Marylin Egger und Felix Warger
Raika-Direktor Michael Grasser
Raika-Berater Fabian Tumler
Die Schüler/innen konnten so einiges über Tourismus, Finanzmärkte und Co. Erfahren.

„Dein Beruf. Deine Wege.“

Impulsvorträge, Austausch mit Unternehmen und praktische Tipps an der WFO.

Publiziert in 6 / 2026 - Erschienen am 24. März 2026

Schlanders - „Dein Beruf. Deine Wege.“ Unter diesem Motto stand die erste Hausmesse der Wirtschaftlichen Fachoberschule (WFO) Schlanders. Die Schule mit den beiden Schwerpunkten Wirtschaft und Tourismus sowie Wirtschaft und Sport wollte damit den Schüler/innen eine Möglichkeit bieten, sich zu orientieren. „Es geht dabei nicht um klassische Unternehmenspräsentationen, sondern der Tag soll zeigen, wie Berufsbilder aussehen“, erklärte Felix Warger. Der Lehrer war Hauptverantwortlicher für die Organisation und einer der Initiatoren. „Mit der Messe wollen wir auch aufzeigen, welche Möglichkeiten unsere Schülerinnen und Schüler haben“, so Warger. Teilnehmen konnten die ersten, dritten und fünften Klassen der WFO. „Wir haben uns bewusst für diese drei Klassen entschieden“, erklärte Vize-Direktorin Marylin Egger. In der ersten Klasse könnten sich die Schüler/innen ein Bild davon machen, warum sie überhaupt hier seien. In der dritten Klasse müsse man sich bereits Gedanken über das Praktikum im kommenden Schuljahr machen, und in der fünften Klasse solle man ohnehin schon mit der Berufswelt in Berührung kommen und sich mit den Möglichkeiten vertraut machen. Sechs Unternehmen bzw. Institutionen konnten für die erste Hausmesse an der WFO gewonnen werden: Die Universität Innsbruck, der Südtiroler Bauernbund, die Dolce Vita Hotels, das Hotel Das Gerstl, die Raiffeisenkasse Schlanders sowie der Sockelleisten-Hersteller Pedross AG. Klassenweise und in Gruppen zu etwa zwölf Personen konnten sich die Schüler/innen mit den Betrieben in den Klassenräumen jeweils rund 30 Minuten austauschen bzw. erhielten Informationen über die Unternehmen und die Möglichkeiten, die diese bieten. 

Chinese will nicht jeden Tag Schnitzel

Der Hausmesse vorangegangen waren Impulsvorträge von Prof. Robert Steiger von der Uni Innsbruck sowie von Michael Grasser und Fabian Tumler, Direktor und Berater der Raiffeisenkasse Schlanders. Steigers Forschungsinteressen liegen u. a. in den Bereichen nachhaltige Tourismusentwicklung, Regionalökonomie, Verhaltensökonomie und Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus. Der Professor sprach unter anderem über die Problematik der Zweitwohnungen in Österreich, worunter der Tourismus leide. Auch der „multioptionale Gast“ sowie die Globalisierung waren Thema. „Können wir chinesisch kochen, haben wir einen chinesischen Koch? Der China-Gast will nicht unbedingt täglich ein Schnitzel essen. Und auch ein Skilehrer sollte chinesisch sprechen“, kam er etwa auf die Herausforderungen eines globalen Tourismus zu sprechen. Herausforderungen seien auch die Betriebsübergaben und die Nachfolgeprobleme in Familienbetrieben. Es mache einen Unterschied, ob Hotels von Einheimischen oder von auswärtigen Geldgebern geführt werden. „Wenn ein Investor in St. Anton einen Betrieb kauft, dann hat er in erster Linie die Rendite im Blick“, so Steiger. Man müsse sich der Frage stellen, wie Tourismus gestaltet werden könne, damit junge Einheimische in den Tälern bleiben und die Betriebe weiterführen. Auch der Klimawandel sei eine Herausforderung der Zukunft. „Es ist aber nicht so, dass der Klimawandel das Ende des Skitourismus bedeutet“, unterstrich Steiger. Aber: Alles werde teurer, Beschneiung etc. Zudem dürften es Skigebiete in niedrigeren Lagen schwer haben, so ist es durchaus realistisch, dass es in der Nähe von Wien oder München kaum mehr Skigebiete geben wird und der Wintersportler weitere Anreisen zum Skifahren hat. „Irgendwo in den Alpen“ werde man aber auch weiterhin Skifahren können. 

„Leben in globalem Umfeld“ 

Raika-Direktor Michael Grasser sprach über aktuelle marktpolitische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Finanz- und Kapitalmärkte; etwa im Hinblick auf globale Krisen, wie den Krieg in der Ukraine und in Nahost. „Wir leben in einem globalen Umfeld, die Auswirkungen dieser Konflikte betreffen auch unser Land“, so Grasser, der im Rahmen des Vortrags die Schüler/innen immer wieder zum Mitmachen aufforderte. Diese zeigten sich engagiert und wissbegierig: Erfahren konnten sie so u. a. wie es durch die Konflikte zu dauerhaft höhere Energiepreise kommt. Weiters informierte Grasser über die Importzölle und was diese bewirken sowie über die Künstliche Intelligenz und deren Wachstumspotenzial für die Wirtschaft. Raika-Berater Fabian Tumler referierte schließlich über die konkreten Auswirkungen auf die Finanzmärkte, im Hinblick auf Zinsentwicklungen und dergleichen.

Michael Andres

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