915 Höhenmetern und den Start zum 26 km-Lauf und Marsch am 890 m hoch gelegenen Fischweiher in den Prader Sanden durchaus genießen. Wirklich ernst wird es, wenn es durch die verwinkelten Gassen in Stilfs auf 1.300 m geht, wenn das Wildgehege von Fragges passiert und die Furkelhütte auf 2.150 m erreicht ist. Beim Eintritt in die legendäre Stilfserjochstraße auf Kehre 25 habe man wieder mehr Zeit und Gelegenheit zum Ausschnaufen und das überwältigende Bergpanorama zu genießen, meinte Präsident Pfeifer. Über 24 weitere Kehren seien es dann nur mehr 567 Höhenmeter, bis man sich Held nennen könne.
Günther Schöpf
Günther Schöpf

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