Auf reges Interesse stieß der Beitrag zum Thema Demenz-Erkrankungen, den wir in der Ausgabe Nr. 21 („Der Vinschger“ vom 4.11.2005) veröffentlicht haben. Im nachfolgenden Interview mit Nicole Richard aus Deutschland, Trainerin für Integrative Validation, wird das Thema weiter vertieft.
Die Integrative Validation (IVA) ist eine Methode für Pflege- und Betreuungskräfte für den Umgang und die Kommunikation mit Menschen mit Demenz. Sie ist aus einer fünfjährigen Bundesarbeitsgemeinschaft in Deutschland zwischen Praktikern, Leitungs- und Lehrkräften der Altenhilfe enstanden. IVA basiert auf einer wertschätzenden Grundhaltung. Anerkennung, Respekt und die Ich-Identität der Menschen mit Demenz stehen im Mittelpunkt. IVA unterstützt die Wahrnehmungskompetenzen der Pflegenden. Ausgehend von zugrunde liegenden hirnorganischen Abbauprozessen und den damit in Verbindung stehenden Verlusten und Einbußen der Menschen mit Demenz konzentriert und orientiert sich IVA zentral an deren Ressourcen. Besondere Bedeutung erhält hierbei die Sensibilisierung der Pflegenden auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Erkrankten.
Benachbarte Disziplinen, wie etwa Hospiz- und Biografiearbeit, Körpersprache, Milieutherapie, Basale Stimulation, Umgang mit Sexualität usw. werden mit dem Ansatz der IVA verflochten. Professionelle und angehörende Pflegende können so ihr persönliches „Handwerkzeug“ der Interventionsmöglichkeiten im Umgang mit dementiell erkrankten Personen erweitern und verfeinern.
„Der Vinschger“: Wie sieht Ihre Arbeit aus?
Nicole Richard: Ich arbeite in Italien, in der Schweiz und vor allem in Deutschland. Ich habe eine ganze Reihe von Trainerinnen, die Grundkurse anbieten. Ich mache die Aufbaukurse und Tagungen für große Gruppen. Weiteres kümmere ich mich um neue Themen und Verknüpfungen. Die Demenz an sich berührt ganz viele Themen wie etwa Biografie, Hospiz, Körpersprache oder Milieutherapie.
„Der Vinschger“: Was müssen wir bei der Begleitung Demenz-Erkrankter wissen?
Nicole Richard: Man darf Aussagen von Dementen nicht korrigieren, weil die Menschen sehr wohl spüren, dass sich bei ihnen etwas ändert.