Alles begann mit dem Blaukraut
Die Sozialgenossenschaft Vinterra feierte ihr 10-jähriges Bestehen. Personalmangel als größte Herausforderung
Mals - Im Jahr 2014 war in Mals kein biologisch angebautes Blaukraut aus dem Vinschgau erhältlich. Das war die Initialzündung und schon ein Jahr später war die Sozialgenossenschaft Vinterra geboren. Eine der Geburtshelferinnen war Martina Hellrigl, von ihr stammen auch der Name Vinterra – Vinschger Erde – und das Logo, ein durchgeschnittener Blaukrautkopf. Da für die zehn Gründungsmitglieder von Vinterra Peter Grassl, Josef Gruber, Friedrich Haring, Georg Valazza, Günther Pitscheider, Amalia Wallnöfer, Werner Schönthaler, Oswald Moser, Martina Hellrigl und Franz Hofer die ökologische Verantwortung gleichzustellen war wie soziale Verantwortung, wurde aus Vinterra eine Sozialgenossenschaft des Typ B. Das ist ein Unternehmen, welche das Ziel hat, die Arbeitseingliederung von sozial benachteiligten Personen mittels Ausübung von Landwirtschafts-, Industrie-, Handels- oder Dienstleistungstätigkeiten zu fördern. Heute beschäftigt Vinterra in Landwirtschaft und Bistro insgesamt 17 Personen, davon kommen 40 % aus einer sozialen Randgruppe.
Vier Säulen stützen Vinterra
Am vergangenen Samstag wurde gefeiert. Der Sozialarbeiter Josef Gruber machte mit einer kleinen interessierten Teilnehmergruppe eine Flurbegehung; anschließend gab es Köstlichkeiten aus der Küche des Bistros und zum Abschluss eine kleine Führung im Bistro. In seiner Begrüßung dankte Gerhard Kapeller, der Präsident der Sozialgenossenschaft den Gründungsmitgliedern für ihre Vision, Menschen in das Unternehmen Vinterra mit einzubinden, die sich schwer tun im Leben. Er nannte weitere drei Säulen, die die Genossenschaft unterstützen: die Fördermitglieder, die mit Startkapital die Idee umgesetzt haben, den 90 Genossenschaftsmitgliedern, die Vinterra mit ihrem jährlichen Mitgliedsbeitrag unterstützen und das Mitarbeiterteam, das manchmal bis an ihre Belastungsgrenze gehe. Der Personalmangel im Bistro sei derzeit das größte Problem, mit dem sich der Genossenschaftsvorstand auseinandersetzen müsse. Gerhard Kapeller dankte auch den zahlreichen Abnehmern der auf 5 Hektar biologisch angebauten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die eine Palette von 30 verschiedenen Produkten beinhalte. Mehrere Seniorenwohnheime, Mensen und Einzelhandelsgeschäfte sowie zahlreiche Privathaushalte zählen zu den fixen Kunden der Sozialgenossenschaft. Die Zusammenarbeit mit der Gastronomie sei noch ausbaufähig, betonte Kapeller. Er dankte auch allen Institutionen, die in einem Netzwerk das Wirken von Vinterra am Leben erhalten sowie der Fraktionsverwaltung von Mals für das Lager.
14.000 Kartoffelteigtaschen im Jahr
Die unvorstellbare Menge von 14.000 Kartoffelteigtaschen mit wechselnder Füllung wird in der Küche des Bistros jedes Jahr von Hand hergestellt. „Die sind unser Renner“, sagt Köchin Karin Gufler. Das Aushängeschild jedoch ist unbestritten das Salatbuffet, das meist zur Gänze vom eigenen Acker kommt. „Unser Konzept geht auf“, berichtet Peter Grassl, Sozialarbeiter im Bistro mit Stolz. „Wir kochen biologisches oder regionales Gemüse bester Qualität, keine vorgefertigten Convenience-Produkte und die Rückmeldungen unserer Gäste geben uns Recht.“ Musikalisch umrahmt hat das Jubiläum Andreas Oberhofer.