150 Jahre Feuerwehr Glurns
Festschrift gewährt Einblick in die Geschichte der Wehr und zugleich auch in die Entwicklung der Stadt.
Glurns - Seit 150 Jahren leistet die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Glurns einen wertvollen und unverzichtbaren Dienst für das Wohl der Bevölkerung. Anlässlich des runden Jubiläums lud die Feuerwehr am 9. Mai zur Vorstellung des Buches „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Glurns“ in den Stadtsaal ein. Die Initiative, zum 150-jährigen Bestehen ein Buch herauszubringen, war von Ignaz Niederholzer und Leo Stecher ausgegangen. Es bildete sich eine Arbeitsgruppe bzw. ein Redaktionsteam, in dem neben Niederholzer und Stecher auch Helene Dietl Laganda als Autorin, Christof Anstein als Autor sowie Manuel Mahlknecht, Stefan Winkler, Hannah Winkler und Philipp Niederholzer mitwirkten. Von Philipp stammen fast alle Fotos in der über 200 Seiten umfassenden Chronik.
Von den Anfängen bis heute
Wie Helene Dietl Laganda und Christof Anstein ausführten, beschränkt sich das Buch nicht ausschließlich auf die Entstehung und Geschichte der Feuerwehr, sondern gewährt auch Einblicke in die Geschehnisse und Entwicklungen der jeweiligen Zeitabschnitte in Glurns und darüber hinaus. Im ersten Teil erfährt die Leserschaft, wie die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Glurns heute aufgestellt ist. Zurzeit zählt sie 46 aktive Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, 6 Mitglieder, die altersbedingt außer Dienst sind, sowie 6 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Kommandant ist Fabian Stecher, als Stellvertreter steht ihm Mathias Niculussi zur Seite.
Brände und Überschwemmungen
Im zweiten Teil der Chronik beleuchtet Christof Anstein die Zeitspanne von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. Bevor die Feuerwehr der Stadt Glurns, die nach der Schlanderser Feuerwehr – aus der Taufe gehoben im Jahr 1875 – die zweitälteste im Vinschgau ist, am 2. Jänner 1876 auf Initiative der Stadtgemeinde im Hotel „Post“ gegründet wurde, hatte es in Glurns eine „Spritzenmannschaft“ gegeben. Von Großbränden und Überschwemmungen wurde Glurns oft heimgesucht. Vier Mal, und zwar in den Jahren 1499 (Calvenschlacht), 1664, 1732 und 1799 brannte die Stadt gänzlich ab, Teilbrände gab es in jedem Jahrhundert. Dass die Brandgefahr auch heute noch groß ist, zeigten zwei Stadelbrände in der Unterstadt in den Jahren 2006 und 2015. Die Wassergefahren gingen vor allem von der Etsch sowie vom Rambach und Punibach aus. Im dritten Teil des Buches zeichnet Helene Dietl Laganda die Geschichte der Feuerwehr sowie die Entwicklungen vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart nach.
Lob für Feuerwehr und Festschrift
Bürgermeister Erich Wallnöfer, der früher selbst rund 20 Jahre lang Feuerwehrmann war, Landesfeuerwehrpräsident Martin Künig und der ehemalige Landeshauptmann Luis Durnwalder gratulierten der Feuerwehr zum Jubiläum, würdigten den ehrenamtlichen Einsatz der Wehrleute, fanden lobende Worte für die Festschrift und dankten allen, die bei der Herausgabe des Buches mitgewirkt und mitgeholfen hatten. Der Kommandant Fabian Stecher bedankte sich seinerseits im Namen der Feuerwehr beim Land (Abteilung Deutsche Kultur), der Stadtgemeinde Glurns, der Raiffeisenkasse Prad-Taufers und Glurns Marketing für die finanzielle Unterstützung, bei „Siebdruck Wielander“ (Glurns) sowie bei der Bevölkerung, „die uns das Jahr über unterstützt.“ Als besonders Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung der Feuerwehr gegenüber hatte die Stadtverwaltung vom Künstler Harald Punter aus Planeil eine Skulptur anfertigen lassen, die im Rahmen der Feier im Stadtsaal enthüllt wurde und die Stefan Winkler in seiner Funktion als Gemeindereferent der Feuerwehr überreichte und vorstellte. Den Sockel für die Skulptur, an der zwei Hände dargestellt sind – die eine bittet um Schutz, die andere gewährt Schutz – sowie die Elemente Feuer und Wasser, hat Punter aus Palabirnen-Holz geschaffen, und zwar als Symbol für das Ehrenamt.
„Bücher sind Kulturgüter“
Laut dem Kommandanten wurden ausreichend Bücher gedruckt, „damit alle Glurnser Haushalte ein Exemplar bekommen.“ Damit die Festschrift auch gelesen wird, hatte die Schuldirektorin Karin Schönthaler eingangs in einem Kurzvortrag darauf hingewiesen, dass das Lesen von Büchern im Gegensatz zum digitalen Lesen auf Bildschirmen nicht nur die Lesekompetenz, das Textverständnis und das Konzentrationsvermögen fördert, sondern Hand in Hand damit auch die Lebenskompetenz. Wer viel liest, verfügt in der Regel zudem über mehr Empathie-Fähigkeit. Schönthaler: „Bücher sind Kulturgüter. Das gilt auch für diese Chronik. Holen Sie Bücher in Ihre Familien.“