Bär, Wolf und Luchs

Publiziert in 3 / 2012 - Erschienen am 25. Januar 2012
Prad - „Die Glorreichen Sieben“ kennen wir aus dem gleich­namigen Western. „Die Großen Drei“ sind seit dem vergangenen Freitag im Rahmen einer Sonderaustellung im Nationalparkhaus „aquaprad“ in Prad zu ­sehen. Es handelt sich aber nicht um Westernhelden, sondern um die drei Großraubtiere Bär, Luchs und Wolf. Im Nationalparkgebiet und in ganz Südtirol treten diese Großraubtiere zwar nur sporadisch auf und - abgesehen von mehr oder weniger regelmäßigen ­Bäreneinfällen aus dem ­Trentino - als Durchzügler, „doch es ist gut, sich diese Tiere ins Gedächtnis zu rufen, auch wenn sie im Gebiet nicht vorhanden sind,“ meinte Hanspeter Gunsch, der Leiter des Nationalpark-­Außenamtes in Glurns. Diese Tiere brauchen einen intakten Lebensraum „und sehr viel Platz, vor allem in den Köpfen der Menschen.“ Die Ausstellung, die auf einem Konzept des Naturhistorischen Museums Bern fußt, wurde von Mitarbeitern des Außenamtes und des Natio­nalparkhauses „aquaprad“ auf den Vinschgau bzw. den Nationalpark zugeschnitten, vor allem mit kurzen und leicht verständlichen Texten. Auch Dioramen wurden geschaffen. Zu den besonderen Anziehungspunkten gehören Tierpräparate aus dem Ferdinandeum in Innsbruck. Johannes Dietl, der Leiter von „aquaprad“, führte die viele Gäste, die zur Er­öffnung gekommen sind, darunter die Direktoren des Nationalparks Stilfserjoch, Wolfgang Platter, und des Schweizerischen Nationalparks, Heinrich Haller, durch die Ausstellung. Diese gewährt einen fundierten Einblick in die Biologie und das Verhalten der „Großen Drei“. Außerdem werden auch Konfliktfelder mit dem Menschen, zum Beispiel in punkto Landwirtschaft, aufgezeigt sowie auch mögliche Lösungen dafür. Interaktive Elemente ermöglichen einen spielerischen Zugang zum Thema. Die Ausstellung bleibt voraussichtlich bis zum Herbst 2013 zugänglich. Worte der Anerkennung für die Ausstellung und des Lobes für die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde Prad und ­Nationalparkhaus fanden Wolfgang Platter und Bürgermeister Hubert Pinggera.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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