Beim Empfang auf dem Kulturhausplatz.
Beim Festakt im Kulturhaus.
Emil Platzgummer und seine Frau Martha Rechenmacher.
Josef Profanter aus Kitzbühel und seine Frau Silvia.
Der Großteil der emsigen KVW-„Arbeitstruppe“
Stark vertreten war der „Verband der Südtiroler in Tirol“.
Vorstandsmitglieder der „Südtiroler in der Welt” mit Organisatoren.

„Früher mussten sie gehen, …

…heute tun es viele freiwillig“. Sommertreffen der „Südtiroler in der Welt“.

Publiziert in 14 / 2026 - Erschienen am 28. Juli 2026

Schlanders - „Früher, vor allem während der Option und in Zeiten, als Arbeit fehlte, mussten viele Südtiroler und Südtirolerinnen ihre Heimat verlassen, heute wandern nicht wenige freiwillig aus.“ Dies sagte Josef Profanter, der 1948 in Kitzbühel geboren wurde. Sein Vater hatte seine Heimat, das Villnößtal, zur Optionszeit verlassen. Josef Profanter und seine Frau Silvia gehörten zu jenen rund 150 Personen, die am 25. Juli am 39. Sommertreffen der Vereinigung „Südtiroler in der Welt“ in Schlanders teilnahmen. Die KVW-Ortsgruppen der Gemeinde Schlanders hatten sich alle Mühe gegeben, um den Heimatfernen, die zusammen mit Familienangehörigen und Bekannten vor allem aus Österreich, Deutschland und der Schweiz angereist waren, einen schönen Tag zu bereiten. Zum Auftakt wurden die Gäste vom stellvertretenden Vorsitzenden des KVW Schlanders, Hannes Weithaler, der auch die Grüße des Vorsitzenden Heinrich Fliri überbrachte, vom Vorsitzenden der „Südtiroler in der Welt“, Werner Atz, und vom stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des KVW, Josef Bernhart, willkommen geheißen. Im Anschluss an einen Aperitif auf dem Kulturhausplatz, den die Bürgerkapelle Schlanders musikalisch umrahmte, wurde in der Pfarrkirche ein Gottesdienst gefeiert, den Dekan P. Jolly zelebrierte. Musikalisch begleitet hat die Messfeier die „Storchn Musi Vinschgau“, die dann auch beim Festakt im Kulturhaus „Karl Schönherr“ aufspielte.

Heimat ist da, wo die Seele zu Hause ist

„Heimat ist viel mehr als nur ein Ort. Das, was euch hier alle vereint, ist die Verbundenheit mit der Heimat, mit euren Wurzeln“, sagte die Bürgermeisterin Christine Kaaserer. Sie stellte die Marktgemeinde Schlanders vor, dankte allen, die zum Sommertreffen gekommen sind und würdigte den beherzten Einsatz aller Freiwilligen, Vereine und weiterer Beteiligten, die zum Gelingen des Treffens beigetragen haben. Grußworte überbrachten u.a. auch die Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg und Karl Pfitscher, Präsident des Tourismusvereins Schlanders-Laas und Ehrenhauptmann der Schützenkompanie. Pfitscher erinnerte daran, „dass in letzter Zeit viele junge Leute unsere Heimat verlassen und ins Ausland gehen.“ Es tue ihm leid, „dass die jungen Menschen heute nicht mehr wissen, wieso ihr in die Welt hinausgehen musstet.“ Er habe bei vielen Südtiroler-Treffen in Deutschland und Österreich teilgenommen, „und gerade deshalb gefällt es mir nicht, dass heute bei uns immer wieder über die Ausländer hergezogen wird, ohne überhaupt nachzudenken.“

Buntes Programm

Im Anschluss an das Mittagessen im Sparkassensaal hatten die Gäste die Qual der Wahl. Das Programm war kunterbunt: Dorfführung durch Schlanders, Führung im Marmorwerk (Göflaner Marmor), Besuch der Nationalparkhauses „avimundus“ (Vogelwelten), Bilderschau in der Bibliothek Schlandersburg, Besuch der BASIS, Begehung des Kirchturms („115 Stufen zum höchsten Turm Tirols“) und Einblick in die Bienenwelt. Abgeschlossen wurde das gelungene Sommertreffen mit Kaffee und Kuchen sowie Darbietungen der Volkstanzgruppe Schlanders.

Bisher nie gefehlt

Martha Rechenmacher Platzgummer, Jahrgang 1944 und gebürtig aus Kortsch, hat bisher keines der insgesamt 39 Heimatfernen-Treffen ausgelassen. Von 1961 bis 1969 lebte sie in verschiedenen Orten in Deutschland und von 1970 bis 2000 im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. 1982 heiratete sie Emil Platzgummer (Jahrgang 1941) aus Tabland. Das Paar lebt schon seit vielen Jahren in München.

Josef Laner

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