Freunde der Eisenbahn im Ratsaal von Naturns
Astrid Pichler, Walter Weiss und Landeshauptmann i.R., Luis Durnwalder (v.l.)
Ehrenurkunden an die Gründungsmitglieder des Vereins Freunde der Eisenbahn durch Astrid Pichler und Philipp Kleewein
Landeshauptmann Arno Kompatscher und sein Berater in Sachen Zug Walter Weiss

„Das Züglein an der Waage“

Südtirol fährt Zug und der Vinschgau hat dazu beigetragen. 

Publiziert in 1 / 2026 - Erschienen am 13. Januar 2026

Naturns - Für ein Ereignis oder einen Zustand, der ausschlaggebend war für eine positive oder negative Entwicklung, erfand man den Ausdruck das „Zünglein an der Waage“. In Südtirol wurde die Wiederinbetriebnahme des „Vinschger Zuges“ eine Art Test, um mehr und tiefgreifendere Investitionen in den „staubfreien Korridor nach Bozen“ zu investieren. Das eigentliche „Zünglein an der Waage“ war aber ein im Vinschgau eher seltenes Ereignis. Angeführt von Bürgermeister Walter Weiss in Naturns gründeten 53 Begeisterte, nicht nur Vinschger, am 28. Dezember 2000 einen Verein. Mit den „Freunden der Eisenbahn“ – wie sie sich vor 25 Jahren im Rathaus von Naturns scherzhaft genannt hatten - war echte „Lobby-Arbeit“ entstanden für alles, was auf 2 Eisenschienen, mehr oder weniger geräuschlos, mehr oder weniger pünktlich daherkommt. Der Schlüsselbegriff für eine Stimmung, die am 28. Dezember 2000 zur Gründung des Vereins „Freunde der Eisenbahn“ geführt und kaum Vorstellbares nach sich gezogen hatte, war Begeisterung. Es war eine aus dem westlichen Südtirol nie erwartete Begeisterung für alles, was mit Eisenbahn zu tun hatte. An diese Stimmung und an alle genannten Feststellungen und Erkenntnisse wurde am 28. Dezember 2025, auch an einem Sonntag, mit einer interessanten Feier im Ratsaal von Naturns unter dem Wortspiel aus der Schachwelt „Zug um Zug“ erinnert. 

Aus dem zündenden Funken entstand ein Flächenbrand

Im Mittelpunkt standen jene Akteure aus der Welt der Gemeindeverwaltungen, der Bezirksräte, der Ortsgruppen der Südtiroler Volkspartei, die sozusagen als Brandbeschleuniger wirkten. Ihnen war es zu verdanken, dass sich die Begeisterung für die Eisenbahn wie ein Flächenbrand über ganz Südtirol ausbreiten konnte. Gewissermaßen als „zündender Funke“ bezeichnet wurde der ehemalige Bürgermeister von Naturns, Walter Weiss.   Über 1000 Mitglieder zählend ist der Verein heute nicht nur Betreiber des „Erlebnisbahnhofs“ in Staben, sondern ermöglicht Bahnreisen auf allen Kontinenten, organisiert „Runde Tische“ in den Bezirksgemeinschaften, hält die Mitglieder auf dem Laufenden, regt Bahnhofsfeste und Jubiläen an, lässt den Bahnhof des Jahres prämieren. Das eigene Jubiläum am 28. Dezember 2025 mit etwa 30 Gründungsmitgliedern fand unter der Regie des Ausschusses mit Alexander Sparber, Pfalzen, Philipp  Kleewein, Bozen, Siegfried Tutzer, Eppan, Walter Weiss, Naturns-Staben, Arthur Scheidle, Klausen, Alois Vent, Naturns, Oswald Schiefer, Kurtatsch, und Astrid Kofler, Naturns, statt. Regie führte Vorstandsmitglied Astrid Pichler, Gemeindereferentin in Naturns. Sie schaffte es, den Landeshauptleuten Luis Durnwalder, Arno Kompatscher, deren einstigen Stellvertretern Arnold Schuler und Richard Theiner, dem Bürgermeister Zeno Christanell, Naturns, und einem schlagfertigen Walter Weiss manch spritzige Aussage und manch hoffnungsvollen Hinweis zum zukünftigen Südtiroler Eisenbahnverkehr zu entlocken. Fast zum Prinzipienstreit artete die Interpretation aus, ob Bürgermeister Walter Weiss im Jahr 2000 stur oder hartnäckig oder gar nur begeistert war.

Günther Schöpf

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