6 Betriebe bzw. Mitglieder wurden für ihre 50-jährige Treue zum hds geehrt; im Bild ein Gruppenfoto mit der hds-Spitze.
Neben vielen hds-Mitgliedern nahmen auch Vertreter und Vertreterinnen anderer Wirtschaftszweige, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie weitere Ehrengäste an der Bezirksversammlung teil.
Christine Kaaserer
Christiane Pircher

Gestern, heute, morgen

hds-Bezirk Vinschgau setzt auf Zusammenarbeit und lebendige Orte.

Publiziert in 7 / 2026 - Erschienen am 8. April 2026

Schlanders - „Der Handel in Südtirol ist insgesamt gesehen gut aufgestellt. Wir haben ein sehr gut funktionierendes Handelsgesetz, das den Handel dort stattfinden lässt, wo er hingehört, nämlich in den Ortszentren.“ Das sagte Philipp Moser, der Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes hds, am 26. März in der BASIS in Schlanders, wo die heurige Bezirksversammlung des hds Vinschgau stattgefunden hat. Das größte Problem sieht Moser, der mit seinem Vizepräsidenten Sandro Pellegrini nach Schlanders gekommen war, darin, dass kleine Familienbetriebe einen schweren Stand haben, speziell was die Betriebsnachfolge betrifft. „Wir wollen heute zurückschauen, uns die Gegenwart vor Augen führen und auch nach vorne blicken“, sagte hds-Bezirksobmann Dietmar Spechtenhauser.

„Schaut auf unsere schönen Orte“

Der Landesverband feiert heuer das 80-jährige Bestehen, die einstige „Kaufleutevereinigung Vinschgau“ wurde 1972 von Otto Gander aus Prad ins Leben gerufen und bis 2002 von ihm als Bezirkspräsident geführt. Zumal Otto Gander, der am 25. Mai 2025 seinen 90. Geburtstag gefeiert hatte, nicht anwesend sein konnte, erinnerte Dietmar Spechtenhauser an die vielseitigen Verdienste von Gander, speziell was die Entwicklung des Handels betrifft. Gander habe über Jahrzehnte hinweg wertvolle Aufbauarbeit im Vinschgau und darüber hinaus geleistet, „von der wir bis heute zehren.“ In seiner Grußbotschaft hatte Otto Gander dazu aufgerufen, „den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, auf unsere schönen Orte zu schauen, die kleinen Geschäfte zu fördern und die Betreuung der Mitglieder im Verband, aber im Besonderen in unserem mit Herzblut aufgebauten Bezirksbüro von Schlanders weiterhin professionell anzubieten.“

Philipp Moser und Dietmar Spechtenhauser stimmten darin überein, dass der Handels- und Dienstleistungssektor wesentlich dazu beiträgt, die Orte lebendig zu halten. Ebenso gefragt sei das Mitmachen der Gastronomie, der Vereine, der Gemeindeverwaltungen und der Bevölkerung insgesamt. Zum Tourismus hielt Moser fest: „Wir brauchen den Tourismus, ein Drittel des Umsatzes machen wir mit den Gästen.“ Viel Zuspruch erleben verschiedene Aktionen des hds auf Bezirks- und Landesebene. Die digitale Kundenbindungs-App MIAr, die im Vinschgau und Burggrafenamt entwickelt wurde, wird im Sommer auf das ganze Land ausgedehnt. Weiterhin auf Erfolgskurs ist das landesweite Konzept des monni-Gutscheins, das die lokale Wirtschaft stärkt. Außergewöhnlich gut angenommen wurde die neue, landesweite Initiative „Wähle dein Lieblingsgeschäft“.

„Preis ist auch Verpflichtung“

Wie mehrfach berichtet, hat die Gemeinde Schlanders unlängst in Brüssel den EU-Preis „Europäische Hauptstadt des Einzelhandels 2026“ in der Kategorie „Vanguard City“ (5.000 bis 50.000 Einwohner) entgegennehmen können. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, denn dieser Preis belegt, dass der Handel in unserer Gemeinde nach wie vor eine große wirtschaftliche und auch soziale Rolle spielt“, sagte die Bürgermeisterin Christine Kaaserer. Mit dem Gemeinderatsmitglied Christiane Pircher, ihres Zeichens Gemeindebeauftragte für Europa, stimmte sie darin überein, dass dieser Preis auch eine Verpflichtung mit sich bringt. Laut Pircher konnte Schlanders in Brüssel mit 4 Säulen punkten: Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Digitalisierung und Attraktivität. Nun gelte es, zum Konzept „7-Minuten-Stadt“ – fast alles ist in Schlanders im 7-Minuten-Radius zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar – auch konkrete Maßnahmen zu setzen. Live aus Portugal zugeschaltet wurde Thomas Schuster. Er vertrat in der Stadt Caldas da Rainha, die in Brüssel den ersten Platz in der Kategorie „Vibrant City” errungen hatte, bei der dortigen Kick-off-Veranstaltung die Gemeinde Schlanders. Schlanders ist dank des Preises Teil eines Netzwerkes, dem neben Caldas da Rainha auch die spanische Stadt Barcelona angehört, die in Brüssel in der Katgeorie „Visionary City“ gewonnen hatte.

Langjährige Mitglieder geehrt

Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung von Betrieben bzw. Mitgliedern, die seit 50 Jahren beim hds sind: Elektro Tele Mair (Schlanders), Ernst Rechenmacher (Schlanders), Elektro Peer (Eyrs), Schönthaler Baustoffe (Laas/Eyrs), Lesina Debiasi Karl (Kastelbell-Tschars) und Genuss Gruber (Prad).

Josef Laner

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