Almbegegnungen bei bestem Regenwetter
Paznaun/Vinschgau - Bei strömendem Regen kamen unlängst über 110 Almverantwortliche, Bäuerinnen und Bauern sowie politische Landwirtschaftsvertreter/innen aus der Terra Raetica zum gemeinsamen grenzüberschreitenden Almtag auf der Gamperthunalpe im Paznaun in Nordtirol zusammen. Der Maschinenring Tirol präsentierte im Praxiseinsatz auf der Weide eine mehrfunktionale Agrardrohne und verschiedene Mulch- und Entbuschungsgeräte zur Weideflächenrückgewinnung unter der fachlichen Begleitung durch den Biologen Marcel Züger. Der Bezirksbauernobmann Landeck und Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins Elmar Monz begrüßte die Teilnehmenden. Unter diesen befanden sich auch politische Persönlichkeiten: Die Ortsbäuerin von See, Christine Ladner, der Tiroler Bauernbunddirektor Peter Raggl, der österreichische Nationalratsabgeordnete Josef Hechenberger und weitere mehr. Mit humorvollen Grußworten aus dem Vinschgau wartete für die Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung (GWR) Obmann-Stellvertreter Markus Joos auf: „Wir haben unsere Politiker zuhause gelassen, weil ihr genug da habt.“ 36 Teilnehmende vertraten 15 Almen aus dem Vinschgau und den Sennereiverband Südtirol. Technische Innovationen werden auch vor den Almen keinen Halt machen. Drohnen können ein wichtiges Instrument für den Transport im Gelände werden (z.B. Transport von Weidezäunen) und bei der Suche nach Tieren die Arbeit erleichtern. Almen sind wesentlich für die Erhaltung der Kulturlandschaft. Die Sömmerung der Tiere bedeutet auch eine Futterersparnis für die Heimbetriebe, vor allem in vom Klimawandel geprägten trockenen Jahren, wie das heurige, in denen das hofeigene Grundfutter ansonsten nicht ausreichen würde. Für den Bürgermeister von See, Michael Zangerl, repräsentiert die Almwirtschaft Leidenschaft und Traditionsbewusstsein mit Zukunftssinn. Auch nicht gern gesehene „Almgäste“ wie Wolf und Bär waren Thema. Da der Wolf nicht zum „Schwammerlsuchen“ auf die Alm kommt, bewertet Hechenberger das neue Tiroler Jagdgesetz als das beste in ganz Europa. Wölfe können bei unmittelbarer Gefährdung von Menschen oder Nutztieren sogar von befähigtem Almpersonal „entnommen“ werden. Teilnehmende aus dem Münstertal und dem Unterengadin sowie aus Landeck, Imst und dem Vinschgau diskutierten und tauschten Wissen und Erfahrungen bei erfreulichem Regenwetter aus. Der grenzüberschreitende Almaustausch fand im Rahmen eines von der EU geförderten Interreg-CLLD Terra Raetica Kleinprojektes im Interreg Italien-Österreich Programm statt.