Erich Wallnöfer will die Stadt „zusperren“
Glurns - Formell beschlossen ist es zwar noch nicht, doch Bürgermeister Erich Wallnöfer will die Stadt Glurns während der kommenden Sommerhochsaison für rund 2 Monate vollständig für den Durchzugsverkehr sperren. Lediglich Anrainern, Betrieben und anderen Berechtigten soll es während dieser Zeit gestattet sein, über die Stadttore in die Innenstadt zu gelangen und diese wieder zu verlassen. Dass es im Falle einer tatsächlichen Sperre zu einem „Aufstand“ kommen könnte, ist dem Bürgermeister durchaus bewusst: „Ich rechne nicht nur mit einem Aufstand von außen, sprich von umliegenden Dörfern und Gemeinden, sondern auch mit einem Aufstand von innen, speziell von Seiten von Geschäften und Betrieben, die Einbußen befürchten.“ Trotz der zu erwartenden äußeren und inneren Widerstände will Wallnöfer an seiner Absicht festhalten, denn so wie bisher könne es nicht weitergehen: „Wir haben jährlich rund 150.000 Besucherinnen und Besucher in der Stadt, pro Tag fahren ca. 10.000 Autos am Stadtplatz vorbei.“ Bevor er die Sperre formell verfügt, will der Bürgermeister zunächst den Gemeinderat mit dem Thema befassen, und zwar schon bei der Sitzung am 24. April. Dass er rein rechtlich gesehen die Möglichkeit und Zuständigkeit hat, die Stadt „abzusperren“, habe er bereits abgeklärt. Wallnöfer wertet die geplante Sperre als eine Art Notmaßnahme und auch Provokation: „Wenn nichts unternommen wird, geht es einfach so weiter wie bisher. Das kann und darf aber nicht sein, denn die Lage spitzt sich Jahr für Jahr weiter zu.“ Nicht hinter dem Berg hält Wallnöfer auch mit Kritik an die Adresse der Landespolitik. Schon vor geraumer Zeit habe er zum Beispiel vorgeschlagen, an der Kreuzung bei der Pfarrkirche Maßnahmen zu treffen, damit der Großteil des von Taufers im Münstertal kommenden Verkehrs in Richtung Prad abfließt und für jene, die in die Stadt wollen, eine Abzweigung geschaffen wird. Mit einem besonders starken Widerstand von außen dürfte aus Laatsch zu rechnen sei, zumal es dort im Falle einer Sperre zu viel Ausweichverkehr kommen würde. Wallnöfer erinnert sich noch gut daran, wie es vor vielen Jahren zu einem „Volksaufstand“ gekommen ist, als damals die Stadt nur für einen halben Tag für den Verkehr gesperrt wurde.