AEB Vinschgau
Ein Elternverein mit starker Stimme
Vinschgau - Der AEB (Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung) zeigte im ersten Halbjahr 2026 erneut, wie wichtig eine engagierte Elternvertretung im Bezirk Vinschgau ist. Mit Ausdauer, Fachkenntnis und viel persönlichem Einsatz setzten sich die Eltern für bessere Rahmenbedingungen der Betreuung und konkrete Entlastungen der Familien ein. Im Februar fanden die Neuwahlen statt. Claudia Zerzer Moser wurde als Bezirksleiterin bestätigt und vertritt den Vinschgau nun auch im landesweiten AEB-Ausschuss in Bozen. Irene Steiner Tscholl übernimmt das Amt der Stellvertreterin.
Folgen für die Werkstatt Prad
Die Neuregelung der Tarifverträge im Sozialbereich führte zu einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 36 Stunden. Für die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Prad bedeutete dies weniger Betreuungszeit –
und damit mehr Belastung für die Eltern. Der AEB reagierte umgehend: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erklärten sich zu bezahlten Mehrstunden bereit, und nach Intervention des AEB stellte Landesrätin Rosmarie Pamer die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung. Damit können in Prad weiterhin 38 Stunden Betreuung angeboten werden.
Beim Treffen mit den Führungskräften der Lebenshilfe Schlanders im Mai wurde der Neustart des Rotationsplatzes für Herbst angekündigt. Dieses Angebot der Wochenend-Unterbringung richtet sich an Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und stellt eine wichtige Entlastung für die betroffenen Familien dar. Das Projekt „Wohnen und Wachsen“ hat sein erstes Jahr erfolgreich abgeschlossen. Es ermöglicht jungen Erwachsenen mit Behinderung, selbständiges Wohnen außerhalb der Familie zu üben – begleitet und in einer stabilen Gruppe.
Die Initiative stammt von den AEB-Eltern. Mit Unterstützung der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und der Lebenshilfe konnte das Projekt im Frühjahr 2025 starten und wird im Herbst fortgeführt.
Austausch und Gemeinschaft
Im Juni fand das traditionelle Grillfest im Calva Wald in Taufers im Münstertal statt. In geselliger Atmosphäre wurden Informationen ausgetauscht, Anliegen besprochen und Gemeinschaft gepflegt – ein wichtiger Fixpunkt im Jahreslauf des AEB Vinschgau. Großen Zuspruch erfährt die Sonntagsbetreuung des Vereins Adlatus – derzeit die einzige Möglichkeit für Familien im Vinschgau, einmal im Monat einen Sonntag entlastet zu sein. Ein wertvolles Angebot mit großer Wirkung.
„Ferrari Haus“ in Mals
Im November soll das „Ferrari Haus“ in Mals bezugsfertig sein –
ein neues Wohnangebot für Menschen mit Behinderung im oberen Vinschgau. Die Initiative geht auf die langjährige Forderung der AEB-Eltern zurück; der Malser Bürgermeister Josef Thurner hat diese aufgegriffen, die Finanzierung kommt vom Land. Kritisch sieht der AEB jedoch, dass Eltern nicht in die Planung einbezogen wurden. Besonders die vom Land festgelegte Erhöhung der Zahl der Betreuten könnte zu einem Qualitätsverlust führen. Der AEB wird hierzu das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen.
Dank an die „Feliussiedlung“
Eine Spende erhielt der AEB von der Nachbarschaftsfeier „50 Jahre Feliussiedlung“ in Laas. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatorinnen und Organisatoren. Das erste Halbjahr 2026 zeigt: Der AEB Vinschgau bleibt eine treibende Kraft im Einsatz für Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Mit klaren Worten, konstruktiven Gesprächen und beharrlichem Engagement setzt die Elterninitiative wichtige Impulse für ein inklusives und solidarisches Vinschgau.