Heinz Stafflers Globus am östlichen Dorfeingang von Latsch.
Heinz Stafflers hat endlich seine Unterlagen zum Globus-Bau gefunden.
Die aktuellste Kugel-Darstellung von Heinz Staffler ist der „blaue Planet“; darauf als Drähte angedacht die kreisenden Satelliten.
Der Traum vom Kugelhaus und seinen Vorteilen im Holzschuppen.
Er ist drin, der Heinz und sein Werk, „der größte angetriebene Globus aus Metall“.

Der Weltenbauer aus Goldrain

Die Erde ist sowas von rund – auch im Vinschgau

Publiziert in 6 / 2026 - Erschienen am 24. März 2026

Goldrain/Latsch - Für Rundungen fühlte sich der Metallfachlehrer i. R. Heinz Staffler aus Goldrain seit jeher zuständig. Er war es und ist es noch immer, der in Goldrain das Thema „rund und kugelförmig“ ins Gespräch gebracht hatte. Von wegen Gespräch! Er hat mit dem Bau einer Weltkugel, lateinisch Globus, dafür gesorgt, dass an der Berufsschule Schlanders neben ihm mindestens ein weiterer Lehrer und neun Metallfachschüler zu einer anspruchsvollen Zusatzbeschäftigung kamen – auch zu sehr später Stunde. Der Herr Direktor (Franz Waldner) habe erschrocken die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als er „das Ungetüm“ sah. Sogar einige Unternehmer wurden in die runde Sache mit einbezogen – vor allem bei der Standortfrage. Unterstützt wurde Heinz Staffler aber von seiner Familie. Die hat ihn sogar unterstützt, als ihm die Wahnsinnsidee in den Kopf kam, sein Werk, seinen Globus, ins Guiness-Buch der Rekorde zu bringen – als „größten angetriebenen Globus der Welt“. Seine Frau und auch die drei Töchter ließen nie nach im Glauben an die Kreativität ihres Vaters.

Die Welt ist nun mal eine Kugel

Im 26. Jahr nach dem Abschluss der Arbeiten von „Globus 2000“ musste der Goldrainer „Kugelbauer“ noch immer verschmitzt lachen, als er nach seinen Vorstellungen und Visionen von damals gefragt wurde. „Meine Vision ist alles Runde“. Das Lachen vertiefte sich: „Das Kugelhaus ist rund. Bei mir ist alles rund, rund bis kugelig“. Wieso war ihm damals so nach kugelförmig? Heinz: „Die Welt ist kugelig. Für die Statik gibt es nichts Besseres. Das Runde braucht am wenigstens Raum, hat die beste Statik und kann mit dem geringsten Materialaufwand gebaut werden. Auch der Energiebedarf zum Heizen ist geringer.“  Zurück zum Globus. Es soll hektisch gewesen sein, als man den Antrag um den Eintrag ins Guiness-Buch stellte. War es vorgeschrieben, einen Antrieb zu bauen, um ins Buch zu kommen? „Nein, da war nirgendwo was vorgeschrieben“, erzählt Heinz. „Es hat auch keine Zeichnung gegeben. Der Globus ist mit 2,86 m Durchmesser einfach entstanden aus dem 1.444.000sten Teil der Erde. Den Maßstab hab‘ ich gewählt. Er wird nicht auf den Meter genau stimmen, aber ‚Viermillionenvierhundertvierundvierzigtausend‘ ist eine flotte Zahl.“ Bezieht sich die flotte Zahl auf den Umfang oder den Durchmesser der Erde? Der „junge Mann“, Heinz ist 83, suchte tatsächlich sein Handy und begann zu rechnen. Es dauerte nicht lange und die Antwort war da: „Auf den Durchmesser ...“

Das Kugelhaus ist noch ein Traum

Wer hat den heutigen Standort der Weltkugel am östlichen Dorfeingang von Latsch gewählt? Heinz: „Den hat der damalige Bürgermeister, heute Obmann des Bildungshauses Schloss Goldrain, Markus Pircher, empfohlen. Aber sie haben den Globus zu tief versenkt! Wir haben als Gegengewicht einen Sockel konstruiert mit einem Behälter, den wir von der Firma Marx mit Beton auffüllen ließen.“ Gründlich und detailfreudig schilderte Staffler Sinn und Zweck des Gegengewichts. Sein Ringen mit der schrägen Erdachse und das Problem der Statik versuchte er so einfach wie möglich einem Laien zu erklären, um dann begeistert auf den Antrieb des Globus einzugehen. Es entschlüpfte ihm der Satz: „Ich würde den Antrieb geradezu spektakulär nennen.“ Er besteht aus einem 4 cm langen ½-Zoll-Gartenschlauchstück und 2 Schlauchklemmen. Die 2. Getriebestufe ist ebenfalls ein Schneckenradgetriebe, das mit einer Keilriemenscheibe von 4 cm im Durchmesser auf einer Keilriemenscheibe von 40 cm Durchmesser endet. Durch diese 3 Getriebestufen wurde eine Drehzahl von 0,6 Umdrehungen pro Minute der Pol-Achse erreicht. Die große Keilriemenscheibe stammt von einer alten Brotschneidemaschine in Ludwigsburg, wo wir gewohnt haben. Alle Antriebsteile sind recycelt. Und sie funktionieren immer noch? Heinz: „Leider nicht. Man hat die elektrische Zufuhr gekappt – absichtlich.“ Das „globale Gespräch“ endete, weil Staffler immer wieder neue und unterschiedliche Vorstellungen seines „Kugelhaus-Traumes“ ins Spiel bzw. Gespräch brachte.  Es wurde eine „Exkursion“ zu Stafflers wichtigstem Kugel-Traum geplant. Vorläufig besteht dieser Traum aus dem Viertel eines leicht verstaubten Kugelhauses im Maßstab 1:10 und ist in einem gemieteten Holzschuppen untergebracht.

Günther Schöpf

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