Ein Arbeitsjahr voller Engagement
Der AEB Vinschgau setzt wichtige Impulse für inklusives Wohnen.
Vinschgau - Wenn Eltern sich zusammenschließen, um für ihre Kinder mit Behinderung bessere Lebensbedingungen zu schaffen, entsteht etwas Besonderes: Gemeinschaft, Bewegung und Veränderung. Der AEB Vinschgau hat im Arbeitsjahr 2024-2025 durch beharrliches Engagement und gute Zusammenarbeit im Bereich Wohnen viel erreicht. Im Mittelpunkt des besonders intensiven und richtungsweisenden Arbeitsjahres stand das Thema „Wohnen für Menschen mit Unterstützungsbedarf“, ein Anliegen, das von den „Aktiven Eltern von Menschen mit Behinderung“ (AEB) mit Nachdruck an die Bezirksgemeinschaft Vinschgau herangetragen wurde. In enger Zusammenarbeit mit der Bezirksgemeinschaft und der Lebenshilfe Südtirol wurde von Direktorin der Sozialdienste, Karin Tschurtschenthaler, eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Roman Altstätter ins Leben gerufen und mit drei wichtigen Projekten gestartet.
Ferrari-Haus in Mals
Nach langjähriger Vorarbeit und beharrlichem Einsatz der AEB-Elternvertreterinnen wurde das Ferrari-Haus in Mals von Bürgermeister Josef Thurner für Wohnzwecke für Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt. Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzung und soll zehn Wohnplätze bieten – ein wichtiger Schritt, auch wenn der tatsächliche Bedarf im Vinschgau deutlich höher liegt.
Wohnung der Lebenshilfe in Schlanders
Der AEB Vinschgau hat sich wiederholt für die Sanierung der Wohnung der Lebenshilfe im Zentrum von Schlanders eingesetzt, um kurzfristige Entlastungsbetreuung und Rotationsplätze zu ermöglichen. Leider wurden die dafür vorgesehenen Mittel zugunsten des Ferrari-Hauses umgewidmet. Der Bedarf bleibt jedoch bestehen: Über 30 Familien mit Angehörigen mit Behinderung, deren Eltern über 60 Jahre alt sind, leben derzeit im mittleren und oberen Vinschgau.
Projekt „Step by Step“ in Schlanders
Ein besonders erfreuliches Ergebnis ist die Realisierung des Projekts „Step by Step“ der Lebenshilfe, das jungen Menschen mit Behinderung den Weg in ein möglichst selbstständiges Leben außerhalb der Ursprungsfamilie ebnet. Dank einer Mitgliedsfamilie des AEB, die dafür eine Wohnung in Schlanders zur Verfügung stellt, konnte das Projekt – bereits erfolgreich in Bozen umgesetzt – nun auch in Schlanders starten. In Zusammenarbeit mit Franca Marchetto, der Bereichsleiterin der Lebenshilfe für Wohnen in Südtirol, und unter der Koordination von Wilfried Kaserer, dem Wohnbereichsleiter der Lebenshilfe Schlanders, nehmen seit April 2025 drei Gruppen mit jeweils drei bis vier jungen Erwachsenen mit großer Freude daran teil. Neben diesen strukturellen Fortschritten pflegte der AEB Vinschgau auch das gemeinschaftliche Miteinander. Gesellige Treffen wie das traditionelle Törggelen im vergangenen Herbst im Bistro am Platzl in Göflan oder das Grillpicknick im Calva-Wald im Juni 2025 boten den Familien Raum für Austausch, Begegnung und gegenseitige Unterstützung. Das Arbeitsjahr 2024–2025 hat gezeigt, wie viel durch gemeinsames Engagement, klare Zielsetzungen und gegenseitige Unterstützung erreicht werden kann. Der AEB Vinschgau hat nicht nur konkrete Wohnprojekte angestoßen, sondern auch das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und ihren Familien gestärkt. Die Herausforderungen bleiben – doch mit dem Mut, der Ausdauer und dem Zusammenhalt, den diese Gemeinschaft zeigt, sind auch zukünftige Schritte in Richtung Inklusion und Lebensqualität möglich. Es ist ein Jahr, das Hoffnung macht und zur Nachahmung anregt. Die Erfahrungen des vergangenen Arbeitsjahres zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die kontinuierliche Arbeit von Betroffenenorganisationen wie dem AEB Vinschgau ist. Sie bringen nicht nur Probleme zur Sprache, sondern stoßen auch konkrete Lösungen an – mit Herz, Verstand und einem starken Netzwerk. Claudia Zerzer Moser, Ansprechpartnerin und Leiterin des AEB Vinschgau, blickt mit Stolz und Zuversicht auf das vergangene Jahr zurück: „Gemeinsam haben wir viel bewegt – und wir werden weiter dranbleiben.“