Bei der Zielankunft in Naturns
Zufrieden: Uli Stampfer, der Geschäftsführer des Naturnser Tourismusvereins
Freut sich über viel Werbung für Naturns: Bürgermeister Zeno Christanell
Er jubelte vom Podest: Gianni Moscon
Das große Fest rund ums Rennen blieb aufgrund der Pandemie aus.

Rad-Elite zu Gast

Die besten Radprofis der Welt rasten durch den Vinschgau. Die Zielankunft in Naturns wusste zu begeistern. 

Publiziert in 15 / 2021 - Erschienen am 29. April 2021

NATURNS - „Internationale Medien- und TV-Präsenz, nachhaltige Werbung für den Vinschgau, Naturns und ganz Südtirol“, freute sich Uli Stampfer, der Geschäftsführer des Naturnser Tourismusvereins am 21. April in Naturns. Im Dorfzentrum war die Zielankunft der dritten Etappe der Tour of the Alps, einem international prestigeträchtigen Radrennen für Profiteams. Zwar waren Zuschauer offiziell freilich keine erlaubt, aber dennoch konnten sich einige Passanten und Einheimische ein Bild vom Tross der Radstars machen. „Es war ein Höhepunkt und die Organisation klappte bestens, nur schade, dass aufgrund der Pandemie kein großes Fest möglich war. Wir hätten gerne gemeinsam mit vielen Zuschauern und Fans gefeiert“, erklärte Stampfer. Der Tourismusverein habe die Organisation aber tatkräftig unterstützt. „Ein solches Event ist so oder so eine große Chance“, weiß Stampfer. 

Strenge Sicherheitsprotokolle 

Bereits im Vorjahr hätte die Tour nach Naturns kommen sollen, damals musste das Etappenrennen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. In dieser Saison sind Profiveranstaltungen mehr oder weniger weltweit erlaubt – auch bei dieser euroregionalen Tour, die vom Verein GS Alto Garda in Zusammenarbeit mit den drei Ländern der Europaregion (Tirol, Südtirol und Trentino) organisiert wird, handelt es sich um eine Veranstaltung für Profis. „Sämtliche Teilnehmer, Funktionäre und Organisatoren sind auf das Coronavirus getestet. Es gibt strenge Sicherheitsprotokolle“, erklärte Stampfer. Einzelne Vinschger und Passanten hatten kritisch angemerkt, ob es sinnvoll sei, ein solches Event in Zeiten der Pandemie zu organisieren. Jedoch haben die Vinschger Gemeinden ohnehin keine Handhabe diesbezüglich, das Profirennen war vom Regierungskommissariat genehmigt – und ging daher genauso wie der Profifußball, der Eishockeysport und viele weitere Sportevents „corona-konform“ über die Bühne. 

Aufwertung für Naturns

„Es ist eine Aufwertung für die Gemeinde Naturns“, betonte auch der Naturnser Bürgermeister Zeno Christanell. Der Name Naturns werde in die Welt hinausgetragen, die Wertschöpfung sei groß. Auch er wies darauf hin, dass es strenge Covid-Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten gebe, und eine solche Veranstaltung somit auch in Coronavirus-Zeiten sicher über die Bühne gehen könne. „Die Etappe in Naturns war ein großer Erfolg“, lobte er nach dem Rennen. Zum Erfolg machten diese spannende Etappe vor allem auch die Radler selbst. Einige schillernde Namen der Radsportszene waren mit dabei. Noch nie zuvor war die Anzahl der World Tour Teams beim vom G.S. Alto Garda organisierten Etappenrennen so hoch wie heuer. Insgesamt 13 World Tour Teams gingen an den Start. Einer dieser bekannten Radprofis ist der Trentiner Gianni Moscon. Der 27-Jährige aus dem Nonstal, der für das Team Ineos-Grenadiere startet, holte sich in Naturns im Sprint den Etappensieg. Davor standen aber rund 162 Kilometer von Imst nach Naturns auf dem Programm. 

Über Reschen nach Naturns 

Die Strecke führte im Vinschgau über den Reschenpass, Mals, Laatsch Schluderns, den Frinighöfen, Laas, Schlanders, Goldrain, Kastelbell - von dort wieder über Tarsch und Latsch zurück nach Kastelbell - ins Dorfzentrum von Naturns. Rund 4 Stunden und 4 Minuten benötigten die schnellsten Radprofis. Im Sprint war es ein Kopf-an-Kopf-Kampf zwischen Moscon und dem Österreicher Felix Großschartner, mit besserem Ausgang für den Trentiner. Der dritte Platz ging an den Australier Michael Storer, Rang 4 an den „Azzurro“ Matteo Fabbro. „Die Strecke bot einige gute Möglichkeiten, um sich vom Feld abzusetzen. Das Höhenprofil war eine Herausforderung“, erklärte der siegreiche Moscon. 

Ein Brite holt Gesamtsieg

Die Augen in Naturns waren aber freilich auch auf den britischen Radstar Simon Yates gerichtet. Schließlich kam er im grünen Trikot des Gesamtführenden nach Naturns – und konnte dieses auch behalten. Der Engländer vom Team BikeExchange konnte die anspruchsvolle Etappe ohne große Probleme bewältigte. Er erreichte 49 Sekunden hinter dem Sieger das Ziel. „Heute konnten wir das Rennen kontrollieren, das Team hat einen tollen Job gemacht und ich konnte etwas Energie sparen“, erklärte der Brite bei der Zielankunft in Naturns. Die Gesamtführung gab Yates übrigens während des ganzen Etappenrennens nicht mehr her. Auch nach der Königsetappe, die über fast 170 Kilometer von Naturns ins Trentiner Chiesetal nach Pieve di Bono führte, blieb Yates vorne. Nach der fünften Etappe, wo es zum Finale vom Chiesetal nach Riva del Garda ging, jubelte er schließlich über den Gesamtsieg bei diesem Etappenrennen, das vielen Radprofis als Vorbereitung für den Giro d’Italia dient. Der Kampf um das Rosa Trikot beginnt am 8. Mai. Auf Südtirols Straßen wird dabei heuer aber nicht gefahren. 

Michael Andres
Michael Andres

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