Hochkarätiges Freundschaftsspiel: Kaiserslautern (in roten Trikots) traf auf den FC Obermais.
Abt Markus Spanier (links) und ASV-Mals-Präsident Helmut Thurner.

So viel Fußballtradition in Mals

Der 1. FC Kaiserslautern war zu Gast im oberen Vinschgau.

Publiziert in 24-25 / 2021 - Erschienen am 20. Juli 2021

MALS - Michael Ballack, Ciriaco Sforza, Miroslav Klose, Olaf Marschall und viele viele mehr: Sie alle standen für den 1. FC Kaiserslautern auf dem Platz. Keine Frage, die Pfälzer sind ein Kultklub in Deutschland, auch wenn man mittlerweile „nur“ in der 3. Liga spielt. Auch in dieser Liga strömten aber im Schnitt rund 20.000 Zuschauer in „Nicht-Corona-Zeiten“ ins Fritz-Walter-Stadion, den Betzenberg. „Der Betze brennt“ bzw. „bebt“ pflegt man in der Pfalz zu sagen. 
Dieser ruhmreiche FCK gab sich kürzlich in Mals die Ehre. Nach wie vor ist Lautern übrigens der einzige deutsche Verein, der als Aufsteiger die Meisterschaft holte. Dieses Kunststück gelang 1998. Daran erinnert sich auch Helmut Thurner, der Präsident des ASV Mals: „Alle die gegen den FC Bayern waren, wurden damals sozusagen zu Lautern-Fans und drückten dem Underdog aus der Pfalz die Daumen. Dieser Verein hat eine riesige Tradition“. 
Dass Lautern nun erstmals die Trainingszelte im oberen Vinschgau aufgeschlagen hat, sei eine große Wertschöpfung für Mals und den ganzen Vinschgau. Die „roten Teufel“, wie die Pfälzer seit jeher genannt werden, gehören zum erweiterten Favoritenkreis was den Aufstieg in die 2. Bundesliga betrifft. Der im Jahre 1900 gegründete Verein landete in der vergangenen Saison auf Rang 14, konnte aber sämtliche Leistungsträger halten und sich weiter verstärken. Unter anderem Felix Götze, der Bruder des deutschen WM-Torschützen von 2014 Mario Götze, bleibt in der Pfalz. Felix Götze wurde für eine weitere Saison vom Bundesligisten Augsburg ausgeliehen. Auch Daniel Hanslik, der zuvor ausgeliehen war von Holstein Kiel, bleibt beim FCK und konnte gar fest verpflichtet werden. Im vierten Anlauf soll dem Team um Coach Marco Antwerpen und Geschäftsführer Thomas Hengen damit die lange ersehnte Rückkehr in die zweite Bundesliga gelingen. 

Feinschliff geholt

Ohnehin zeigte sich die Führung des deutschen Traditionsvereins zufrieden mit den Bedingungen in Mals. Alles habe reibungslos geklappt, hier habe man sich den optimalen Feinschliff für die am 23. Juli beginnende Drittliga-Saison geholt. Im Rahmen der Vorbereitung standen in Mals auch zwei Freundschaftsspiele auf dem Programm. Am Sonntag, 4. Juli, trafen die „roten Teufel“ auf Unterhaching. Die Bayern, die von der 3. in die 4. Liga abgestiegen waren, absolvierten ihr Trainingslager in Schlanders (der Vinschger hat berichtet, siehe Ausgabe 22-23). Boipelo Mashigo brachte dabei das von Sandro Wagner trainierte Hachinger Team in der achten Minute mit einem Freistoß in Führung. In der Schlussphase glich Lauterns Neuzugang Mike Wunderlich (80.) per Elfmeter für den FCK aus. 
Ein weiterer Testkick stand am Donnerstag, 8. Juli, an. Dabei ging es gegen den Oberligisten FC Obermais. Aufgrund einbrechender Gewitter musste das Spiel jedoch nach rund 26 Minuten abgebrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt lag der FCK mit 1:0 in Führung. Daniel Hanslik erzielte nach 15 Minuten den Treffer für die „roten Teufel“. 

Der Abt als Lautern-Fan

Markus Spanier, der Abt des Kloster Marienbergs, ließ sich das Spiel zwischen Haching und dem FCO freilich nicht entgehen. Schließlich ist der 60-Jährige in Kaiserslautern geboren und im rheinland-pfälzischen Haupstuhl aufgewachsen. Seit 2006 ist Spanier im oberen Vinschgau, damals wurde er Prior der Benediktinerabtei Marienberg. Auch für ihn war es eine Freude, das Team aus seiner Heimatstadt in Mals begrüßen zu dürfen. Der Abt freute sich über ein geschenktes Trikot der Fußball-Profis. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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