Mehrheitlich abgeblitzt: „Wir wählen, wenn es soweit ist“

Publiziert in 8 / 2010 - Erschienen am 3. März 2010
Latsch – Auch diese Botschaft ist eine Botschaft. Nämlich: „Wir wählen, wenn es soweit ist und nicht wenn es irgend­welchen Ortsgruppen der Südtiroler Volkspartei in den Kram passt.“ Die Latscher Bürgerschaft hat den Koordinierungsausschuss kalt erwischt und die sogenannte „Kandidatenermittlung“ am 27. und 28. ­Februar links liegen lassen. Dabei hatte man sich bewusst demokratisch gegeben, über alle Anschauungen hinweg zur Mitbestimmung eingeladen und sogar die Altersgrenze um zwei Jahre nach unten verschoben. Von wegen. Abgesehen davon, dass die Ortsgruppe Morter nie etwas aus dieser Form der Kandidatensuche gehalten hatte, abgesehen davon, dass zum Ärger vieler die Arbeitnehmer im Hauptort einen Brief mit fünf Namen verschickt hatten, ist aus den Vorwahlen, die nie Vorwahlen heißen sollten, sondern immer nur Kandidatenermittlung, der traurige Rest einer Meinungsumfrage unter 330 Bürgern geblieben. Trotzdem oder gerade deswegen nahmen es viele der potenziellen Gemeinderatskandidaten von der positiven Seite. Jene, die die Listen nach Nennungen gereiht anführen und sie auch repräsentativ halten, können sich zumindest einbilden: wir sind irgendwie bei den Bürgern bekannt. Jene, die in diesen Ranglisten weiter hinten aufscheinen, können sich damit trösten, dass am 16. Mai in der Gemeinde Latsch fast 4.000 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt sind. Im Hauptort hat sich der ehren­amtlich als Kulturreferent tätige Mauro Dalla Barba vor dem „alten Hasen“, Sozialreferent Hans Mitterer, und der Gemeinderätin Helene Schuler an die Spitze der „Ermittlungsliste“ gesetzt. Es folgen Sport­referent Walter Theiner und die Gemeinderätinnen Christine Eder und Verena Rinner. ­Theiner und Rinner sind von der Bürgerliste als Arbeitnehmer in die Sammelpartei zurückgekehrt. Der erste Neuling, Werner Schuler, taucht auf Platz 7 der 20 Namen umfassenden Liste auf. In Goldrain, der größten Fraktion der Gemeinde Latsch, liegt Umweltreferent Roland Riedl vor Gemeinderat Hans Rungg und dem Neuling Margit Ladurner an der Spitze. Etwas überraschend scheint in Tarsch die Schulreferentin Andrea Kofler vor den ehemaligen Bürgerlistler Herbert Schwarz und dem Neuling Harald Stampfer in der 14 Namen umfassenden ­Liste auf. Im Plima-Dorf Morter kann man schon fast von einem Boykott sprechen. Gerade mal sieben Bürger schafften mehr als fünf Nennungen, um auf die Liste zu kommen. Angeführt wird sie von Vizebürgermeister Christian ­Stricker. Zur Über­raschung vieler taucht Gemeinderat Harald Plörer nach dem Neuling Erich ­Gamper erst auf Rang 3 auf.
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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