Glurns sagt STOP
GLURNS - Wer die Webseite der Stadtgemeinde Glurns öffnet, stößt sofort auf ein großes, knallrotes STOP-Zeichen. Damit wird auf die zeitweilige Sperrung der Stadt für den Durchzugsverkehr hingewiesen. Seine Absicht, den Durchzugsverkehr während der heurigen Sommer-Hochsaison auszusperren, hatte Bürgermeister Erich Wallnöfer bereits Ende April dem Gemeinderat zur Diskussion unterbreitet. Der Gemeinderat sprach sich grundsätzlich mit sehr breiter Mehrheit für eine Sperre aus. Damals noch offene Fragen und Details wurden in der Zwischenzeit geklärt. Am 17. Juni unterzeichnete der Bürgermeister die definitive Anordnung. Aus dieser geht hervor, dass die Innenstadt vom 6. Juli 2026 bis einschließlich 31. August 2026 rund um die Uhr für den Durchzugsverkehr gesperrt wird. Die Maßnahme diene dem Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner „vor der mittlerweile als unerträglich empfundenen Belastung durch Verkehrslärm, Abgase und das hohe Verkehrsaufkommen.“ Nach Angaben der Gemeinde passieren an Spitzentagen tausende Fahrzeuge die Stadt, „was die Lebensqualität innerhalb der historischen Stadtmauern erheblich beeinträchtigt.“ Von der Sperre ausgenommen sind alle Inhaber der verschiedenen Parkvignetten der Gemeinde Glurns, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Hotelgäste mit Buchungsnachweis, Invaliden, Bewohner mit meldeamtlichem Wohnsitz in Glurns, Linienbusse, Fahrzeuge für Ladetätigkeit von 7:00 bis 10:00 Uhr, Fahrräder, Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste sowie Inhaber von Sondergenehmigungen. Mit der Maßnahme verfolgt die Stadtgemeinde laut dem Bürgermeister das Ziel, „die Lebensqualität in der Innenstadt zu verbessern, die Lärm- und Schadstoffbelastung zu reduzieren sowie die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.“ Die Verkehrsberuhigung wird während der Sommermonate evaluiert und ihre Auswirkungen auf Verkehr, Wirtschaft und Wohnqualität werden dokumentiert. Die Stadtverwaltung ersucht alle Verkehrsteilnehmenden um „Verständnis und Kooperation und bedankt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihren Beitrag zu einer lebenswerten und nachhaltigen Entwicklung der Altstadt.“ Die „verkehrsbeschränkte Zone mit absolutem Fahrverbot“ betrifft alle Straßen innerhalb der Innenstadt, und zwar ab dem Malser Tor, dem Schludernser Tor und dem Tauferer Tor. Gegen die zeitweilige Sperre hatte es bereits im Vorfeld teilweise auch Kritik gegeben. Wie der Bürgermeister bestätigte, würden einige Betriebe Umsatzeinbußen befürchten. In Dörfern im Umkreis der Stadt, vor allem in Laatsch, aber nicht nur, ist man besorgt, dass die Sperre infolge des anzunehmenden Ausweichverkehrs zu zusätzlichen Belastungen führen könnte.