Gerald Burger überreichte dem überraschten „Rekord-Dreitausender“ Andreas Kristandl als Spezialpreis einen Rucksack.
Die 11-tägige Bergtour begann auf dem Danzebell zwischen Langtaufers und Planeil.
Andreas Kristandl auf der Weißkugel, seinem höchsten Punkt.
Der Äußere Bärenbartkogel von Matsch aus leistete Widerstand.

Wenn das nicht Spitze ist

In 11 Tagen hat ein Lichtenberger alle 30 Dreitausender rundum Langtaufers bestiegen.

Publiziert in 40 / 2019 - Erschienen am 19. November 2019

Lichtenberg - Dass Andreas Kristandl „für Hunger und Durst“ in die Berge geht, war schon mal die mentale Voraussetzung, in das ungewöhnliche Unternehmen einzusteigen. Dem Lichtenberger „Bergfex“ war ein „sportliches Wanderprojekt“ der Ferienregion Reschenpass zu Ohren gekommen. Tourismusdirektor Gerald Burger wollte Langtaufers sportlichen Bergwanderern schmackhaft machen. Er ließ eine Liste aller Bergspitzen über 3.000m rund um das „Toul“ erstellen und an den Gipfelkreuzen oder an eigens aufgestellten Stangen Plaketten mit dem Schriftzug „Selfies on Top“, Selbstbild auf der Spitze, und ein Täfelchen mit Gipfelnamen und exakter Höhe anbringen. Dadurch sollten alle eine Auszeichnung in Bronze erhalten, wenn sie 5 Selfies als Beweis einschickten. 10 Gipfel über 3.000 wurden versilbert. Gold gab es für 15 Bergspitzen im Umkreis von Langtaufers. Und was wäre, wenn man alle Dreitausender schafft? Wär‘ das in einem einzigen Sommer zu packen? Andreas, körperlich in Top-Form, wollte sich genau diese Fragen beantworten. Mit Ferienregion und Gold-Silber-Bronze-Abzeichen hatte er nichts am Hut. Na dann los. Am Freitag, 23. August stand Andreas auf dem 3.148 m hohen Danzebell, im westlichen Kamm der Planeiler Berge und knipste sein erstes „Selfie“. Am Sonntag wurde vom Matschertal aus die 3.363 m hohe Freibrunner Spitze angegangen. Weiter ging’s im September am nördlichen Bergzug mit dem Großen Schafkopf von Gschwell in Langtaufers aus. Andreas wusste, dass er sein Selfie auf der Höhe des Querbalkens machen musste, um auf genaue 3.000m zu kommen. Weil der Septembertag zwar kalt, aber schön war, schloss er die 3.042m hohe Nauderer Hennesigl-Spitze gleich an. Am Sonntag, 15. September kraxelte und balancierte er über den Felsgrat vom Glockhauser auf 3.012m über 5 Gipfel bis zur Nasswandspitze auf 3.090m. Der Gipfelrausch des Andreas Kristandl erreichte einen ersten Höhepunkt, als er am Samstag den Talschluss von Langtaufers umkreiste von der Weißseespitze, 3.498m zum Vernagl, 3.335m. Am Tag darauf, weil Sonntag war, gönnte er sich 7 Gipfel zwischen dem „gestreckten Dreitausender“ Schwarzkopf bis zum Roten Kopf mit 3.246m. Andreas hat die Tour auf die 3.738m hohe Weißkugel und die 3.526 hohe Langtauferer Spitze als die „schönste“ bezeichnet. Am Tag darauf heimste er rund um die Karlesspitzen weitere 4 Dreitausender ein. Im Oktober fehlten Andreas noch 3 Gipfel. Inzwischen hatten sich die Verhältnisse geändert. Er brauchte 4 Versuche für 3 Dreitausender. Mit dem 3.473m hohen Äußeren Bärenbartkogel hatte er endlich alle 30 Gipfel beisammen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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