Die Sperre kommt, das Wie ist noch zu klären
Glurns - Seit der Sitzung des Glurnser Gemeinderates am 24. April steht es fest: Die Stadt wird im heurigen Sommer während der Hochsaison für rund 2 Monate für den Durchzugsverkehr gesperrt. Bei der Diskussion über die von Bürgermeister Erich Wallnöfer vorgeschlagene Sperre (der Vinschger Nr. 8/2026) sprachen sich nahezu alle anwesenden Ratsmitglieder der Bürgerliste und auch der SVP grundsätzlich für eine zeitweilige Sperre aus. Mit der Frage, wie genau die Sperre gehandhabt, geregelt und kontrolliert wird, befasst sich nun eine Arbeitsgruppe. Dass der Gemeinderat im Vorfeld der Sitzung vom 24. April aus der Zeitung erfahren hat, dass eine mehrmonatige Sperre geplant sei, hat Daniel Ortler eingangs kritisiert. Es sei nicht die richtige Vorgehensweise, den Gemeinderat bei einem so wichtigen Thema nicht schon vorab zu informieren. Der Bürgermeister sagte sinngemäß, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, den Gemeinderat vor vollendete Tatsachen zu stellen: „Wir diskutieren ja heute darüber, ob die Sperre kommen soll oder nicht. Ist der Gemeinderat grundsätzlich dafür, wird als nächster Schritt das Wie zu klären sein.“ Der einhellige Grundtenor bei der Diskussion war: Es soll heuer im Sommer der Versuch einer ca. zweimonatigen Sperre unternommen werden, wobei allerdings einige Aspekte, Details und Fragen vorab zu erörtern sind. Klar ist, dass Anrainer, Zulieferer, Betriebe und weitere Berechtigte von der Sperre auszunehmen sind. Auch für Leute, die in der Stadt einkaufen oder einkehren, soll das Durchfahrtsverbot nicht gelten. Zu klären ist außerdem, ob die Sperre rund um die Uhr oder nur tagsüber gelten soll. Mit der Sperre soll laut dem Bürgermeister versucht werden, den Durchzugsverkehr weitgehend zu unterbinden. Über Umfahrungsvarianten im Obervinschgau werde zwar seit Jahrzehnten gesprochen, doch von einer Realisierung sei man weit entfernt. Selbst für kleinräumige Umfahrungsvarianten gebe es beim Land kein Gehör: „Vielleicht gelingt es, mit der Sperre Druck auf das Land auszuüben und andere unter Zugzwang zu bringen.“ Tatsache sei, dass die Stadt Jahr für Jahr mehr unter dem Durchzugsverkehr leide, „und wenn es so weiter geht, werden wir in 20 oder 30 Jahren in der Stadt ‚ersticken‘“. Diese Ansicht wurde bei der Diskussion von vielen Ratsmitgliedern geteilt. Mit der Klärung der Details und weiteren Vorbereitungen für die Sperre befasst sich nun eine eigene Arbeitsgruppe. Auch der Ortspolizeidienst Vinschgau wird mit eingebunden. Sobald ein endgültiger Vorschlag auf dem Tisch liegt, wird er dem Gemeinderat unterbreitet. Der Bürgermeister mahnte zur Eile, denn bis zum Beginn der Hochsaison ist es nicht mehr lange hin.