Die Italienmeister aus Mals mit Trainern und Präsident Stefan De March
Maria Lara De March, drei Mal auf dem Podium
Francesco De Stefani und Pia Kopania, der Vize und die Italienmeisterin
Anton Gurschler, ein neuer Stern am Badminton-Himmel

„Wir sind wieder die Besten“ 

Und wieder stellt Mals den erfolgreichsten Badminton-Nachwuchs Italiens. 

Publiziert in 39-40 / 2021 - Erschienen am 23. November 2021

Mals/Mailand - Die Landesmeisterschaften UNDER am 8. Oktober in Mals waren so etwas wie ein Probelauf für die Italienmeisterschaften in Mailand. Weil die Malser aber bei der Meisterschaft zu Hause so erfolgreich waren und acht Landesmeistertitel, 11 Silber- und 18 Bronzemedaillen einheimsten, entstand natürlich Erwartungsdruck –nicht nur auf die Spielerinnen und Spieler, sondern auch auf das Trainerduo Roy Mulder und Tom Scholz. Dass dieser Druck sich erhöhte und wirklich alles von den Coaches abverlangte, lag auch daran, dass erstens Mentalcoach Valentin Piffrader in Mailand nicht dabei sein konnte und zweitens, dass zum Auftakt einer der Besten aus dem Teilnehmerfeld gestrichen wurde. Der in Moldawien geborene Sebastian Tataru, der gleich drei Landesmeistertitel geholt hatte, war bürokratisch noch kein Italiener. So waren es 31 Nachwuchsspielerinnen und -spieler, die mit vielen Erwartungen in die Lombardei reisten. Die Erinnerung an die erfolgreiche Meisterschaft von 2019 in Catania war noch wach. 

Wenn es schwierig wird….

„Abwesenheit und Ausschluss waren schon mal große Brocken, die wir runterzuschlucken hatten. Head Coach Roy und Tom Scholz merkten spätestens jetzt, welch große Schuhe Henri Vervoort hinterlassen hatte“, kommentierte Koordinatorin Claudia Nista. Das Malser „Expeditionscorps“ machte schon zahlenmäßig Eindruck. Nur in der Kategorie U15 Knaben war man nicht vertreten. Es gab einen überraschend positiven Auftakt am Tag 1 bei den Mixed-Bewerben. Es folgten ein „mäßiger Freitag“ und ein mehrfach enttäuschender Samstag. Nista berichtete dazu: „Schlüsselspiele wurden knapp verloren. Ganz oft gewannen wir den ersten Satz, ließen uns im zweiten Satz dann etwas ‚einlullen‘ und kamen dann mit dem Druck im dritten Satzes nicht ganz klar.“ Den Samstagabend verbrachte man auf „Malser Art“. Man saß gemütlich zusammen und verarbeitete das Erlebte. Das gemeinsame Foto vor Italiens einzigem, gotischem Dom machte den jungen Vinschgern erst bewusst, dass allein die Reise nach Mailand ein großes Privileg war und dass die 10 Endspielplätze vor dem sonntäglichen Finale eine tolle Bilanz darstellten. „Von da an lief das Anfeuern wie am Schnürchen. Die gemeinsamen Gespräche auf der Tribüne schlossen die Reihen. Unser Schlachtruf ‚Hopp Mals!‘ im großen Kreis der Athleten und der Wunsch, den Mannschaftspokal wieder in den Obervinschgau zu bringen, weckten ungeahnte Energien“, so Claudia Nista.

…sind die Malser voll da.

Der Sonntag war nichts für schwache Nerven. Luca Zhou (19) hatte am Vortag in einem großartigen Spiel das Halbfinale gegen Dauerrivalen Alessandro Gozzini (Chiari) verloren, aber mit ihm gemeinsam im Doppel den Titel geholt. Zusammen mit Anna Sofie De March holte er im Mixed den Vizemeister-Titel. Was Kampfgeist bewirkt, zeigten Anna Hohenegger und Carolin Rauner in der Kategorie U 17. Sie holten bravurös den Titel gegen die Boznerinnen Kössler/Kleinrubatscher. Richtig aufhorchen ließen aber die Jüngsten - trotz der Abwesenheit von Sebastian. Sie waren in vier Finals präsent. Für Pia Kopania gab‘s den ersten Titel zusammen mit Margerita Tognetti (Mailand). Die 12-jährige Pia aus Mals war „das Küken“ bei der Meisterschaft in Catania 2019. Den eigentlichen Husarenstreich setzte Anton Gurschler aus Staben (U13). Er krönte sich zum doppelten Italienmeister, zuerst mit Alessio Catalfamo aus Sizilien und dann mit der Mailänderin Margerita Tognetti im Mixed. Vier Mal die Woche mit dem Zug von Staben nach Mals zu fahren, hatte sich gelohnt. Silbermedaillen holten zudem Maria Lara De March (U15, 2x), kommt aus dem Oberschulprojekt, und Francesco De Stefani (U13, 2x) nach „dem spannendsten Finale Norden gegen Süden“. „Wir haben das Glück viele Spieler zu haben, und fast in jeder Kategorie gut aufgestellt zu sein, das hat dazu geführt, dass wir mit hohem Vorsprung den Mannschaftspokal gewonnen haben, zum 12. Mal in Folge. Darauf sind wir und die ganzen Spieler mächtig stolz“, fasste Claudia Nista zusammen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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