Die interkulturelle Brücke
Schlanders - „Wir sind die Brücke, um Personen zu helfen, die Probleme mit der Sprache und der Kultur haben“, brachte es eine der Teilnehmerinnen auf den Punkt. Zwölf Frauen aus verschiedenen Ländern der Welt – u. a. aus Marokko, Moldawien, dem Kosovo, Kenia oder Pakistan – beteiligten sich seit Oktober an der Ausbildung zu Kulturvermittlerinnen bzw. zu interkulturellen Mediatorinnen. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Sozialgenossenschaft SOVI Vinschgau, der Bezirksgemeinschaft, der Caritas Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten Flori, dem Sprachenzentrum und den Projektpartnern GRW Sarntal und Eurac. Am Samstag, 7. März, wurden feierlich die Diplome verliehen. Die Frauen selbst blickten dabei nochmals auf das Erlernte zurück und stellten verschiedene Themenbereiche vor. „Ihre Aufgabe ist es, zwischen den Kulturen zu vermitteln“, erklärte Barbara Wopfner von der Bezirksgemeinschaft. Dies könne sowohl in öffentlichen Einrichtungen als auch in privaten Unternehmen geschehen. In sechs Monaten standen zehn Unterrichtsblöcke bzw. 25 Treffen mit insgesamt 80 Stunden auf dem Programm. Dabei ging es um rechtliche Aspekte, den Aufbau des Staats, des Landes und der Gemeinden, um Bürgerkunde, um Schul- und Sozialsysteme, aber auch um Frauen in Gewaltsituationen, Grundlagen der Kommunikation und vieles mehr. Eine Wissensbox begleitete die Frauen, hier konnten sie Karten mit ihren Gedanken und Rückmeldungen einwerfen. Die eingeworfenen Karten schmückten am Tag der Zertifikatsverleihung die Stufen der Bezirksgemeinschaft. „Sie sollen den Weg sichtbar machen, den wir gemeinsam gegangen sind“, so Wopfner. Sie lobte, dass alle Teilnehmerinnen von Anfang bis Ende engagiert dabei waren. Lobende Worte für die Frauen gab es auch von Daniela di Pilla vom Sprachenzentrum, das neben der Sprachförderung in Deutsch für Familien und Kinder mit Migrationshintergrund auch weitere Hilfestellungen im Bereich Migration übernimmt, etwa bei organisatorischen Fragen im deutschen und italienischen Bildungswesen. Roselinde Gunsch, die Präsidentin der Bezirksgemeinschaft, verlieh schließlich die Zertifikate.