Das beste Geheimnis ist das, das man nicht verrät
Schlanders - Man musste schon ein eingefleischter Fan des schrulligen Provinzpolizisten Eberhofer sein, um ihn als den Schauspieler Sebastian Bezzel auf der Bühne in Schlanders wiederzuerkennen. Mit Nickel- bzw. Hornbrille und geliertem Haar spielte der bekannte bayrische Schauspieler eine Doppelrolle in der gefeierten Gesellschaftskomödie „Geheimnisse“ des französischen Theatermachers Sébastien Blanc. Vergangene Woche war das Südtiroler Kulturinstitut mit dessen Stück „Geheimnisse“ unter der Regie von Ulrich Waller in Schlanders zu Gast. Auch Sebastian Bezzels Bühnenpartner ist kein Unbekannter: Götz Otto ist vielen als der James-Bond-Bösewicht Stamper in „Der Morgen stirbt nie“ bekannt. Zwei hochkarätige Schauspieler hat das Südtiroler Kulturinstitut in die Provinz gebracht, wie sich Martin Trafoier, selbst Vorstandsmitglied im SKI, bei der gut besuchten Einführung in das Stück rühmte. Er unterhielt sich mit Regisseur Ulrich Waller über das Stück und seine Besetzung, über seine Beziehung zu Südtirol und seine Arbeit als künstlerischer Leiter des St. Pauli Theaters Hamburg. Mit „Geheimnisse“, das erste von fünf weiteren Stücken des SKI, kam eine gesellschaftskritische Komödie mit viel Wortwitz, Slapstick und Ironie auf die Bühne des Kulturhauses von Schlanders. Zum Inhalt: Zwei Zwillingsbrüder, Eric, ein großspuriger Egomane und Jérome, ein gutmütiger Träumer, vertrauen ihrem Freund Fabien ein Geheimnis an, von dem der andere nichts wissen darf. Per Freundschaftsschwur verpflichten sie Fabien zum Schweigen. Dieser gerät als unfreiwilliger Geheimnisträger zwischen die Fronten und versucht verzweifelt, den totalen Bruch der verfeindeten Zwillinge zu verhindern. Und wie bei solchen Geschichten üblich: wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte.